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Glaube und Wissenschaft

Harald Lesch in der Diskussion
Harald Lesch in der Diskussion

[28|05|2013]

Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch zu Gast beim Studenten-Professoren-Treff der Hochschulgemeinde

Noch nie war der Studenten-Professoren-Treff der Hochschule München so gut besucht wie am vergangenen Donnerstag. Um niemanden abweisen zu müssen, verlegten der evangelische Hochschulpfarrer Joachim Zuber und der katholische Hochschulseelsorger Reinhard Weger die Veranstaltung kurzfristig in den Gemeindesaal von St. Vinzenz. Der Grund: Harald Lesch, Professor für Physik an der LMU und für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München referierte über das Thema „Glaube und Wissenschaft“. Welche Gräben gibt es zwischen Glauben und Wissenschaft, welche Berührungspunkte? Handelt es sich um zwei verschiedene Welten oder sind beide miteinander vereinbar, vielleicht sogar aufeinander angewiesen?

 

Anhand von Beispielen, illustrativen Geschichten und mit Bezügen auf Philosophen, Wissenschaftler oder Theologen näherte sich Harald Lesch dem Thema an. Dabei beschrieb er naturwissenschaftliche Herangehensweisen über Hypothesen und Experimente. Mit ihnen seien wir die erfolgreichste Spezies, die jemals auf der Welt gelebt habe – und brächten gleichzeitig den Planeten an seine Grenzen. Doch die Erfahrungswelt des Menschen, seine Innenperspektive, sei mit dieser Methodik nicht wissenschaftlich messbar.

 

Der Sinn des Lebens
„Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig als zu glauben“, erklärte Lesch. Denn naturwissenschaftlich-mathematische Konzepte könnten Fragen nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten. Bei der Art und Weise, wie Wissenschaftler ihre Instrumente benutzen, spiele der Glaube keine Rolle, wohl jedoch sein oder ihr Menschenbild. Bei der Deutung wissenschaftlicher Erkenntnisse könne Glaube bedeutsam sein. Z. B. wenn es um eine Wertestruktur gehe oder in der Astrophysik vorausgesetzt werde, dass Naturgesetze, die auf der Erde gültig sind, für das gesamte Universum gelten müssen.

 

Wie sehr das Thema viele der Anwesenden – auf ganz unterschiedliche Art und Weise – berührte, wurde an den Fragen deutlich, die auch nach über einer Stunde kein Ende nahmen und auf die Harald Lesch zum Teil sehr persönlich antwortete. Dabei reichte die Bandbreite von metaphysischen Hypothesen zum „Nichts“ über die Frage „Wo ist Gott?“ bis hin zu Überlegungen zum Schicksal und der Frage, ob Glauben Sinn mache.

 

Viele Fragen dürften offen geblieben sein, dafür wuchs der Stoff zum Nachdenken und Diskutieren beträchtlich. Daher bietet die Hochschulgemeinde am 13. Juni 2013 um 19 Uhr einen Wortgottesdienst zum Thema Glaube und Wissenschaft an (KHG, Roncalli-Kapelle, Nymphenburger Str. 99).

 

ck

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