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Doppelt ist besser

Deutsch-französischer Studiengang Produktion und Automatisierung (Foto: s.media / pixelio.de)
Deutsch-französischer Studiengang Produktion und Automatisierung (Foto: s.media / pixelio.de)

[05|04|2012]

Zwei Kulturnationen, zwei Weltstädte, ein Studium: der dt.-franz. Studiengang Produktion und Automatisierung

Wenn die AbsolventInnen des Studiengangs "Produktion und Automatisierung" die Hochschule verlassen, haben sie gleich zwei Abschlüsse in der Tasche: den deutschen Master of Engineering und den französischen Diplôme d´Ingénieur. Denn bei dem integrierten Deutsch-Französische Bachelor-Masterstudiengang der Hochschule München und der Ecole d'ingénieurs EPF Sceaux verbringen die Studierenden von insgesamt zehn Semestern vier an der Partnerhochschule in Paris.

Student Tobias Sörries
Student Tobias Sörries
Das Studium
Zunächst besuchen die Studierenden jeweils in ihren Heimatstädten Vorlesungen in den Grundlagenfächern wie Physik, Mechanik und Elektrotechnik. Im dritten Semester kommen die französischen KommilitonInnen nach München – im fünften Semester geht die Gruppe gemeinsam nach Paris. Neben den vielen Eindrücken, die die schöne Stadt Paris hinterlässt, der französischen Sprache und Kultur lernen die deutschen Studierenden auch ein neues Studiensystem kennen: "Studieren ist in Frankreich eher verschult, Vorlesungen und Kurse sind verpflichtend und die Anwesenheit wird kontrolliert", berichtet die Studentin Klaudia Szpryngwald. "Während in München die Prüfungen geballt im Prüfungszeitraum stattfinden, werden in Paris die Lerninhalte in mehreren großen und kleinen Prüfungen im Laufe des Semesters abgefragt, ca. alle zwei bis drei Wochen", ergänzt Tobias Sörries.

Beide studieren im achten Semester Produktion und Automatisierung und haben auch schon die zehn- und vierzehnwöchige Betriebspraktika in Deutschland bzw. Frankreich erfolgreich gemeistert. Tobias Sörries ging zur Automobilfirma Smart in St. Denis. Klaudia Szpryngwald blieb für ihr Praktikum im Pariser Norden bei einer Firma im Bereich der Lasertechnik.

Studentin Klaudia Szpryngwald
Studentin Klaudia Szpryngwald
Das Leben in Paris
"Das Umziehen ist schon anstrengend. Andererseits ist es auch eine gute Lebensschule: Man überlegt sich gut, welche Dinge man wirklich braucht und versucht immer so wenig wie möglich mitzunehmen", sagt Klaudia Szpryngwald. Organisatorisch unterstützt die Hochschule München die Studierenden beim Studienortwechsel, so werden viele bürokratische Hürden erleichtert und ein Platz in einem Studentenwohnheim reserviert. Zudem erhalten die StudentInnen von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) ein Stipendium in Höhe von 270 Euro während ihres Auslandaufenthalts. Darüber hinaus organisiert die Fakultät auch ein Treffen zwischen StudienanfängerInnen und höheren Semestern, in dem mögliche Schwierigkeiten besprochen werden können.

Die Strapazen des Umziehens zahlen sich aus: "In Paris ist immer etwas los! Man findet viele Veranstaltungen im Internet und entdeckt jeden Tag auf der Straße noch etwas Besonders", so Klaudia Szpryngwald. "Die Teilnahme an der internationalen Automobilmesse Mondial de l'Automobile in Paris war ein besonderes Erlebnis", ergänzt Tobias Sörries. So freuen sich beide Studierende, im Herbst wieder nach Paris zurückzukehren und dort im zehnten Semester die Masterarbeit in einem Unternehmen in Frankreich oder an einem anderen Ort der Welt zu schreiben.

Die berufliche Zukunft
Viele Studierende erhalten schon vor ihrem Abschluss einen Arbeitsvertrag oder finden kurz nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz. Arbeitsplätze in deutsch-französischen Firmen wie Airbus, Eurocopter, EADS etc. bieten sich besonders an. Mögliche Berufsfelder sind z. B. Produktionsengineering (Planung und Entwicklung von Fertigungs-, Montage- und Logistiksystemen), Prozessengineering (Produktionsprozessplanung, Materialfluss- und Logistikplanung) oder Produktionssteuerung (Auftragsplanung und -steuerung, Supply-Chain-Management). "Ein Doppelabschluss in zwei verschiedenen Staaten ist bei Bewerbungen immer ein großer Vorteil. Ins Ausland kann inzwischen jeder ohne viel Aufwand gehen. Wir hingegen haben ein ordentliches Studium in Frankreich abgelegt, wir mussten alle Vorlesungen besuchen und alle Prüfungen bestehen. Das ist mehr als nur ein Auslandssemester", betont Klaudia Szpryngwald.

Französischkenntnisse werden für das Studium nicht vorausgesetzt. Während des Semesters haben die Studierenden Französischunterricht und in der vorlesungsfreien Zeit können Sprachkurse in Frankreich besucht werden. Ein fünftägiger Sprachkurs in Paris direkt vor Semesterbeginn sorgt für einen guten Start.

Weitere Informationen zum Studiengang lesen Sie auf der Website der Fakultät für Feinwerk- und Mikrotechnik, physikalische Technik und auf der Website der Partnerhochschule EPF-Ecole d'ingénieurs .

jp/aw

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