Am Freitag, den 5. Oktober 2007 haben über 170 interessierte Vertreterinnen und Vertreter von Praxis- und Bildungseinrichtungen, Hochschulen, Berufsverbänden und der Politik aus dem gesamten Bundesgebiet an der Hochschule München an die international bereits seit geraumer Zeit geführten Diskussionen über die Zukunft der Gesundheitsberufe und deren wissenschaftliche Qualifizierung angeknüpft. Ausgewiesene Referentinnen und Referenten haben unterschiedliche Positionen zu diesem Thema ausgeleuchtet, ihre Perspektiven auf aktuelle und künftige Entwicklungen hierzulande aufgezeigt, wissenschaftliche Qualifizierungsangebote für die Gesundheitsberufe in den Blick genommen und mit Qualitätsanforderungen kontrastiert.

 

Deutlich geworden sein dürfte dabei, dass die qualifikatorischen Herausforderungen im Gesundheitssystem angesichts des demographischen und epidemiologischen Wandels, des allgemeinen Wissens- und Erkenntnisfortschritts, der wachsenden Bedeutung technischer Innovationen und der veränderten strukturellen, rechtlichen und ökonomischen Kontextbedingungen noch vielfach unterschätzt werden. Traditionelle Formen der Qualifizierung mit ihrer überholten Trennung zwischen akademischen und nicht-akademischen Gesundheitsberufen, werden diesem Anforderungswandel kaum mehr gerecht. Gefragt sind vermehrt gestufte, durchlässige und eng aufeinander abgestimmte berufliche und wissenschaftliche Qualifizierungsangebote , die ein gemeinsames und kooperatives Lernen, Arbeiten und Forschen aller Gesundheitsberufe auf gleicher Augenhöhe erlauben.

 

Die Dynamik, die mit dem Bologna-Prozess sowie anderen Reformen im Bildungssystem derzeit einhergeht, bietet nach übereinstimmender Auffassung der am Hochschulforum beteiligten Referentinnen und Referenten auch zahlreiche Chancen, um diesen Forderungen Rechnung zu tragen. Vor diesem Hintergrund hat sich die Hochschule München bereit erklärt, an der Entwicklung ebenso zukunftsfähiger, innovativer wie bedarfsgerechter Qualifizierungsangebote für die Gesundheitsberufe offensiv weiterzuarbeiten. Alle Akteure aus der Praxis, der Aus,- Fort- und Weiterbildung, der Hochschulen und der Politik sind herzlich eingeladen, diesen Prozess zu begleiten und den mit dem Hochschulforum aufgenommenen Diskurs über die Zukunft der Gesundheitsberufe ebenso aktiv wie engagiert weiterzuführen.


Prof. Dr. Michael Ewers MPH
- Wissenschaftliche Leitung -