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Einen Blick in die Zukunft werfen

[20|03|2015]

Das Frühstudium gibt einen Einblick in die Welt der Studierenden und kann später sogar angerechnet werden

Elf Schülerinnen und Schüler haben es gewagt und sich unter die „Großen“ gemischt, um mit ihnen ein Semester lang zu studieren. Wählen konnten sie zwischen 37 verschiedenen Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales. Das Frühstudium hilft ihnen dabei, sich zu orientieren und die Hochschule näher kennenzulernen. Die dort erworbenen ECTS-Punkte können im zukünftigen Studium angerechnet werden.

 

Am Frühstudium teilnehmen können begabte SchülerInnen, deren Eltern und Schulen eine Teilnahme erlauben und die die Lehrveranstaltung gut in ihren Schulalltag integrieren können. Die Schülerinnen Essodong Koussetou und Sophie Scheingraber berichten von ihren Eindrücken.

 

HM: Wieso haben Sie sich genau diese Vorlesung ausgesucht?

 

Essodong Koussetou: Ich habe mich für die Vorlesung BWL entschieden, da ich seit der elften Klasse das Fach Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen habe und ich somit die Inhalte aus Schule und Studium kombinieren konnte.

 

Sophie Scheingraber: Schon bevor ich überhaupt meine Bewerbung für das Frühstudium abgeschickt habe, wusste ich, dass für mich nur ein geisteswissenschaftlicher Studiengang bzw. ein Studiengang in der Fakultät „Studium Generale“ infrage kommt. Technisch bin ich gar nicht begabt und auch in der Schule interessieren mich eher Fächer wie Geschichte und Sozialkunde. Als ich dann aus den Modulbeschreibungen eine Vorlesung ausgesucht habe, war ich auch Spanisch und Italienisch nicht abgeneigt. Dennoch habe ich mich für „Politik als Spiel?!“ entschieden, da mich politische Abläufe und Geschehnisse sehr interessieren.

 

Haben Sie sich schon entschieden, ob Sie später etwas in diesem Bereich studieren möchten?

 

Scheingraber: Leider weiß ich noch nicht genau, was ich später studieren möchte. Aus dieser Fülle von Studienangeboten fällt es sehr schwer, einen Studiengang auszuwählen. Dennoch tendiere ich zum Bereich Politikwissenschaften, was bedeutet, dass mein Frühstudium sehr gut zu meinen späteren Studienwünschen gepasst hat. Sehr gerne würde ich später jedoch im diplomatischen Dienst arbeiten, wofür auch das Studium einer Fremdsprache geeignet wäre.

 

Koussetou: Höchstwahrscheinlich ja, aber ich würde gerne einen Studiengang besuchen, der Sprachen und Wirtschaft kombiniert.

 

Konnte Ihnen das Frühstudium bei dieser Entscheidung weiterhelfen?

 

Koussetou: Auf jeden Fall, da ich die Möglichkeit hatte, mir selbst ein Bild von dem Studienfach zu machen. Zudem konnte ich mich persönlich mit den anderen Studenten unterhalten, sodass ich ihre Erfahrungen mitbekommen habe.

 

Scheingraber: Auf jeden Fall hat mir das Frühstudium einen gelungenen Einblick in politische Vorgehensweisen ermöglicht und ich kann durchaus sagen, dass meine Zeit an der Hochschule München das Interesse an einem Studium im Bereich Politik noch mehr geweckt hat. Dadurch, dass wir ein hochschulinternes Thema für unser Planspiel gewählt haben, nämlich „Internetfreie Hochschule – Ja/Nein“ haben wir nur bedingt deutschlandweite bzw. internationale Brennpunkte gestreift, was aber den Einblick in politische Handlungsmuster überhaupt nicht eingeschränkt hat.

 

Was hat Ihnen am Frühstudium am besten gefallen?

 

Koussetou: Der Austausch mit den „normalen“ Studenten und das Lerncoaching, das am Anfang vom Semester für die Frühstudenten stattgefunden hat. Dadurch habe ich viel Interessantes erfahren und konnte mich neu motivieren lassen.

 

Scheingraber: Am Frühstudium hat mir am besten gefallen, dass man real und hautnah am Hochschulleben teilhaben konnte. Man erfährt, wie Dozenten und Professoren unterrichten und man lernt die Unterschiede zum Schulleben kennen. Studenten arbeiten beispielsweise viel selbstständiger und haben viel mehr Freiraum. Sozusagen schon einmal einen Blick in die Zukunft werfen zu dürfen, fand ich sehr spannend und es hat viel Spaß gemacht.

 

Die SchülerInnen mit HM-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann
Die SchülerInnen mit HM-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann
Was hat Ihnen an Ihrer Vorlesung am besten gefallen?

 

Scheingraber: Das absolute Highlight meiner Vorlesung war natürlich die Planspielaufführung. Zusammen mit einem anderen Seminar haben wir die Rollen an die Teilnehmenden verteilt und einfach angefangen zu spielen – ohne zu wissen, wie sich die Rollen entwickeln und wie es ausgehen wird. Es war schon ein Sprung ins kalte Wasser, aber gerade das war ja so spannend. Wir haben uns alle sehr gefreut, dass sich der Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Kreulich die Zeit genommen hat, bei unserem Planspiel mitzuspielen, was dem Ganzen noch ein Stück mehr Realität gegeben hat. Aber nicht nur der Abschluss des Seminars, sondern auch die Ausarbeitung des Szenarien, der Rollenprofile und der Strategie hat sehr viel Spaß gemacht und wir alle konnten daraus durch das Erlernen und Trainieren wichtiger Kompetenzen profitieren.

 

Koussetou: Am meisten gefallen hat mir, dass ich die Vorlesung mit dem bereits Gelernten aus der Schule verbinden konnte. Außerdem habe ich viel von dem Dozenten und den Studenten dazugelernt, weil schon einige Kommilitonen praktische Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt haben.

 

Wie haben Sie sich als HM-Studentinnen gefühlt?

 

Koussetou: Am Anfang war es ein wenig ungewöhnlich, da ich im Gegensatz zu den anderen Studenten etwas jünger war. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt, weil ich sehr gut aufgenommen wurde. Zudem war ich überrascht, welche Vorteile man als Studentin hat – wie zum Beispiel das günstigere MVV-Ticket oder der Bibliotheksausweis.

 

Scheingraber: Als HM-Studentin ist man sich sehr erwachsen vorgekommen. Für einige Nachmittage nicht mehr die Schulbank zu drücken, sondern in das „richtige“ Studentenleben einzutauchen, war eine großartige Erfahrung. Als ich zusammen mit einer weiteren Frühstudentin des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums am Anger zur Einführungsveranstaltung gegangen bin und uns ein Student gefragt hat, ob wir uns auch immatrikulieren wollen, haben wir uns schon wie echte Studentinnen gefühlt.

 

Das nächste Frühstudium findet voraussichtlich im Wintersemester 2015/16 statt.

 

Louisa Tomayer

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