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Junge Frauen im öffentlichen Raum - in Blumenau keine Selbstverständlichkeit
Junge Frauen im öffentlichen Raum - in Blumenau keine Selbstverständlichkeit

[29|04|2013]

Eine neue Studie zeigt: Viele Mädchen und junge Frauen ziehen sich aus dem öffentlichen Raum zurück

Viele Mädchen ziehen sich aus dem öffentlichen Raum zurück, zumindest im Münchner Stadtteil Blumenau. Das ergab eine Studie von Prof. Dr. Constance Engelfried zur Situation dort lebender junger Frauen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren. Volker Hausdorf und Birgit Schweimler von der Stadt München initiierten das Forschungsprojekt unter dem Arbeitstitel „Interessen, Bedürfnisse und Bewältigungsaufgaben von Mädchen und jungen Frauen im Stadtteil Blumenau“. Kooperationspartner waren die Hochschule München, Treff 21 – schule – beruf e. V. und das Stadtjugendamt.

 

Zwei Jahre lang wurden Interviews mit ExpertInnen aus sozialen Einrichtungen geführt und die Zielgruppe selbst in Einzel- und Gruppeninterviews befragt. Dabei konnten zwei Typen junger Frauen und Mädchen charakterisiert werden: Einer nutzt den öffentlichen Raum für die Freizeitgestaltung, der andere bevorzugt den Rückzug ins Private. Der Grund: Die Jugendkultur im Stadtteil Blumenau ist männerspezifisch geprägt. Gestaltungsräume bieten eher Platz für die Interessen junger Männer. Mädchen und junge Frauen fühlen sich oftmals fremd in dem Viertel, das ihr Zuhause ist. Sie nutzen den öffentlichen Raum meist nur, wenn sie Teil einer bestimmten Gruppe sind. Gehören sie keiner solchen Clique an, bevorzugen sie den Rückzug in die eigenen vier Wände.

 

Abhilfe könnten mädchengerechtere Projekte schaffen
Um etwas an dieser Situation zu ändern, müssen – wie die umfangreichen Ergebnisse der Studie zeigen – öffentliche Räume mädchengerecht(er) gestaltet werden. Alle Beteiligten müssen für die Lebenslagen und Bewältigungsaufgaben von Mädchen und jungen Frauen sensibilisiert werden. Gelingen kann das durch geschlechtshomogene, mädchengerechte Projekte, orientiert an den Alltagssituationen der Zielgruppe.

 

Die gesamten Forschungsergebnisse sind in der von Constance Engelfried, Nicole Lormes und Birgit Schweimler herausgegebenen Publikation nachzulesen: Mädchen und junge Frauen im Umgang mit Widersprüchen. Lebenslagen, Spannungsfelder und Bewältigungsszenarien in einem Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf

 

AG SPAK-Verlag, Neu-Ulm 2012, 248 Seiten, 22 Euro

 

FK 11 / kf

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