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Einmal ins All und zurück

[20|05|2016]

Wie sich die Firma eutelsat mit der HM um eine neue Technik für Satelliten bemüht

„Wenn Sie mit einer Antenne in den Himmel sehen, dann ist es für die Antenne gar nicht so einfach zu unterscheiden – meine ich den Satelliten oder einen anderen“. Prof. Dr. Georg Strauß von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik erklärt die Entwicklung der Satelliten, von den Anfängen bis zum heutigen Stand.

 

Nur so lässt sich nachvollziehen, was für ein Wunderwerk da auf den Dächern geschieht, wenn Fernsehzuschauer problemlos ihr Gerät benutzen können – ohne, dass es im Äther zu Komplikationen führt. Weil aber die Daten-Bandbreite, die man für die Satellitenkommunikation im All anbieten möchte, immer größer wird bzw. werden soll, ist die Firma eutelsat einen Forschungs- und Entwicklungsvertrag mit der HM eingegangen, der nun verlängert wurde: Man will eine bereits in der Vergangenheit gemeinsam erprobte neuartige Technik weiter ausbauen.

 

Parabolisch?

„Eine Parabolantenne kann eigentlich eine unglaubliche Bandbreite verarbeiten“, betont Prof. Strauß, „das Prinzip nach dem so eine Antenne funktioniert ist Geometrie, also Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Wenn die Oberfläche ganz glatt wäre, dann könnte man sogar optische Signale bearbeiten“. Die Low-Noise-Blocks (LNB), sogenannte Rauscharme Signalumsetzer beschränken allerdings bisher die große Bandbreite der Antennen. So werden zwar viele Daten in das All zu den Satelliten gesendet – um diese zu empfangen, bräuchten die NutzerInnen aber bislang zwei Parabolantennen.

 

Eine Möglichkeit für die Firmen wäre nun LNBs zu entwickeln, die mehr Daten verarbeiten können über eine höhere Bandbreite – da sei aber momentan nichts in Sicht, meint Prof. Strauß: „Deshalb haben wir an der HM eine frequenzselektive Platte entwickelt, die folgendes macht: die höheren Frequenzen gehen durch die Platte durch und die niederen Frequenzen werden reflektiert“. Das bedeutet, dass die Nutzenden nur zwei LNBs, die noch dazu kostengünstig sind, vor ihrer Parabolantenne montieren müssen: den alten für den bisherigen Frequenzbereich und einen neuen für die neue Bandbreite.

 

Die neue alte Platte

Die frequenzselektiven Platten gab es bereits, sie wurden bisher vor allem in großen Gateway-Antennen mit gering divergentem Strahlengang eingesetzt. Die Vorteile dieser aus FR-4 hergestellten Platten sind: dass sie sehr günstig sind und dass man die Platten so entwickelt, dass die Strahlen in sehr unterschiedlichen Winkeln durch diese dringen können und damit erstmals auch für Parabolantennen für den Hausgebrauch geeignet sind.

 

Im Forschungsprojekt soll nach dem Transmissionsverhalten nun vor allem das Reflexionsverhalten verbessert werden, wie Prof. Georg Strauß erläutert: „Die Antenne hat jetzt einen Durchmesser von 90 Zentimetern – das reflektierte Signal hingegen sieht so aus, als ob es von einer Antenne käme, die 60 Zentimeter Durchmesser hat, also werden wir jetzt optimieren“.

 

Darüber hinaus soll das Projekt dazu beitragen, dass auch die höheren Frequenzen reflektiert werden, die mittlerweile von den Haushalten immer gefragter sind – also die Entwicklung von genau dem Umkehrstück zu den bisherigen Platten, bei denen die höheren Frequenzen passierten und die niederen reflektierten.

 

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.

 

 

Sara Magdalena Schüller

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