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Gemeinschaft und regionale Vielfalt

Verkauf von
Verkauf von "Ugly Fruits" am Campus Pasing (Foto: Sven Stinner)

[15|09|2015]

Das Forschungsprojekt nascent untersucht alternative Lebensmittel-Wirtschaftsformen

Bio-Lebensmittel sowie regional und fair produzierte und gehandelte Produkte besitzen immer noch einen geringen Marktanteil. Damit eine nachhaltige, sozial- und umweltverträgliche Lebensmittelversorgung dauerhaft gewährleistet werden kann, müssen sich die Produktion und der Handel mit Lebensmitteln umfassend wandeln.

 

 

 

Gegenwärtige Probleme der Lebensmittelproduktion sind unter anderem steigende Lebensmittelpreise, Verlust der Biodiversität, Überdüngung und Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen. In diesem Kontext haben sich in den letzten Jahren zahlreiche und sehr unterschiedliche regionale Unternehmen und Selbstversorgungsinitiativen gegründet, die das Ernährungssystem nachhaltiger, ökologischer und sozial gerechter gestalten wollen.

 

Potenziale neuer Wirtschaftsformen untersuchen

Das Forschungsprojekt nascent an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Cordula Kropp und Sven Stinner untersucht Unternehmen und Initiativen der Ernährungswirtschaft, die regionale Vielfalt und Selbstversorgung fördern, beispielswiese Urban-Gardening-Projekte, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, Solidarische Landwirtschaften, Manufakturkooperativen und regionale Ernährungsnetzwerke. Im Fokus des Forschungsprojekts stehen die Innovations- und Diffusionspotenziale dieser Organisationen.

 

Gartendeck Hamburg (Foto: anstiftung & ertomis)
Gartendeck Hamburg (Foto: anstiftung & ertomis)

 

Eine zentrale Frage ist, wie diese neuen Wirtschaftsformen charakterisiert werden können und wie ihre Rolle im Ernährungssektor einzuschätzen ist. Können solche kleinen Initiativen Treiber einer nachhaltigen Veränderung des Ernährungssystems werden und sowohl ein gesellschaftsorientiertes Unternehmertum, soziale Innovationen als auch die Verbreitung neuer Nachhaltigkeitsstandards anregen? Welche Hemmnisse und Unterstützungsbedarfe lassen sich identifizieren, um neuartige Wirtschaftsformen voranzutreiben und zu stabilisieren? Wie ist der Beitrag dieser Initiativen als Transformationspioniere einzuschätzen, wie sind die bestehenden sozio-technischen Regime für neuartige Problemlösungsansätze zu öffnen und wie ist mittels der Verbreitung alternativer Handlungsansätze auch der Mainstream zu verändern?

 

Beitrag zum Wandel des Ernährungssystems

Die Erkenntnisse zu diesen und weiteren Fragen zu Entwicklungs- und Verbreitungsmöglichkeiten der neuen Wirtschaftsformen, die auch die Interessen der beteiligten Praxis- und Transferpartner aufgreifen, werden zielgruppenspezifisch für unterschiedliche Akteure aufbereitet und sollen zur Verbreitung und Förderung einer Transformation des Ernährungssystems hin zu nachhaltigen Praktiken beitragen.

 

Das dreijährige Projekt läuft bis 2018 und wird durch die Hochschule München, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis gGmbH durchgeführt.

 

Einige Initiativen wurden bereits beim ersten Treffen aller Praxis- und Transferpartner des Projektes in Kassel im Juli 2015 vorgestellt. Die Details finden Interessierte im ausführlichen Bericht als PDF.

 

Maike Hannen

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