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"Ein Präsident zum Anfassen"

[30|09|2016]

Prof. Dr. Michael Kortstock übergab sein Amt feierlich dem neuen Präsidenten Prof. Dr. Martin Leitner

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages begleiteten die rund 500 geladenen Gäste aus Politik, Wissenschaft und den Hochschulen Deutschlands in den Festsaal im roten Würfel. Sie waren gekommen, um den, nach acht Jahren Amtszeit scheidenden, Präsidenten Michael Kortstock zu verabschieden und den zukünftigen Präsidenten Martin Leitner kennenzulernen.

 

„Hohen Respekt vor dieser Lebensleistung“, zollte Amtschef Dr. Peter Müller vom Wissenschaftsministerium – in Vertretung von Dr. Ludwig Spaenle – Kortstocks Engagement für die Hochschule. Nie habe er den „schnellen, punktuellen oder plakativen Erfolg“ gesucht. Vielmehr habe er daran gearbeitet, dass die „gesamte Hochschule besser wird und nach vorne geht“. Als Stationen Kortstocks erfolgreicher Arbeit nannte Müller etwa die Umsetzung der Studienbeiträge und des doppelten Abiturjahrgangs, den „Masterplan 2030“ sowie zahlreiche Bau- und Sanierungsprojekte. Das „wohlbestellte Haus“ lasse für den künftigen Präsidenten Martin Leitner aber noch Herausforderungen offen.

 

Stimmen aus der Hochschule

Dr. Reinhard Wieczorek, Vorsitzender des Hochschulrats sprach von „acht Jahren Zusammenarbeit in bester Atmosphäre“, in denen er den Präsidenten als engagiert, empathisch und konstruktiv kennengelernt habe. Einblick in die internationalen Aktivitäten der Hochschule und die zahlreichen Reisen Kortstocks gab Prof. Dr. Ute von Lojewski, Präsidentin der FH Münster und stellvertretende Vorsitzende der UAS7 .

 

Mit „Menschlichkeit“, „gelebter Souveränität“ und „enormem persönlichem Einsatz“ charakterisierte Prof. Dr. Rainer Seck, DekanInnensprecher der Hochschule, Kortstock in seiner Zusammenarbeit mit den DekannInnen. Prof. Dr. Christiane Fritze, eine der drei VizepräsidentInnen neben Prof. Dr. Klaus Kreulich und Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann, sprach davon, dass das Führungsteam mit Kortstock auch schwierige Zeiten bewältigen musste: „Zusammen sind wir über uns hinausgewachsen“. Kanzler Dr. Kai Wülbern beschrieb Kortstock als einen „Präsidenten zum Anfassen“, der eine „Kultur der Wertschätzung“ an der Hochschule etabliert habe. Vor allem das „Gespann Kanzler-Präsident hat außerordentlich gut funktioniert“, so Wülbern.

 

Prof. Dr. Theodor Schmitt gestaltete den musikalischen Rahmen: Neben Auftakt und Abschluss durch ein Bläserensemble des Orchesters der Hochschule präsentierte er mit dem Chor der Hochschule eine Auswahl internationaler Abschiedslieder. Klänge, die „unter die Haut gingen“ wie Ursula Heller, die Moderatorin der Feier, es ausdrückte.

 

Präsident Kortstock verabschiedet sich

Kortstock selbst bedankte sich bei Wegbegleitern und KollegInnen. Seine Arbeit sei eine „Teamleistung mit dem Rest der Hochschule“, eine seiner Prämissen ein wertschätzender Umgang „mit allen Menschen an der Hochschule“ gewesen.

Mehr Zeit für sich, seine Hobbys und seine Familie, gab er als Gründe an, warum er sich keiner weiteren Wahl mehr gestellt habe. Persönliche Höhepunkte seien die „Trambahnlinie mit eigner Haltestelle“ oder die Auszeichnung der Hochschule als „EXIST-Gründerhochschule“ gewesen.

 

Kortstock bedankte sich für die großzügige Unterstützung der Hochschule bei der Familie Strascheg. Seine Aussicht jetzt: „Mein ganzes Leben neu gestalten.“ Kortstock wird wieder als Professor an der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeug- und Flugzeugtechnik lehren. Seinem Nachfolger wünschte der scheidende Präsident die „gleiche Unterstützung durch die Hochschule München und die Partner aus der Wirtschaft“ und „eine glückliche Hand“.

 

Eine Vorschau des künftigen Präsidenten Martin Leitner

Eine Kaffeemaschine an der Cambridge University, deren Füllstand für die Mitarbeiter 1993 erstmals live im Netz einzusehen war, um festzustellen, ob der Weg zur Kaffeemaschine lohnte – für den künftigen Präsidenten Martin Leitner eine Metapher für eine der großen Herausforderungen seiner Amtszeit: Die fortschreitende Digitalisierung von Gesellschaft und Hochschulen.

 

Studierfähigkeit, von den Hochschulen künftig erst herzustellen, autodidaktisches Lernen überall und zu jeder Zeit. Hochschulen, die forschten wie Universitäten, Universitäten, die in punkto Lehre zu den Hochschulen aufholten und ein Promotionsrecht, das an Forschungsstärke gebunden sein werde – in dieser Hochschullandschaft der Zukunft möchte Leitner die Hochschule München positionieren.

 

Die Unterschiede zwischen Hochschultypen sieht Leitner schwinden, die neuen Grenzen quer zu den Hochschultypen verlaufen: Forschungs- oder Lehrprofessur, anstatt Uni- oder FH-Professur. Und die Bewertung von Abschlüssen nach dem Renommee der jeweiligen Hochschule – wie auf dem internationalen Markt – werde immer maßgeblicher.

 

Gegen eine „neue Unübersichtlichkeit“ möchte Leitner die Hochschule München mit einem klaren „Kern“ von Lehre, Forschung und Wirtschaft neu profilieren. Die Studierenden stehen in dieser Vision nicht außerhalb, sondern sind für Leitner „Teil der Mannschaft des Schiffs Hochschule München“. „Lectures to go” – analog zum „Coffee to go“ –, für den neuen Präsidenten keine ferne Vision, sondern absehbare Realität.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

 

 

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