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Die Kultur des vielfältigen Miteinanders

Bei der Gesprächsrunde berichteten Frauen über ihre Erfahrungen in technischen Berufen (Foto: Fabian Sommer)
Bei der Gesprächsrunde berichteten Frauen über ihre Erfahrungen in technischen Berufen (Foto: Fabian Sommer)

[03|08|2017]

Netzwerkveranstaltung "Vielfalt gesucht!" zum Thema Diversity Management in Unternehmen

 

Braucht es Vielfalt in der Arbeitswelt? Ja, denn „der Vielfalt der Gesellschaft kann man sich nicht verschließen“, lautete die Antwort von Nicole Schneider, Diversity Managerin bei der Deutschen Bahn AG. Sie hielt Ende Juli den Impulsvortrag beim Get Together „Vielfalt gesucht“. Die Veranstaltung fand in Kooperation zwischen den Programmen BayernMentoring und Deutschlandstipendium der Hochschule München statt, stand aber allen Studierenden offen.

 

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Thomas Stumpp, Vizepräsident für Wirtschaft, und die HM-Frauenbeauftragte Prof. Dr. Elke Wolf gab Nicole Schneider Einblick in die Vielfalt des DB-Konzerns und deren Management. Denn so verschieden wie die Kunden der Bahn sind auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beispielsweise gibt es im Unternehmen über 500 Berufsfelder auf drei Kontinenten. „Die DB ist so bunt wie die Gesellschaft selbst“, erklärte die Diversity Managerin.

 

Ursprünglich sei das Thema Diversity Management aus dem Ziel heraus entstanden, mehr Frauen ins Unternehmen zu bringen. Inzwischen fasse die DB „Vielfalt“ weiter und meine damit die Vielfalt der Geschlechter, Kulturen und Generationen. Gemischte Teams führten zu vielfältigen Meinungen, Ideen und Stärken. Das sei auch nützlich, um der großen Bandbreite an Dienstleistungen und Kunden gerecht zu werden.

 

Vielfältige Teams bergen auch Konfliktpotenziale, denn Stereotype hat laut Nicole Schneider jeder. Strategien zur Abschaffung dieser Denkmuster seien meist wenig erfolgreich. „Es ist besser, diese Denkmuster anzuerkennen und trotzdem offen zu sein. Man muss Rahmenbedingungen gestalten, die an die Irrationalitäten des Gehirns erinnern“, stellte sie klar. Durch das bewusste Nutzen von Unterschieden und deren Wertschätzung könne Vielfalt als Ressource genutzt werden in einer „Kultur des vielfältigen Miteinanders“.

 

Viele Fragen wurden aus dem Publikum gestellt und Studierende berichteten von ihren eigenen Erlebnissen in Praktika und Werkstudierendenstellen (Foto: Fabian Sommer)
Viele Fragen wurden aus dem Publikum gestellt und Studierende berichteten von ihren eigenen Erlebnissen in Praktika und Werkstudierendenstellen (Foto: Fabian Sommer)

 

Wie sie die Vielfalt der Geschlechter im Speziellen in ihrem Berufsalltag erleben, berichteten in einem anschließenden Podiumsgespräch Bauingenieurin Janett Fack (DB Netz AG), Maschinenbauingenieurin Magdalena Durst (Stadtwerke München GmbH), Wirtschaftsingenieurin Martha Straub (TÜV SÜD AG) und Ingenieurin der Elektrotechnik Pamela Bogner (Agraferm Technologies AG), die sich alle auch als Mentorinnen für Studierende engagieren. Dabei ging es insbesondere um Chancen und Karrierewege für Frauen in technischen Berufen. Moderatorin Julia Naetsch, Referentin für Relationship Management, fragte unter anderem nach konkreten Erlebnissen als Frau in der Technik, nach Vorteilen und Nachteilen für Frauen im Unternehmen

 

Tenor bei den Ingenieurinnen war, dass man als Frau manchmal schon anders behandelt wird und handelt als die männlichen Kollegen – dies aber kein Nachteil sein muss. Gemischte Teams führten laut den Erfahrungen der Gesprächsteilnehmerinnen beispielsweise zu einer effektiveren, weniger hitzigen Gesprächskultur, in der alle zu Wort kommen. Manche schlossen sich auch Pamela Bogners Aussage an: „Ich entscheide als Ingenieurin, nicht als Frau.“

 

Übrigens: Für das BayernMentoring Programm für Frauen in technischen Studiengängen läuft aktuell die Bewerbungsphase für die nächste Runde ab Wintersemester 2017/18. Mehr dazu auf der BayernMentoring-Seite der Hochschule .

 

 

Cathrin Cailliau

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