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(15/21) Frauen in MINT-Studiengängen: Mit Mentoring zum Erfolg

Der Frauenanteil in MINT-Fächern steigt, aber zu langsam (Bild: BMBF)
Der Frauenanteil in MINT-Fächern steigt, aber zu langsam (Bild: BMBF)

[31|05|2021]

Wie können Hochschulen und Universitäten mehr junge Frauen für MINT-Studiengänge begeistern und zu einem erfolgreichen Abschluss führen? Fast alle Einrichtungen bieten Projekte zur Steigerung des Frauenanteils in den MINT-Fächern an, doch über deren Effektivität ist meist wenig bekannt. Wissenschaftlerinnen der Hochschule München haben nun Leitfäden entwickelt, die Projektverantwortlichen die Evaluation ihrer Maßnahmen ermöglichen, um so langfristig mehr Wissen über die Effekte der Maßnahmen zu generieren und die Angebote zielgerichtet weiterzuentwickeln.

 

München, 31. Mai 2021 – Die Vielzahl von Initiativen im Bildungsbereich, um den Anteil von Frauen an den MINT-Berufen zu erhöhen, scheinen Effekte zu zeigen. Die Zahl der weiblichen Studierenden in den MINT-Fächern ist in den vergangenen Jahren gestiegen. In Mathematik und Chemie sind sogar bereits 50 Prozent der Studierenden Frauen. In anderen Fächern, wie der Elektrotechnik, gibt es dagegen immer noch erheblichen Nachholbedarf. Wie effektiv sind also die Mittel, die in Mentoring-Programme in diesem Bereich fließen, angelegt?

 

Die Autorinnen der Leitfäden Prof. Dr. Elke Wolf und Stephanie Brenning von der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule München, zeigen in einer Meta-Evaluation, dass die meisten Evaluationen vorwiegend Fragen zur Zufriedenheit der Teilnehmerinnen am Ende des Projekts stellen. Dadurch können jedoch keine Aussagen über die Effekte der MINT-Projekte getroffen werden. Diese Vorgehensweise verwundert nicht, da die Ressourcen für die Organisation dieser Projekte oft sehr knapp sind und die Fragestellung der Effektivität sehr komplex ist. Projektleiterin Wolf erläutert das Dilemma: "Evaluationsmethoden aus dem Lehrbuch können leider nicht so einfach auf die Praxis übertragen werden." Wie evaluiert man also ein Projekt, deren langfristige Wirkung sich vielleicht erst mehrere Jahre später offenbart?

 

Handbücher zur Evaluation von Mentoring-Programmen

Im BMBF-geförderten Projekt "MINT-Strategien 4.0 - Strategien zur Gewinnung von Frauen für MINT-Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften", ein Verbundvorhaben mit der OTH Regensburg, haben Wolf und Brenning ein Evaluationskonzept entwickelt, das kurzfristig und pragmatisch umsetzbar ist. Mit Abschluss des Projekts sind zwei Handbücher erschienen, in denen das Konzept vorgestellt und die Leser übersichtlich durch den gesamten Evaluationsprozess geleitet werden. Die Wirkungsmessung basiert auf einer zweimaligen quantitativen Befragung der Teilnehmerinnen, durch die auch der Wirkungsprozess genauer beleuchtet wird. Bei der Evaluation kann auf die für das Angebot besonders relevanten Ziele fokussiert werden. Aufgrund dieser Flexibilität kann das Evaluationskonzept auf sehr unterschiedliche Arten von MINT-Projekten zur Unterstützung von Schülerinnen und Studentinnen angewendet werden. Zahlreiche Praxistipps ergänzen die in den Handbüchern beschriebenen 10 Schritte zur eigenen Evaluation.

 

Ziel dieser Handbücher ist es, die Projektverantwortlichen zur Evaluierung ihrer MINT-Projekte zu motivieren und sie dabei bestmöglich zu begleiten, sodass langfristig mehr Wissen über die Wirkung und die Erfolgsfaktoren von MINT-Projekten für Schülerinnen und Studentinnen entsteht.

 

Gerne vermitteln wir einen Interviewtermin mit Prof. Dr. Elke Wolf.

 

Kontakt: Ralf Kastner unter T 089 1265-1922 oder .

 

Weitere Informationen: Online stehen die Handbücher auf der Projekthomepage zur Verfügung:

Handbuch zur Evaluation von MINT-Projekten für Studentinnen

Handbuch zur Evaluation von MINT-Projekten für Schülerinnen

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