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Go for it, girls!

Ein Teil der Mädchengruppe am Girls Day (Foto: Marco Gierschewski)
Ein Teil der Mädchengruppe am Girls Day (Foto: Marco Gierschewski)

[11|05|2016]

Von Beton und Böden bis zu Kartografie gab es einen bunten Strauß an Wahloptionen am Girls Day

Wie schon in den vergangenen Jahren nahm die HM auch dieses Jahr wieder am Girls und Boys Day teil. Denn es gibt ein großes Interesse daran, die Zahl der weiblichen Studierenden an klassischerweise männlich dominierten Bereichen wie Geoinformation und Bauingenieurwesen zu erhöhen. Und umgekehrt die Zahl der männlichen Studierenden in Bereichen wie den Sozialwissenschaften zu steigern.

 

Der Girls Day fand dementsprechend am 28. April auch am Campus in der Karlstraße statt, an dem die drei Fakultäten für Bauen angesiedelt sind. Eine rund 40-köpfige Gruppe von Schülerinnen der 8. und 9. Klasse nahm teil. Nach der Begrüßung durch die Dekanin für Geoinformation Prof. Dr. Carola Tiede teilten sie sich in drei Gruppen auf, um unterschiedliche Workshops zu besuchen.

 

Hehre Wünsche an die BauingenieurInnen

Als Einstieg für die beiden Workshops des Bauingenieurwesens schilderte die Bauingenieurin Maren Schubert humorvoll, wie die Zusammenarbeit aussieht, wenn beispielsweise ein/e ArchitektIn mit dem Wunsch ein „fantastisches Girls Day Haus“ zu bauen an den/die BauingenieurIn tritt und wieviel die BauningenieurInnen dann zu beachten haben.

 

Sie betonte dabei die Nähe zur Anwendung, die dieses Studienfach sehr lebendig und anschaulich und Teilbereiche davon wie etwa Physik attraktiv macht. Sie schloss mit den Worten: „Mädels, das können wir alle auch sehr gut“ und sie betonte, dass der frische Wind, den ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis mit sich bringt, auch von den männlichen Kollegen sehr geschätzt wird. Danach teilten sich die Mädchen in eine „Let’s mix it“ und eine „Boden – worauf bauen wir“-Gruppe.

 

Viel zu erfahren und entdecken (Foto: Marco Gierschewski)
Viel zu erfahren und entdecken (Foto: Marco Gierschewski)

 

Wieviel hältst du aus?!

Bei „Let’s mix it“ ging es mit Lehrassistent Toni Deller ins Betonbaulabor, wo ein HM-Mitarbeiter über Beton als Material sprach und diesen mit Stahl und anderen verglich. Er beschrieb, wie wichtig es sei erstmal das Material auf Widerstandsfestigkeit zu prüfen und fragte in dem Zuge die Schülerinnen: „Was schätzt ihr, wieviel hält so ein kleiner Kern aus?“ Die Schätzungen reichten von 100 Kilo bis 500 Kilo. Tatsache war aber: er hält bis zu 10 Tonnen aus! Die Gruppe durfte danach selbst aus Zement, Sand(steinen), Kalk und Wasser Beton mischen.

 

Regenwürmer und ihr Aroma

Der anderen Hälfte der Bauingenieurgruppe zeigte Laborleiter Horst Richter derweil, was es alles zu beachten gilt, wenn es um die Beschaffenheit des Bodens geht, auf dem gebaut werden soll. Er zeigte Siebe und andere Instrumentarien, mit denen der Boden untersucht wird. Gerade das Wiegen des Bodens in allen unterschiedlichen Stadien – also feucht als auch getrocknet – sei wichtig, betonte Richter. Er zeigte Kühlofen und Trockenschränke und erzählte in dem Zusammenhang vom „interessanten Aroma der Regenwürmer… denn, wenn man Regenwürmer im Trockenschrank verdampft – das hat ein sehr nachhaltigen und intensiven Geruch“. Das seien „die kleinen Nachteile des Berufs“, schmunzelte Richter, die man leider in Kauf nehmen müsse, um eben alles Organische aus dem Boden zu entfernen.

 

Eine Teilnehmerin des Girls Day mit Urkunde (Foto: Marco Gierschewski)
Eine Teilnehmerin des Girls Day mit Urkunde (Foto: Marco Gierschewski)

 

Was hat das Handy mit Kartografie zu tun?

Diejenigen, die sich für den Workshop „Geo…was?“ angemeldet hatten, erfuhren von Prof. Dr. Sabine Kirschenbauer und Kollegen, wie Prof. Dr. Franz Xaver Schütz was ein/e KartografIn eigentlich so macht – unabhängig davon, ob auf dem Handy oder auf papiernen Karten: „Die Kartografie visualisiert, was an Daten aufgenommen wird – egal ob das von Satelliten kommt, aus der Fernerkundung oder ob die Vermesser losgehen“.

 

Sie wandte sich an die Gruppe mit der Frage, wer wann zuletzt eine Karte benutzt habe – das überraschende Ergebnis: alle hatten am Morgen den Weg zum Campus Karlstraße auf einer (digitalen) Karten angesehen! Auch für Aktivitäten wie Fahrradfahren oder Wandern seien Karten unverzichtbar – und in diesem Sinne sei auch der Beruf sehr vielfältig.

 

Glückliche Teilnehmerinnen

Die Motivation der einzelnen Schülerinnen sich für die jeweiligen Workshops anzumelden, war sehr unterschiedlich. So berichtete ein Mädchen, dass ihr Vater bei der „Münchner Rück“ arbeite, wo sie einen Tag der offenen Tür erlebt hatte und sie deshalb gern den Workshop zur Geoinformation machen wollte.

Am Ende erhielten alle Teilnehmerinnen eine Urkunde, die bestätigte, dass sie erfolgreich am Girls Day teilgenommen hatten. Am Ende stand fest, die Mädchen wurden neugierig auf die Studienauswahl – und die Lehrenden würden sich über diesen weiblichen Zuwachs sehr freuen!

 

 

Sara Magdalena Schüller

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