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Hochschule im digitalen Zeitalter

Die Hochschule München will Digitalisierung mitgestalten (Foto: Vega/ Fotolia)
Die Hochschule München will Digitalisierung mitgestalten (Foto: Vega/ Fotolia)

[22|02|2015]

ProfessorInnen diskutierten die Herausforderungen der Digitalisierung für die HM

Welche strategischen Konsequenzen ergeben sich aus der anhaltenden Digitalisierung für die akademische Ausbildung und Forschung an Hochschulen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Anfang des Jahres Professorinnen und Professoren an der Hochschule München. In Impulsvorträgen und anschließenden Diskussionen beleuchteten sie das Thema aus der Perspektive unterschiedlicher Fachdisziplinen und Handlungsfelder. „Digitalisierung verstehen wir als Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Transformation, die durch den rasanten Fortschritt der Informations- und Kommunikationstechnik getrieben wird“, leitete Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Kreulich den Abend ein. Die Breite des Themas erfordert einen interdisziplinären Ansatz und genau deshalb ist gerade die Hochschule München mit ihrem breiten Fächerspektrum gefordert. „Die Hochschule kann und will die digitale Gesellschaft verantwortlich mitgestalten. Sie kann und will einen entscheidenden Beitrag für die zukünftigen Arbeitsmärkte liefern.“

 

Gesellschaftlicher Wandel

Prof. Dr. Klaus Sailer, Leiter des An-Instituts Strascheg Center for Entrepreneurship, stellte zur Diskussion, dass es in 20 bis 30 Jahren keine oder nur noch sehr wenige „geschlossene“ Unternehmen gäbe. Viele Unternehmensprozesse würden in zunehmendem Maß als Projektarbeiten existieren und durch Freelancer ausgeführt.

 

Auch die Hochschulen seien verpflichtet, sich den Herausforderungen einer gesellschaftlichen Veränderung durch Digitalisierung zu stellen, so Markus Kaufmann von der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften. Der Zugriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse sei in der heutigen Zeit so einfach wie nie zuvor, die Flut an Daten jedoch schwer zu bewältigen. Die Aufgabe der Hochschulen sei es daher, die Studierenden dazu zu befähigen, sich selbstständig Wissen anzueignen und das Lernen zu lehren.

 

Digital Literacy

Unter dem Titel „Neue Arbeitswelten“ thematisierte Prof. Dr. Holger Günzel das Voranschreiten der „digitalen Alphabetisierung“ der Arbeitswelt. Heute besitzen große Unternehmen bereits einen Chief Digital Officer, der digitale Themen im Unternehmen vorantreibe. Auch in der Hochschule bestehe der Handlungsbedarf, Prozesse zu digitalisieren und neue Geschäftsmodelle zu erproben.

 

Dies betreffe auch die Lehr-/Lernorte und Lehr-/Lernmittel, gab Prof. Dr. Andreas Berchtold vom ELC-Beirat zu bedenken. Die Digitalisierung der Lehre nur auf E-Learning zu begrenzen, sei zu kurz gedacht. Vielmehr müsse die Integration von digitalen Kompetenzen in die Curricula gefördert werden.

 

Chancen und Herausforderungen des digitalen Unternehmertums
Chancen und Herausforderungen des digitalen Unternehmertums
Technische Folgenabschätzung

Die Hochschule unterliegt nicht nur dem technischen Fortschritt, sie treibt ihn auch voran. Auf digitalen Plattformen und in einem Showroom, den alle Fakultäten mit ihren Innovationen befüllen, könnte in Zukunft interdisziplinär an Projekten gearbeitet werden, so Prof. Dr. Jochen Hertle, Professor für Entrepreneurship an der Fakultät für Informatik und Mathematik.

 

Themen, denen sich die HM in Zukunft ebenfalls stärker widmen werde, seien das Urheberrecht und die Privatsphäre im Netz, ergänzte Prof. Dr. Ulrich Möncke, Rechtsinformatiker und Datenschutzbeauftragter der HM. Ebenso wichtig ist nach seiner Einschätzung eine Debatte zur Verteilung der Digitalisierungsgewinne. Die Hochschule müsse einen kritischen Beitrag zur gerechten Verteilung liefern.

 

 

Wie geht es weiter?

In einer internen Abfrage hat sich gezeigt, dass die Fachgebiete von 169 Professuren der Hochschule München einen indirekten oder direkten Bezug zur Digitalisierung haben. Das Thema ist offenkundig bereits in der Hochschule angekommen. Nun muss es in Lehre, Weiterbildung und Forschung sichtbar werden und systematisch und vor allem interdisziplinär weiterentwickelt werden. Die Hochschulleitung wird dazu Initiativen entwickeln.

 

„Die Hochschule kann und will ihren Studierenden entscheidende digitale Kompetenzen mitgeben und damit unsere Gesellschaft und Wirtschaft stärken“, fasste Kreulich den Abend zusammen. „Dazu sind Anstrengungen für eine Weiterentwicklung von Lehrinhalten erforderlich. Fachspezifische IT-Kompetenzen genauso wie interdisziplinäre Kompetenzen zur Nutzung und Anwendung digitaler Konzepte sowie eine kritische Reflexion der Technologiefolgen sind für unsere interdisziplinäre Hochschule gleichermaßen relevant.“

 

lt

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