News

Blaulicht für den Lernerfolg

[15|02|2016]

Erfolgreiche Promotion über die Auswirkungen von Licht und Raumklima auf die Leistungsfähigkeit

Manuel Winkler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Versorgungs- und Gebäudetechnik, schloss im Januar erfolgreich seine Promotion ab. Seine Doktorarbeit „Analyse subjektiver Erhebungsdaten einer Licht- und Raumklimastudie in einer Bildungseinrichtung“ behandelt die Frage, wie sich blau angereichertes Kunstlicht auf die Aufmerksamkeit von Studierenden auswirkt. Betreut wurde er von Prof. Dr. Werner Jensch (Fakultät für Versorgungs- und Gebäudetechnik, Verfahrenstechnik Papier und Verpackung, Druck- und Medientechnik) und Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Technische Universität München.

 

Ergebnisse der Licht- und Klimastudie

Vor dem Hintergrund des durch das BMWi-geförderten Projekts „Energieeffiziente Schulen“, bei dem mehrere Schulen für eine energetische Verbesserung umgebaut und saniert werden, entstand das Forschungsvorhaben. Mit dem Wissen, dass der Blauanteil im Sonnenlicht die Aufmerksamkeit beeinflusst, werden Kunstlichtlampen mit einem höheren Blauanteil entwickelt und Forschungen durchgeführt, die deren Effekt messen sollen. Da das Raumklima die Leistungsfähigkeit zudem bedingt, bezog Herr Winkler die Temperatur und den Kohlenstoffdioxidgehalt im Raum ein.

 

In einem Hörsaal der Hochschule – entsprechend umgebaut und mit blau angereichertem LED-Licht ausgestattet – führte er verschiedene Tests und Messungen durch. „Das Kohlenstoffdioxid und die Temperatur im Raum haben Auswirkungen auf die studentische Leistungsfähigkeit. Der Fensteranteil ist ausschlaggebend dafür, ob sich Kunstlicht mit einem höheren Blauanteil auszahlt. Denn die Beleuchtungsstärke von Tageslicht ist bisweilen um 300 Prozent größer als die des Kunstlichts, daher bietet sich dieses Kunstlicht in fensterlosen Räumen an“, fasst Manuel Winkler seine Ergebnisse zusammen.

 

Veränderte Lichtverhältnisse im Hörsaal (Foto: Manuel Winkler)
Veränderte Lichtverhältnisse im Hörsaal (Foto: Manuel Winkler)

 

Erfahrungen im Kooperativen Graduiertenkolleg KGk.

Das kooperative Graduiertenkolleg „Gebäudetechnik & Energieeffizienz “(KGk.), gefördert durch das bayerische Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, ist ein thematisches Graduiertenzentrum verschiedener Fachbereiche der Hochschule München und der Technischen Universität München. Die teilnehmenden DoktorandInnen haben hierbei die Möglichkeit, das eigene Qualifikationsprofil durch den zusätzlichen Erwerb von Fachwissen sowie Aneignung überfachlicher Kompetenzen zu erweitern. Neben verschiedenen Vorlesungen und Veranstaltungen, die die PromovendInnen besuchen, ist der Austausch mit anderen WissenschaftlerInnen von besonderer Bedeutung. „Das Graduiertenkolleg ist eine gute Einrichtung, die einem auch Türen öffnet. Der Auslandsaufenthalt in Oxford, bei dem ich mit NeurowissenschaftlerInnen zusammengearbeitet habe, die mithilfe von Hirnscans die biologische Wirkung von Licht auf den Menschen erforschen, war sehr spannend. Aber auch die Präsentation meiner Forschungsarbeit auf einer Fachkonferenz in Los Angeles war ein Highlight“, resümiert der Versorgungstechniker.

 

Wie es als Doktor weitergeht

Dieses Jahr wird das Projekt „Energieeffiziente Schulen“ abgeschlossen, weshalb sich Winkler um finale Auswertungen und Veröffentlichungen kümmert. Mit dem Forschungsthema seiner Doktorarbeit will er sich auch zukünftig beschäftigen: „Wir überlegen gerade, ein neues Projekt auf die skandinavischen Länder auszurichten. Auch wenn es dort in den Bildungseinrichtungen Fenster gibt, ist es durch die langen Winter meistens dunkel. Das wäre ein spannender Ansatzpunkt für weitere Forschungen.“

 

 

Patricia Konrad

NEWSARCHIV

Berichte und Informationen rund um die Hochschule München

Veranstaltungen

Vorträge, Tagungen, Events an der Hochschule München