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Nachhaltigkeit selbst gestaltet

Vor dem Müllberg die Augen zu verschließen, ist keine Lösung (Foto: Patrick Mayr)
Vor dem Müllberg die Augen zu verschließen, ist keine Lösung (Foto: Patrick Mayr)

[06|07|2018]

Studierenden-Teams von „ZukunftGestalten@HM“ präsentieren Lösungen zum Thema „Nachhaltige Ressourcennutzung“

 

Wie lässt sich den Unmengen an Einwegkaffeebechern entgegenwirken? Wie können ausgediente Batterien von E-Bussen weiter genutzt werden? Mit diesen und weiteren Fragen zum Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigte sich das HM-Lehrprojekt „ZukunftGestalten@HM“ – dieses Jahr unter dem Motto „REuse, REduce, REcycle, REbuild, REdesign, REthink“.

 

Studierende aus neun unterschiedlichen Fakultäten der Hochschule München präsentierten bei einer Abschlussveranstaltung ihre interdisziplinär erarbeiteten Projekte und Ideen für eine nachhaltige Zukunft. Unterstützt wurden die Studierenden von insgesamt sechs PraxispartnerInnen aus Industrie, Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor. „Mit diesem Format wollen wir stärker an unkonventionellen Lösungen arbeiten, anstatt nur auf klassische Weise Stoff zu vermitteln“, erklärt Prof. Dr. Georg Zollner, wissenschaftlicher Leiter des Lehrprojektes.

 

Wie unkonventionell die Lösungen der insgesamt 60 Studierenden sind, erfuhren die BesucherInnen der Veranstaltung auf dem sogenannten „Markt der Möglichkeiten“. In einem einminütigen Pitch präsentierten zwölf Teams ihre Projekte. Anschließend stellten sie auf Markständen spezifische Informationen und Plakate vor.

 

Präsentation des nachhaltigen Abfallbehälters (Foto: Patrick Mayr)
Präsentation des nachhaltigen Abfallbehälters (Foto: Patrick Mayr)

Einwegbecher recyceln: „Drink Greener“

Unter den zwölf Projekten war auch „Kopi Luwak: Drink Greener“, das sich mit der Problematik von Einwegbechern befasst. „Jeden Tag werden hunderttausende von Einwegkaffeebechern verschwendet, weil es dazu im Großraum München kein optimales Recycling-Konzept gibt. Deswegen haben wir mit dem Studentenwerk München eines erarbeitet, das den Recycling-Vorgang verbessern und unseren ökologischen Fußabdruck schmälern soll“, sagt Maximilian Jaud, Student der Betriebswirtschaftslehre. Zusammen mit Studierenden der Studiengänge Industriedesign und Bauingenieurwesen entwickelte er ein Konzept für einen Prototypen.

 

Das Konzept beinhaltet einen Abfallbehälter, der speziell für Einwegbecher vorgesehen ist: Dieser ist mit Edelstahlrohen in verschieden Größen ausgestattet, in denen die Einwegbecher gestapelt werden. Die Rohre lassen sich leicht entleeren, austauschen und reinigen. Durch das Sammelsystem können die Einwegbecher leichter auf dem Recyclinghof entsorgt werden.

 

Die Lebenszeit von Elektrobus-Batterien verdoppeln

In München fahren bereits viele elektrobetriebene Busse. Das Problem ist bisher, dass die Batterien nach ungefähr zehn Jahren ausgetauscht werden müssen, obwohl sie eigentlich noch funktionsfähig wären. Das Projekt „Second Life“ gibt Elektro-Batterien ein zweites Leben: „Wir haben eine Lösung gefunden, wie wir die Akkus aus den elektrobetriebenen MVG-Busse doppelt so lange nutzen können, bevor sie entsorgt werden müssen, also zehn Jahre länger: Ein mobiler Batteriespeicher“, sagt Jasmin Abdel Ghany, Studentin des Bachelorstudiengangs „Management Sozialer Innovationen“.

 

Der mobile Batteriespeicher findet Anklang (Foto: Patrick Mayr)
Der mobile Batteriespeicher findet Anklang (Foto: Patrick Mayr)

Mögliche Einsatzorte für die alten Busbatterien als mobiler Batteriespeicher zur Stromversorgung sind Baustellen oder Veranstaltungen im Freien. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine Notstromversorgung bei Wartungen am Stromnetz mit einer mobilen Stromversorgung zu bewerkstelligen. Der Elektrotechnikstudent Andreas Ziegltrum konnte für sich viel aus dem Projekt mitnehmen, nicht nur fachlich: „Das Projekt hat uns zusammengeschweißt und es sind dabei echte Freundschaften entstanden.“ Somit wurde ein wichtiges Ziel des interdisziplinären Lehrformats „ZukunftGestalten@HM“ erreicht: Studierende über Fachgrenzen hinweg zusammenzubringen.

 

Lehrformat ZukunftGestalten@HM

ZukunftGestalten@HM ist ein fakultätsverbindendes Lehrformat. In interdisziplinären Teams engagieren sich Studierende der Hochschule München in Kooperation mit externen AkteurInnen für eine nachhaltige Entwicklung und Gestaltung unserer gesellschaftlichen Zukunft. Ziel von ZukunftGestalten@HM ist, die Kompetenzen der Studierenden zum Thema „Nachhaltigkeit“, wie sie in den verschiedenen Fakultäten der Hochschule München verfolgt werden, zu ergänzen und zu verbinden, ganz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Wissenschaftlicher Leiter von ZukunftGestalten@HM ist Prof. Dr. Georg Zollner. ZukunftGestalten@HM ist ein Lehrformat im Rahmen des Hochschulentwicklungsprojekts „ZUG – Für die Zukunft gerüstet“. ZUG hat das Ziel, attraktive Lehr- und Lernmethoden zu fördern und zu entwickeln.

 

Weitere Informationen: Interessierte finden auf der Website von ZukunftGestalten@HM Informationen zu den Projektteams und PraxispartnerInnen.

 

 

Leonie Hudelmaier

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