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(31/20) Acht Studierende der Hochschule München testen 3D-Druckverfahren in der Schwerelosigkeit des Parabelflugs für das All

Fertigung von Satelliten- oder Antennenbauteilen direkt im All: Das studentische Team AIMIS-FYT testet seine Verfahren im Parabelflug (Foto: Torben Schaefer)
Fertigung von Satelliten- oder Antennenbauteilen direkt im All: Das studentische Team AIMIS-FYT testet seine Verfahren im Parabelflug (Foto: Torben Schaefer)

[06|11|2020]

Komponenten für die Raumfahrt werden heute auf der Erde entwickelt, getestet und produziert. Trägerraketen transportieren diese ins All. Die Kosten dafür sind immens, die Komponenten während des Starts erheblichen Belastungen ausgesetzt. Ein studentisches Team der Hochschule München forscht im Rahmen des FlyYourThesis!-Programms der Europäischen Weltraumagentur (ESA) an einem Fertigungsverfahren für das All. Beim Parabelflug testeten sie ihr Verfahren unter Realbedingungen.

 

Unter dem Projekttitel „AIMIS-FYT“ arbeitet ein achtköpfiges studentisches Team des Studienganges Luft- und Raumfahrttechnik an der Hochschule München an einer effizienten Fertigungstechnik für die Raumfahrtindustrie. Das Akronym AIMIS steht für „Additive Manufacturing In Space“ und beschäftigt sich mit einem spezifischen 3D-Druckverfahren, um beispielsweise Solarpaneelen oder Antennen unter Bedingungen der Schwerelosigkeit direkt im Weltraum herzustellen. Im Rahmen des ESA-Parabelflugs hatten sie 22 Sekunden Zeit, um ihre Experimente unter Bedingungen der Schwerelosigkeit zu testen.

 

Komponentenproduktion durch 3D-Druck im All

Ziel des Projekts ist es, Techniken zu entwickeln, um für die Raumfahrt notwendige Elemente direkt im All herzustellen. Statt eines Schicht-für-Schicht Drucks, wie er bei herkömmlichen 3D-Druckern üblich ist, werden die Komponenten unmittelbar durch die dreidimensionale Bewegung des Druckkopfes erzeugt. Mit einem photoreaktiven Harz, das aus dem Druckkopf durch eine Düse gedrückt wird und unter Bestrahlung mit UV-Licht aushärtet, werden Bauteile für die Raumfahrttechnik produziert. Diese Technologie wird auch als „In-Situ Manufacturing“ bezeichnet und ermöglicht eine effiziente und agile Produktion vor Ort. Das Harz ist leicht und die Transportkosten dadurch reduziert, die Belastungen der Bauteile während des Raketenstarts entfallen. „Mit dem Projekt AIMIS-FYT haben wir die Möglichkeit, die Zukunft der Raumfahrt aktiv mitzugestalten.“ erklärt Michael Kringer, Projektleiter des AIMIS-FYT-Teams. Prof. Dr. Markus Pietras, Raumfahrtdozent der Fakultät 03, ergänzt: „Das AIMIS-Team hat eine ausgesprochen interessante Technologie entwickelt, die uns neue Möglichkeiten in der Konstruktion von Raumfahrtsystemen eröffnen könnte. Besonders beeindruckt hat mich dabei das äußerst strukturierte und wissenschaftliche Vorgehen des Teams. Das ist wirklich angewandte Forschung auf hohem Niveau!“

 

Parabelflug: 3D-Verfahren in Schwerelosigkeit testen

Mit der Auswahl für das FlyYourThesis!-Programm ging AIMIS in die Testphase: Bei drei Parabelflügen mit jeweils 30 Parabeln erprobte das Team ihr Verfahren unter Einfluss der Schwerelosigkeit. Für jeweils 22 Sekunden sollten vier grundlegende 3D-Druckoperationen vom AIMIS-FYT-Team durchgeführt werden.

 

AIMIS-FYT besteht aus den Studierenden Michael Kringer, Torben Schaefer, Christoph Böhrer, Moritz Frey, Fabian Schill, Julius Frick, Manuel Kullmann und Maximilian Strasser. Betreuer ist Prof. Dr. Markus Pietras, Leiter des Masterstudiengangs Luft- und Raumfahrttechnik an der Fakultät Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik.

 

Gern vermitteln wir einen Interviewtermin mit den Studierenden und Prof. Dr. Markus Pietras.

 

Kontakt: Christiane Taddigs-Hirsch unter presseinfo@hm.edu oder T 089 1265-1911.

 

Weitere Informationen: Hintergrundinformationen zu Projekt und Team sind auf den AIMIS-Webseiten einzusehen.

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