News

FRAU meets BUSINESS!

[19|06|2012]

Am 19.06.12 fand unsere SMB Veranstaltung - nach dem Motto "FRAU meets BUSINESS" - ausschließlich im Kreise von Frauen (Studierende, Mitarbeiterinnen, Alumni) statt.

 

Eingangs begrüßte die Vizepräsidentin, Frau Prof. Dr. Vierzigmann die Anwesenden und stellte die Frage in den Raum, ob man im Jahr 2012 im Zusammenhang mit Frauenkarrieren tatsächlich immer noch von Barrieren sprechen müsse? Leider ist diese Frage wohl auch im 21. Jh. immer noch mit 'ja' zu beantworten! Eine von Frau Prof. Vierzigmann herangezogene Studie (Student Survey 2012: Karriere, Familie & Co. ) belegt z. B., dass jede zweite Frau auch heute immer noch der Meinung ist, sie habe schlechtere Berufschancen als ein männlicher, gleich ausgebildeter Kollege.

Chancen oder Barrieren für Frauenkarrieren? - das Thema des Abends.

Frau Dr. Falk (Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung) berichtete in ihrem Keynote Vortrag aus dem Bayerischen Absolventenpanel über das Berufseinstiegsverhalten bayerischer FachhochschulabsolventInnen. Hier ergab sich, dass bereits im Studium Frauen anders mit Praxiskontakten verfahren, sich ihre anschließende Stellensuche weniger selbstbewusst gestaltet als die von Männern und bayerische Fachhochschulabsolventinnen letztlich eine geringere Zufriedenheit in ihrer ersten Stelle empfinden als ihre männlichen Kollegen. Die Forschungsergebnisse sowie die daraus resultierenden Berufseinstiegstipps von Frau Dr. Falk können Sie in ihrer Präsentation nachlesen.

Es folgten die Vorträge aus den Unternehmen:

  • Miriam Binder-Lang (EADS Deutschland) stellte interessante Frauenförderprogramme ihres Unternehmens vor (Mentoring-, Traineeprogramm). Sie verhehlte aber nicht, dass Programme alleine keine Grenzen überwinden können. Solange auf der einen Seite Vorgesetzte bei der Einstellung hauptsächlich nach sich selber suchen ("Klonen") und auf der anderen Seite die Frauen nicht erkennen, dass sie durch ihr "Frau sein" auch ein Alleinstellungsmerkmal besitzen, sind die Barrieren in den Köpfen noch lange nicht abgebaut. Wenn man/frau sich dann auf dem Karriereweg befindet, sollte man seine persönlichen Prioritäten und Werte immer wieder hinterfragen, denn der Job ist ein wesentliches Stück Lebenszeit - ständige Selbstreflexion ist gefragt.
  • Christina Ramgraber (sira munich) konnte dem nur zustimmen. Nach einer steilen Vertriebskarriere als Diplom-Betriebswirtin erlebte sie Mißgunst männlicher Kollegen und eine Störung der Gruppendynamik im Team. Sie empfand zu diesem Zeitpunkt das "Angestellten-Dasein" als Fremdbestimmung und machte sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen und sinnerfülltem Arbeiten. Genau das fand sie in der Selbständigkeit und durch die Gründung ihres Unterenehmes sira munich mit Gleichgesinnten. Dabei wurde sie vom An-Insititut der Hochschule, dem SCE unterstützt. >>Präsentation
  • Dr. Sabine Ardey (MTU GmbH) berichtete ebenfalls von interessanten Frauen- und Familienförderaktivitäten bei MTU, z. B. dem Betriebskindergarten "Turbienchen". Der Offenheit ihrer Vorgesetzten hatte sie es zu verdanken, in ihrem Unternehmensbereich den ersten Heimarbeitsplatz und die Chance zu einer Teilzeitkarriere mit Kind zu erhalten. Sie empfahl: für unkonventionelle Arbeitsmodelle selbst die Initiative ergreifen und dem Arbeitgeber von sich aus entsprechende Konzeptionen unterbreiten. So tritt man mit Stärke auf, ist eigeninitiativ und fällt nicht in eine undankbare "Opferrolle".
  • Sabine Dorn-Aglagul (Westin Grand München) appellierte an das Selbstbewusstsein der weiblichen Gäste: Definieren Sie eigene Ziele und glauben Sie daran! >>Präsentation
  • Prof. Dr. Celine Chang (FK Tourismus der Hochschule München) erläuterte, wie durch Gender Mainstreaming schon in der Lehre zukünftige Führungskräfte für dieses Thema sensibilisiert werden können. Das Vorbild des Managements macht Schule und hat eine Sogwirkung auch auf die anderen Organisationsebenen. Gender Mainstreaming sollte ganz klar Teil der Geschäfts- und Talentstrategie sein. Sie verglich Gender Mainstreaming mit interkultureller Kompetenz: Frauen- und Männerkulturen müssen sich gegenseitig verstehen und das "blinde kulturelle Auge" sollte sehen lernen. >>Präsentation

Zitate aus der Diskussionsrunde unter der Moderation von Christine Rose (Bayer. Rundfunk):

  • Karriere bedeutet, erfolgreich zu sein - im Leben und als Mensch.
  • Es gibt eine Unternehmens- und eine Lebenskarriere.
  • Karriere bedeutet, gestalten zu können.
  • Ziele sind wichtig für die Karriere.
  • Karriere bedeutet, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben.
  • Mein schlechtes Muttergewissen stecke ich in die Tasche und habe es trotzdem!
  • Frauen sollten sich gegenseitig bestärken.
  • Karriere bedeutet teilweise Raubbau an den eigenen Ressourcen, Sozialkompetenz, Spaß und Freunde sollten dabei aber nicht verloren gehen.
  • Formelles und informelles Mentoring: Mentoringprogramme sind gut, es gibt auch informelle Fürsprecher und Förderer im beruflichen Kontext, die man erkennen und nutzen sollte.

 

Bildergalerie

NEWSARCHIV

Berichte und Informationen rund um die Hochschule München

Veranstaltungen

Vorträge, Tagungen, Events an der Hochschule München