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Promotion hat Potenzial

Galina Gostrer promoviert und arbeitet an der Hochschule München (Foto: Johanna Weber)
Galina Gostrer promoviert und arbeitet an der Hochschule München (Foto: Johanna Weber)

[07|05|2021]

HM-Nachwuchswissenschaftlerin Galina Gostrer im Interview

 

Galina Gostrer promoviert im Bereich der Interkulturellen Kommunikation an der Fakultät für Studium Generale und Interdisziplinäre Studien. Das Fachgebiet ist interdisziplinär, somit hat die Promotion Berührungspunkte mit Linguistik, Kommunikations- und Sozialwissenschaften. In ihrer Dissertation beschäftigt Goster sich mit Verständigungsstrategien in globalisierten Arbeitskontexten. Im Fokus steht die Frage, wie und warum Verständigung trotz Herausforderungen wie beispielsweise Sprachbarrieren, kommunikativer Unterschiede oder technischer Vermittlung funktioniert. Die Promotion erfolgt in Kooperation mit dem Promotionszentrum der Hochschule Fulda.

 

HM: Ist es ein Stück weit auch Ihre persönliche Geschichte, die Sie zu dem Thema Interkulturelle Kommunikation gebracht hat?

Galina Gostrer: Definitiv. Ich bin als Zehnjährige mit meiner Familie nach Deutschland gekommen und habe deshalb früh gelernt, wie wichtig Kommunikation ist und wie schwierig der Alltag sein kann, wenn man die Gepflogenheiten eines Landes nicht kennt, ganz zu schweigen von der Sprache. Deshalb hatte ich ziemlich schnell den Wunsch zu vermitteln. Als Kind passt man sich ja seiner Umgebung schneller an als die Eltern, so wurde ich automatisch zur Sprach- und Kulturvermittlerin. Später habe ich diese Kompetenz auch beruflich umgesetzt: Als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, durch mein Masterstudium der Interkulturellen Kommunikation und auch als Dozentin für interkulturelle Themen. Hier habe ich z. B. geflüchtete Menschen bei ihrer Integration begleitet und SozialarbeiterInnen auf die Arbeit mit Geflüchteten vorbereitet.

 

Wann und warum ist der Entschluss in Ihnen gereift, zusätzlich zu Ihrem Studium eine Promotion machen?

Ich habe während meines Masterstudiums gemerkt, wie sehr mich das Fachgebiet begeistert und erfüllt. Die Atmosphäre an der Fakultät hat mich so beflügelt, dass ich immer neue Fragestellungen hatte, die ich unbedingt verstehen wollte. Da das Studium berufsbegleitend war, habe ich auch gelernt, meine Zeit und Energie bestmöglich einzuteilen. Bereits während meines Studiums hatte ich einen kleinen Lehrauftrag an der Fakultät und bin dann gleich als Referentin für den Masterstudiengang geblieben. Nach dem Studium hatte ich aber das Bedürfnis, dieses getaktete Leben und somit meine Komfortzone zu verlassen. Also bin ich für ein Jahr als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache nach China. Das war sehr gut für mein Selbstbewusstsein: Wenn man sein Konto ohne jegliche Sprachkenntnisse eröffnen und auflösen kann, erscheinen „normale“ Alltagsprobleme ganz unbedeutend. Gegen Ende des Jahres in China wusste ich, es ist Zeit für die Promotion.

 

Welche finanzielle und anderweitige Unterstützung haben Sie bei Ihrer Promotion erhalten?

Ich bin an meiner Fakultät als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Teilzeit angestellt, somit muss ich mir vorerst keine Gedanken um die Finanzierung machen. Fachlich stehen mir meine Doktormütter immer zur Seite und motivieren mich auch, wenn es sein muss. Außerdem nehme ich im laufenden Semester auch am HM-internen Mentoringprogramm Meant4Science teil, das sich an weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs richtet. Hier hat die Koordinatorin Frau Dr. Manuela Tischler ein tolles Programm auf die Beine gestellt und nochmal ein extra Netzwerk geschaffen.

 

Welche Tipps haben Sie für andere Nachwuchswissenschaftlerinnen, die promovieren wollen?

Einfach trauen. Ich habe lange überlegt: „Schaffe ich das überhaupt?“ Aber seit ich in meinem Thema drin bin, ist die Freude am Forschen um ein Vielfaches stärker als meine Zweifel. Natürlich sind auch praktische Dinge wie Finanzierung und Zeitmanagement wichtig. Weil ich meinen Master berufsbegleitend absolviert habe, wusste ich, dass auch eine Promotion neben dem Beruf möglich ist, aber das wollte ich nicht noch weitere drei, vier oder fünf Jahre machen. Also stand für mich fest, ich möchte eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin und dann habe ich mich auf entsprechende Stellen beworben. Zum Glück hat das geklappt! Ich habe zwar weiterhin Respekt vor diesem großen Projekt, vor allem vor der Verschriftlichung im letzten Drittel. Aber um es mit den Worten von Frau Prof. Katharina von Helmolt, meiner Doktormutter an der HM, zu sagen: „Es ist ein Job wie jeder andere. Man sollte ihn nicht zu hoch hängen.“

 

 

Das Interview führte Ralf Kastner

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