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Forschen statt Chillen

Die Nachwuchsforscherinnen Melissa Hammerschmidt und Marina Bücker werden selbst aktiv: Sie gießen Aluminiumstäbe.
Die Nachwuchsforscherinnen Melissa Hammerschmidt und Marina Bücker werden selbst aktiv: Sie gießen Aluminiumstäbe.

[11|08|2016]

Im Forscherinnen Camp von Hochschule und Airbus proben Schülerinnen den Forschungsalltag: Mit Erfolg!

Zugprüfmaschine, Härtegradmessung und Laserdruck im Pulverbett. Nach Sommerferien klingt das nicht gerade. Zwölf Fachoberschülerinnen und Gymnasiastinnen zwischen 15 und 17 Jahren aus ganz Bayern aber schreckte das nicht ab. Sie hatten sich beim "Forscherinnen Camp" des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) beworben, um zu erfahren, wie sich eine Woche „Ingenieurin sein“ anfühlt.

 

Die Hochschule München und Airbus Defence & Space bieten für das Programm ihre Labore und Betreuung an. Der Forschungsauftrag in diesem Jahr: „Metallischer 3-D-Druck in der Luftfahrt. Charakterisierung der Materialeigenschaften.“ Nach ersten Führungen durch Labore der Hochschule und einem Zwischenstopp beim Flugsimulator arbeiteten die jungen Frauen als Forschungsteam eine Woche lang an ihrem Auftrag.

 

Selbst Hand anlegen

Für den Flugzeugbau sollen alle Materialien möglichst leicht sein: Eigenhändig gossen die Forscherinnen Stäbe aus Aluminium, um sie mit Stäben aus dem 3D-Drucker zu vergleichen. Für den Ausdruck im Lasersinter konstruierten sie die Formen mit einer 3D-Software. Die unterschiedlich hergestellten Stäbe prüften sie anschließend nach ihren Materialeigenschaften: Wie unterscheiden sie sich etwa in der Rauigkeit der Oberfläche oder in ihrer Zugfestigkeit? Welchen Einfluss hat die Temperatur der Gussform? Wie wirkt sich die Pulvergröße des Metalls beim 3D-Druck aus? Fachlich begleitet wurden sie in diesen Fragen von Prof. Dr. Jörg Schröpfer, von der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Verbundlabors angewandte Werkstofftechnik sowie von Forscher und Forscherinnen von Airbus Defence & Space. Was sie über ihr Forschungsthema herausfanden, präsentierte die Gruppe bei der Abschlussveranstaltung in Bild und Wort im Showroom der Airbus Defence & Space dem Publikum.

 

„Forschungsauftrag in allen Punkten erfüllt!“

So positiv fielen die Beurteilungen der Betreuer aus. Die Schülerinnen hätten Neugier, Begeisterung und Durchhaltevermögen bewiesen, so das Echo. Auch die Forscherinnen selbst zeigten sich vom Camp begeistert. Denn neben dem Forschen, stand für sie auch noch Anderes auf dem Programm: Team-Building beim Klettern und gemeinsame Unternehmungen in der Stadt, betreut von Frank Armbruster vom bbw und Karolin Schweiger, Studentin der Luft- und Raumfahrttechnik an der Hochschule. Das Ergebnis: „Eine total gelassene Stimmung“ und „Vertrauen zueinander“ – befanden die jungen Frauen.

 

Birgit Aigner von bayme vbm, Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber, Sabine Maurer vom Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Prof. Dr. Katina Warendorf, Frauenbeauftragte der Hochschule, machten den Schülerinnen Mut für die Wahl eines technischen Studiums und Berufs.

 

Viele von ihnen aber haben sich längst entschieden. Das Wunschfach von Leonie Kellner aus Amberg ist beispielsweise „Maschinenbau“. Und da rechnet sie sich in ihrer Heimatregion gute Karrierechancen aus: „Ich weiß, dass die Firmen immer öfter gerade Frauen suchen“ – so die Fachoberschülerin. Sie ist nicht die einzige der Schülerinnen, die durch das Forscherinnen Camp nachhaltig auf den Geschmack am Forschen gekommen ist.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

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