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Studenten-Professoren-Treff

Prof. Dr. Michael Kortstock (Präsident der HM), Oliver Jörg (MdL), Joachim Zuber (Evang. Hochschulpfarrer)
Prof. Dr. Michael Kortstock (Präsident der HM), Oliver Jörg (MdL), Joachim Zuber (Evang. Hochschulpfarrer)

[08|12|2012]

Lebhafte Diskussion über die Bologna-Reform in der EHG: Was ist mein Studium (NOCH) wert?

Die – zugegebenermaßen provokante – Frage bildete den Einstieg zum Studenten-Professoren-Treff der Hochschulgemeinden im November 2012. Der Gastgeber, die evangelische Hochschulgemeinde, hatte eine angenehme Atmosphäre geschaffen, sodass sich Studierende und ProfessorInnen schnell kennen lernten und ins Gespräch kamen. Schon beim Stehimbiss ergab sich eine Diskussion und es fielen die Schlagworte „Bologna“ und „G8“, die zu Kernthemen des Abends werden sollten.

 

Die Positionen der Referenten
Zu Beginn des offiziellen Teils hatten die beiden Gastredner Oliver Jörg (MdL) und HM-Präsident Prof. Dr. Michael Kortstock jeweils 25 Minuten Zeit, ihre Statements zum Thema „Wertigkeit des Studienabschlusses“ abzugeben. Beide Redner betrachteten sowohl den monetären Output (Akzeptanz und Honorierung auf dem Arbeitsmarkt) als auch den ideellen, persönlichkeitsbildenden Aspekt.

 

Oliver Jörg analysierte die Veränderung der Studiensituation in der Folge der Studierendenproteste der letzten Jahre. Als Vorsitzender des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag legte er den Schwerpunkt auf politische Maßnahmen und ließ auch die CSU-Position zu den Studienbeiträgen nicht unerwähnt.

 

Die Diskussionsrunde
Die Diskussionsrunde
Der Präsident der Hochschule München nahm klar Stellung zur Bologna-Reform und ging explizit auf die Rolle der Hochschulen für angewandte Wissenschaften ein. Wie sein Vorredner kritisierte er zahlreiche Mängel an der Reform, regte aber dazu an, Verbesserungen zu erarbeiten, anstatt in die Vergangenheit zu blicken. Hier wandte er sich klar an Oliver Jörg als Vertreter der Politik: Er sprach sich für eine bessere Informationspolitik und eine differenzierte Betrachtung von Bachelorabschlüssen aus. Außerdem dürfe eine Förderung von Engagement nicht zu Lasten der Hochschulen fallen, was derzeit durch das dadurch steigende durchschnittliche Austrittsalter geschieht.

 

Die Anliegen der Studierenden
Das Hauptanliegen der Studierenden neben der Vergleichbarkeit der Abschlüsse war die Altersfrage. G8, Wehrpflichtausfall und verkürzte Studiendauer führen zu einem immer rascheren Eintritt in das Berufsleben, welcher als verfrüht empfunden wird. Die verkürzte Studienzeit wird teilweise auch im Hinblick auf eine Berufsqualifizierung als unzureichend erlebt. Ist man nach dem Bachelor überhaupt schon reif für das Arbeitsleben? Andererseits scheint unsicher, ob sich ein Master auszahlt.

 

Zudem fürchten die Studierenden bei dem straffen Zeitplan um Freizeitaktivitäten und außeruniversitäres Engagement. Sie beobachten sinkende Solidarität untereinander, die sie mit dem steigendem Konkurrenzdruck und dem Kampf um die Masterplätze verbinden.

 

Fazit
„Der Abschluss ist das wert, was man daraus macht“, sagt Präsident Kortstock und bringt damit die Erkenntnisse des Treffens auf den Punkt. Es geht um das eigene Auftreten und den sinnvollen Einsatz von Persönlichkeit und Wissen. Einigkeit bestand zum Schluss darüber, dass Bologna zwar das System verändert hat, jedoch den Wert des Abschlusses an sich nicht mindert.

 

si

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