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KinderUni 2012/13

Prof. Dr. Werner Eisenbarth, umringt von wissbegierigen KinderUni-TeilnehmerInnen
Prof. Dr. Werner Eisenbarth, umringt von wissbegierigen KinderUni-TeilnehmerInnen

[21|01|2013]

Bei der letzten KinderUni standen die Themen Optik und Logistik auf dem Vorlesungsplan

Rund 300 Kinder sitzen im Blauen Hörsaal der Hochschule München, die Augen angestrengt zusammengekniffen. Hochkonzentriert folgen sie den Anweisungen von Prof. Dr. Werner Eisenbarth. Die letzte Vorlesung der KinderUni-Reihe steht unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ – und genau das will Prof. Eisenbarth in einem Experiment demonstrieren. Einige Kinder betrachten das Bild einer gezeichneten Maus, den anderen zeigt der Professor das Gesicht eines Mannes. Anschließend wirft er ein Bild an die Wand, das beides sein könnte – Maus und Mann. „Und, was seht ihr?“, fragt er und versucht, dem anschließenden Gebrüll passende Antworten zu entnehmen.

Laut ist es auch in der Weihnachtsvorlesung der Logistik-Professoren Dr. Andre Krischke und Dr. Jürgen Spitznagel, die gemeinsam den Weg einer Jeans von der Baumwollplantage in den Laden beschreiben und die Kinder mit raffinierten Fragespielen und anschaulichen Beispielen aus dem täglichen Leben fesseln. Um die Ausmaße eines riesigen Containerschiffs greifbar zu machen, beruft sich Prof. Spitznagel kurzerhand auf eins der Münchner Markenzeichen – die Allianz-Arena. Dass die gleich zweimal auf ein solches Schiff passt, ruft bei den Kindern ungläubiges Raunen hervor.

Die KinderUni-Vorlesungen finden meist um 17 Uhr statt, eigentlich nicht die beliebteste Zeit bei Studierenden. Die Kinder sind trotzdem hellwach. Einige besonders Eifrige schreiben sogar mit oder zeichnen die Bilder ab, die die Professoren in ihren Präsentationen erklären. Obwohl Optik und Logistik komplexe Themen sind, gelingt es den Professoren, ihr Publikum mitzureißen. Den Sehnerv zum Beispiel beschreibt Eisenbarth als „Spaghetti-Nudel“, den blinden Fleck im Auge entdecken die Kinder mit einer einfachen Sehübung. Die Logistiker führen mit einem Film vor, wie Container gelagert, bewegt und verladen werden.

Ratespiele mit bunten Zetteln regen zum Mitdenken an
Ratespiele mit bunten Zetteln regen zum Mitdenken an
Nachfragen ausdrücklich erwünscht
Nach den Vorlesungen rutschen viele der Nachwuchsstudierenden aufgeregt auf ihren Stühlen herum: Es ist Zeit, Fragen zu stellen – und die haben es in sich. Häufig zielen sie genau auf jene Teile des Vortrags ab, die die Professoren nicht konkret angesprochen haben, um den Stoff zu vereinfachen. Warum gibt es überhaupt den blinden Fleck? Was passiert im Auge, wenn man zu lange in die Sonne guckt? Und warum werden Jeans in fernen Ländern hergestellt, wenn man sie auch in Deutschland anfertigen könnte? Selbst nach dem offiziellen Vorlesungsende bestürmen viele Kinder die Professoren mit weiteren Fragen, bohren nach, wollen es ganz genau wissen.

An zwei KinderUni-Tagen im Wintersemester filmte der Sender BRalpha mit. Die zwei schon erschienen Sendungen von der KinderUni+plus am Buß- und Bettag kann man sich online auf den Seiten von BRalpha anschauen. Die Optik-Vorlesung wird am 30. Januar gesendet.

Veranstaltet wird die KinderUni vom Verein „Kultur und Spielraum“. Jedes Semester können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an einer der Münchner Hochschulen in speziellen Vorlesungen den Studienalltag hautnah miterleben – im Wintersemester 2012/13 an der Hochschule München. Im Sommersemester 2013 ist die KinderUni zu Gast an der Hochschule für Philosophie, das Vorlesungsverzeichnis erscheint voraussichtlich im April 2013 unter www.kinderuni-muenchen.de


kl

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