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(01/21) Kalkablagernde Bakterien: Aus Staub wird Gestein

Doktorand Frédéric Lapierre konnte das Bakterienwachstum deutlich verbessern (Foto: Johanna Weber)
Doktorand Frédéric Lapierre konnte das Bakterienwachstum deutlich verbessern (Foto: Johanna Weber)

[28|01|2021]

Forscher der Hochschule München untersuchten spezielle, stäbchenförmige Bakterien, die durch Biomineralisation unter anderem Betonbauten instand halten können.

 

Die Bakterienart Sporosarcina pasteurii ist in der Lage, durch ihren Stoffwechsel das Mineral Kalk auf Oberflächen abzulagern. Dieses Phänomen kann auf verschiedene Weise genutzt werden, zum Beispiel für die Rissheilung im Beton, zur Staubkontrolle im Tagebau oder zur Fixierung von Schwermetallen in Böden, sodass diese nicht in das Grundwasser gelangen können. Im interdisziplinären Forschungsprojekt MicrobialCrete konzentriert sich das Team um Professor Dr. Robert Huber und Doktorand Frédéric Lapierre von der Hochschule München unter anderem auf die Erforschung des Nährstoffbedarfs des Mikroorganismus, um die Kultivierung zu optimieren und es somit effizienter einsetzen zu können.

 

Ungefährlich und weltweit verbreitet

Das Bakterium S. pasteurii wird in der Forschung und in ersten Praxisfällen der Biozementierung eingesetzt. Der Mikroorganismus kommt natürlicherweise in Böden auf der ganzen Welt vor und ist für den Menschen ungefährlich. Für die genannten Anwendungen ist der Einsatz von Bakterien im Vergleich zu etablierten Methoden umweltfreundlicher, denn er basiert überwiegend auf nachhaltigen Rohstoffen.

 

Mehr Bakterienbiomasse durch effizientere Kultivierung

Trotz der weltweiten Verbreitung des Bakteriums ist es immer noch ein Exot in der Bioverfahrenstechnik. Bisher gab es zu wenige Erkenntnisse über eine effiziente und kostengünstige Kultivierung. In ihrer aktuellen Studie dokumentieren die Wissenschaftler um Frédéric Lapierre die Steigerung der Produktion der Mikroorganismen um das Fünffache im Vergleich zu publizierten Bioprozessen. Das dabei eingesetzte Verfahren ist in den Nährmedienkosten dagegen nur 4 Prozent teurer.

 

Erstmalig gelang den Forschenden die genaue Bestimmung der Nährstoffanforderungen der Bakterien. Sie verwendeten dafür eine Hochdurchsatz-Kultivierungsplattform mit Online Monitoring. Lapierre erläutert: "Wir haben gängige Nährmedien zur Zucht der Bakterien mit speziellen Nährstoffen ergänzt, um diesen Fortschritt zu erzielen. Durch die gesunkenen Herstellungskosten wollen wir einen wichtigen Beitrag zur Industrialisierung der Biozementierung schaffen, um nachhaltige Anwendungen in der Bauindustrie und der Umwelttechnik zu etablieren."

 

Gerne vermitteln wir einen Interviewtermin mit Frédéric Lapierre und Prof. Robert Huber oder lassen Ihnen vertiefende wissenschaftliche Informationen zur Studie zukommen.

 

Kontakt: Ralf Kastner unter presseinfo@hm.edu oder T 089 1265-1922.

 

Weitere Informationen: Interessierte finden die komplette Open-Access-Studie auf der Seite des Verlags Nature Research .

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