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Das Labyrinth des Ichs
Ein Schreibprojekt zur Erkundung von Identität, Erinnerung und kultureller Zugehörigkeit
30/06/2026
Durch kreatives Schreiben lädt dieses Projekt zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ein. Dabei wird das Innere nicht als stabiler, transparenter Raum verstanden, sondern als ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen, Brüchen, kulturellen Prägungen und Beziehungen. Das „Labyrinth des Ichs“ dient als zentrale Metapher für eine Identität, die sich ständig verändert, fragmentiert ist und in permanenter Wechselwirkung mit ihrem sozialen und kulturellen Umfeld entsteht.
Diese metaphorische Vorstellung steht in einem impliziten Dialog mit zentralen Denkfiguren des spanischsprachigen Kulturraums. Besonders in der essayistischen und philosophischen Tradition von Autorinnen und Autoren wie Octavio Paz und José Ortega y Gasset erscheint das menschliche Selbst als etwas Dynamisches, Relationales und historisch Gewordenes. Ortega y Gasset betont etwa die Idee des „Ich bin ich und meine Umstände“, während Octavio Paz in seinen Reflexionen über Identität, Sprache und Moderne die Vielschichtigkeit des Subjekts in einer fragmentierten Welt hervorhebt. In diesem Sinne wird das Labyrinth nicht als Problem verstanden, das es zu lösen gilt, sondern als Raum, der erkundet und bewohnt werden muss.
Die Schreibstationen
Das Projekt gliedert sich in mehrere Schreibstationen, die unterschiedliche Zugänge zur Selbstreflexion eröffnen:
Reflejos („Spiegelungen“) – In einem ersten Schritt setzen sich die Studierenden mit ihrer eigenen kulturellen Identität auseinander und reflektieren prägende Erfahrungen und Selbstbilder.
Huellas en mi ser („Spuren in meinem Sein“) – Hier stehen Menschen, Ereignisse oder kulturelle Erfahrungen im Mittelpunkt, die bleibende Spuren im persönlichen Werdegang hinterlassen haben.
Ellos allá („Sie dort“) – Im Rahmen von Interviews mit Studierenden der Universidad de Alicante entstehen Texte, die Begegnungen, Perspektiven und Erfahrungen der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner dokumentieren.
Die entstandenen Texte machen sichtbar, wie persönliche Identität stets in Beziehung zu anderen entsteht. Durch den Austausch und die Veröffentlichung der Arbeiten entsteht ein gemeinsamer Raum, in dem individuelle Erfahrungen eine kollektive Bedeutung gewinnen.
Veröffentlichung und Dokumentation
Alle Beiträge werden auf dem Projektblog veröffentlicht: Identidades 5 – Projektblog
Darüber hinaus ist die Erstellung eines Booklets geplant, das eine Auswahl der studentischen Arbeiten dokumentiert und die Ergebnisse des Projekts zusammenführt.
Projektteilnehmende
Ali Azimi, Marlene Bethkenhagen, Leticia Budweg, Sergio Casani Banacloig, Luis Felipe Escobar Salazar,Hannes Huber, Selin Kunac, Nadia Lesjak, Sophia Mähr, Daniel Sanz Garcia
Projektleitung: Dunia Barrera, Begoña Prieto Peral (Hochschule München)