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Im Zeichen der Nachhaltigkeit

UN-Dekade für BNE
UN-Dekade für BNE

[05|06|2012]

Projekte der Münchner Hochschulen werden von der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet

Am 5. Juni, dem Welt-Umwelt-Tag, wird die Landeshauptstadt München als „Stadt der UN-Dekade für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. In diesem Rahmen werden außerdem weitere Projekte von der UN-Dekade ausgezeichnet, unter ihnen zwei, an denen die Hochschule München beteiligt ist: Die Vorlesungsreihe "Leitbild Nachhaltigkeit: Hoffnung - Wandlung - Handlung" der Münchner Hochschulen sowie das Zertifikatsprogramm „Gesellschaftliche Innovation“ der Social Entrepreneurship Akademie , einer Netzwerkorganisation der vier Münchner Hochschulen. Prof. Dr. Michael Kortstock, Präsident der Hochschule München, spricht in einem Interview über das Engagement der Hochschule im Bereich Nachhaltigkeit .


HM: Herr Professor Kortstock, was bedeutet nachhaltige Entwicklung für Sie als Präsident und für die Hochschule München?

Kortstock: Das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Energie begleitet mich bereits seit meiner Zeit als Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik, sprich seit bald 10 Jahren. Damals habe ich mich gemeinsam mit meinem Kollegen Prof. Dr. Hermann Mader von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik für
ÖKOPROFIT, einem Programm für den betrieblichen Umweltschutz, eingesetzt. Die Hochschule ist auch heute noch Mitglied bei ÖKOPROFIT.

Nachhaltigkeit bedeutet natürlich nicht nur Energie, sondern umfasst auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. In der Hochschulpolitik, in Personalentscheidungen und in Umstrukturierungsmaßnahmen spielt das Thema eine wichtige Rolle. Diversität sowie familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen werden bei uns groß geschrieben. Auch im Fächerkanon der einzelnen Fakultäten muss Nachhaltigkeit verankert sein. Das geschieht intensiv, seit Prof. Dr. Hans-Jürgen Regier, Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, im Auftrag der erweiterten Hochschulleitung das Themenfeld Bildung für nachhaltige Entwicklung betreut. Entscheidend ist außerdem, dass wir an jeder Fakultät einen Beauftragten sowie eine zentrale Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung haben. Vor fünfzehn Jahren war nachhaltige Entwicklung kein bewusstes Thema, mittlerweile sind von der Hochschulleitung bis in die Fakultäten viele sehr aktiv dabei. Über 100 Lehrveranstaltungen, Studierenden- und Forschungsprojekte sowie Studiengänge und Zertifikate beschäftigen sich an der Hochschule München mit nachhaltiger Entwicklung.

 

HM: Die Fakultät für Betriebswirtschaft der Hochschule München hat jüngst eine Professur für nachhaltiges Zukunftsmanagement ausgeschrieben...

Kortstock: Hier sieht man deutlich, wie wichtig die Initiative der Fakultäten ist. Wenn eine Fakultät in dieser Größenordnung sich dazu bereit erklärt, in eine Professur für das Thema nachhaltige Entwicklung zu investieren, dann ist das ein wichtiges Signal. Es trägt dazu bei, dass die Themenstellung an der Hochschule München verankert wird. Ich würde mir wünschen, dass auch in anderen Fakultäten oder auch über Fakultätsgrenzen hinweg solche Professuren geschaffen werden.

 

HM: Seit Beginn der Bologna-Reform vor über zehn Jahren hört man immer öfter, dass die Lehrpläne voll geworden sind. Bleibt den Studierenden überhaupt Zeit sich mit dem Thema nachhaltige Entwicklung auseinanderzusetzen?

Kortstock: Ja, die Lehrpläne sind voll geworden. Sie bieten aber auch Möglichkeiten, mehr kreative, interdisziplinäre Projekte einzubringen. Solche Projekte sind für mich eine wichtige Komponente, die wir im Rahmen der Bologna-Reform leichter umsetzen können. In der Vergangenheit hat man Projekte in einer Fakultät, einem Studiengang angesiedelt. Heute sieht man immer häufiger, dass Studierende und Professoren unterschiedlicher Bereiche zusammen arbeiten und somit den Blick über den Tellerrand im Studium von Anfang an stärker in den Vordergrund stellen. Da sehe ich großes Potential.

Energie und Nachhaltigkeit sind Themen, die in Wirtschaft und Gesellschaft immer relevanter werden. Auch die Studierenden lassen sich von diesen Themen begeistern und schaffen mit der Teilnahme an solchen Projekten ein gutes Fundament für ihren späteren beruflichen Werdegang. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Seminar „Ressourceneffizienz und Ressourcenmanagement an der Hochschule München“, an dem sechs Fakultäten und insgesamt knapp 50 Studierende in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten.

 

Interview: Lara Lütke-Spatz

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