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Forschungs-Campus AMAZONICA

Was so friedlich aussieht, war harte Arbeit: Der Sekundärwald musste für die Vermessung freigeschlagen werden; bissige Mücken plagten die Studierenden bei der Messung.
Was so friedlich aussieht, war harte Arbeit: Der Sekundärwald musste für die Vermessung freigeschlagen werden; bissige Mücken plagten die Studierenden bei der Messung.

[19|06|2009]

Fakultätsübergreifendes Pilotprojekt im ecuadorianischen Regenwald

Ein interdisziplinäres Pilotprojekt führte Studierende und Dozenten der Fakultäten Architektur, Geoinformation und Tourismus im Mai in den ecuadorianischen Regenwald. Zusammen mit der Stiftung AMAZONICA unterstützten die 17 TeilnehmerInnen die Achuar-Gemeinde Sharamentsa vor Ort darin, in ihrer Region den Grundstein für einen Forschungs-Campus zu legen. In der einzigartigen Umgebung des Primärregenwaldes des Amazonasbeckens sollen künftig internationale Wissenschaftler, Studenten, Doktoranden und Professoren die Möglichkeit zur Lehre und Forschung bekommen. Diese Art von „Wissenschaftstourismus“ wurde von der Fakultät für Tourismus konzipiert und soll den Achuar-Indianern eine dauerhafte Einkommensquelle bieten und ihnen ein Leben im Wald ermöglichen.

Mitten im Regenwald liegt der Forschungs-Campus Sharamentsa
Mitten im Regenwald liegt der Forschungs-Campus Sharamentsa


Der Forschungs-Campus wird unter anderem Schulungsräumen, eine Bibliothek und Unterkünfte umfassen. Erste Schritte in Richtung Realisierung wurden in den letzten Wochen innerhalb der interdisziplinären Fallstudie der Hochschule München unternommen. Die GeoinformatikerInnen vermaßen das neue Akademiegelände, das vom Gemeindegebiet abgetrennt werden soll, fertigten eine topographische Aufnahme des Gebietes an und nahmen erste Kartierungen für die Erstellung einer Kartengrundlage für die Gemeindemitglieder vor. Ihre Arbeit diente als Basis für die Planungen der Fakultät für Architektur.

Die Entwürfe der ArchitektInnen fügen sich in natürlicher Weise in die Umgebung ein. Örtliche Materialien wie Bambus und Lehm werden dabei mit High-Tech Materialien wie Dachmembranen und Photovoltaiktechnologie kombiniert. Ein Modell der gesamten Anlage wurde aus Holz, Blättern, Sträuchern und Palmherzen gebaut und eine exemplarische Mauer aus ungebranntem Lehm errichtet.

Durch die enge Zusammenarbeit profitierten die Studierenden von dem großen Wissen der Achuar
Durch die enge Zusammenarbeit profitierten die Studierenden von dem großen Wissen der Achuar


Aufgabe der Fakultät für Tourismus ist die Konzeption der Ausbildung der Indianer in den Bereichen Hotellerie- und Restaurantmanagement und eine langfristige sozio-demographische Begleitung der Wirksamkeit dieses Projektes für die Gemeinde Sharamentsa. Ebenso wird für den Forschungs-Campus eine Marketingstrategie aufgebaut.

Um die Zusammenarbeit mit Ecuador nachhaltig zu gestalten, wurde ein Kooperationsvertrag der Hochschule München mit der Universität Cuenca unterzeichnet, der eine rechtliche Grundlage für gemeinsame Projekte sowie den Austausch von Studierenden und Dozenten sichert. Anfragen aus den verschiedensten Fachbereichen, Biodiversität, Agrarwirtschaft, Hydromechanik, Wirtschaftsingeneure, liegen bereits für künftige Forschungen vor.

Weitere Informationen zur Stiftung: Amazonica
Weitere Informationen zur Universität: Universität Cuenca

Prof. Dr.-Ing. Carola Tiede / av

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