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Competence Center of Civic Studies

Was sind Civic Studies?

Civic Studies stehen für eine Neubestimmung der Aufgaben von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und für die Lösung komplexer gesellschaftlicher Problemlagen. Im Fokus steht die Frage, wie und in welcher Form Bürgerinnen und Bürger stärker beteiligt werden können.


Competence Center of Civic Studies / Fakultät Sozialwesen

Das Center of Civic Studies verbindet Forschung, Lehre und Praxis. In einem interdisziplinären Team führen wir anwendungsorientierte Projekte zu nationalen und internationalen Themen durch. Wir kooperieren mit Partnern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.


Wissenschaftlicher Hintergrund

Ausgehend von einem Dreisektorenmodell untersuchen wir, in welchen Sektoren - Markt, Staat oder Dritter Sektor - gesellschaftliche Güter und Dienstleistungen erbracht werden. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Analysen haben gezeigt, dass alle drei Sektoren gesellschaftlich notwendig und sinnvoll sind, um für je unterschiedliche Bereiche private, öffentliche oder soziale Güter und Dienstleistungen bereitzustellen. Wir unterscheiden dementsprechend die Private, Öffentliche oder Soziale Ökonomie mit verschiedenen Logiken der Warenproduktion.
Im Zuge der Industrialisierung hat sich eine Wirtschaftsgesellschaft durchgesetzt, in der marktwirtschaftliche Logiken dominieren - in Europa ist das Modell der Sozialen Marktwirtschaft entstanden, in der marktwirtschaftliche und stark bürokratische Logiken ineinander greifen. Zivilgesellschaftliche oder solidarische Logiken der Sozialen Ökonomie sind bei der Warenproduktion fast gänzlich in den Hintergrund gedrängt worden.
Unsere Hypothese ist, dass sich in nachindustriellen Gesellschaften marktwirtschaftliche Logiken nunmehr weltweit verbreiten, dass sich aber die Wirtschaftsgesellschaft zugleich gegenüber zivilgesellschaftlichen und solidarischen Logiken öffnet, während die staatliche Erbringung von Gütern und Dienstleistungen, also die Öffentliche Ökonomie, zunehmend verdrängt und marginalisiert wird. Die Soziologie spricht von Entgrenzung.
Mit diesem Prozess der Entgrenzung entstehen sowohl neue wechselseitige Abhängigkeiten zwischen den Gesellschaftssektoren als auch innovative Kooperationsformen und Partnerschaften. Während bislang ein bisektorales Zusammenwirken zwischen Markt und Staat üblich war, entstehen nun immer häufiger trisektorale Kooperationsformen.
Dies hat tief greifende Auswirkungen auf die Soziale Arbeit. Im Zuge der Entgrenzung verlässt die Soziale Arbeit heute ihre engen Grenzen der überwiegend staatlichen Rahmung, und es kommt zu neuen Formen der Beteiligung wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure. Damit wird Soziale Arbeit zu einer Form gesellschaftlicher Arbeit, die nicht mehr nur von bürokratischer Logik überformt ist, sondern zunehmend auch geprägt ist von marktwirtschaftlichen sowie zivilgesellschaftlichen und solidarischen Logiken. Die Soziale Arbeit sprengt ihr Gehäuse und emanzipiert sich.
Dieser Prozess ist keineswegs konfliktfrei, weil sich eingespielte Machtstrukturen in hohem Maße verändern und sich notwendigerweise neue Praxisformen herausbilden (müssen).

Das Kompetenzzentrum wird erstens wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studien durchführen, die ein tieferes Verständnis dieser Entgrenzungsprozesse fördern. Dazu gehört die Analyse von sowohl globalen als auch lokalen Interdependenzen. Zentrale Frage wird sein, wie sich Wirtschafts- und Zivilgesellschaft zukünftig entwickeln werden.
Zweitens stehen Untersuchungen zum Thema Partizipation im Mittelpunkt. Dabei geht es um die Frage, in welcher Weise Bürgerinnen und Bürger das gesellschaftliche Umfeld gestalten können und sich zivilgesellschaftliche und solidarische Beteiligungsformen durchsetzen. Forschungen zum Dritten Sektor, zur Rolle von Non-Profit-Organisationen und Bürgerengagement sowie Social Economy/ Enterpreneurship sind hier von Bedeutung; aber auch Themen zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (CSR), zu Corporate Citizenship (CC) und zur Gestaltung von Arbeitsbeziehungen (Work-Life-Balance) müssen behandelt werden.
Schließlich ist es drittens wichtig, die neu entstehenden Praxisformen Sozialer Arbeit zu analysieren und insbesondere für die Ausbildung fruchtbar zu machen. Hier sind Studien zu mehrsektoralen Kooperationen und Partnerschaften von Belang. Diese Untersuchungen sollen auf der Basis eines umfassenden Verständnisses von Community- /Lifelihood- /Cultural Studies durchgeführt werden.

Last but not least soll darauf hingewiesen werden, dass alle Analysen des Kompetenzzentrums nicht nur in einem strikten Sinne anwendungsbezogen und interdisziplinär sein müssen, sondern auch international ausgerichtet sein werden. So interessiert uns zum einen die weitere Entwicklung von International Social Work unter Einbeziehung der Pluralität sämtlicher internationaler Zugänge zu Community Work (Community Education, Community Organizing, Community Development, Freire-Pädagogik); zum anderen werden wir auch analysieren, in welchen unterschiedlichen Formen sich Soziale Arbeit in anderen Teilen der Welt entwickelt: Ausgewählte Länder in Latein-/Südamerika, Osteuropa, Afrika und Asien sind in unserem Fokus. Wir werden uns gemeinsam mit den Studierenden beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Social Work-Studiengängen aktiv beteiligen und den internationalen Austausch sowie transnationale Forschungsprojekte fördern.






Hochschule München
University of Applied Sciences - München
Competence Center Civic Studies
Am Stadtpark 20
D-81243 München

 








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