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"Stil ist ja immer so eine Sache"

Christian Zanzotti - Gewinner des German Design Awards
Christian Zanzotti - Gewinner des German Design Awards

[10|03|2014]

Absolvent der Fakultät für Design gewinnt German Design Award als bester Newcomer

Im Februar wurde der HM-Absolvent Christian Zanzotti auf der Konsumgütermesse Ambiente mit dem German Design Award 2014 vom Rat für Formgebung ausgezeichnet. Mit der Hochschule München sprach er über den Preis und seine Erfahrungen als Designer.

 

Hochschule München: Haben Sie erwartet den Preis der Gesellschaft für Formgebung zu gewinnen?
Christian Zanzotti: Als ich gesehen habe wer noch für den Preis nominiert war, dachte ich eigentlich nicht, dass ich gewinnen würde. Da waren sehr gute Leute dabei. Natürlich trägt man eine gewisse Hoffnung in sich, vor allem weil Freunde und Bekannte einen aufbauen. Aber es ist immer schwierig einzuschätzen, wie die Jury denkt. Die meisten meiner Projekte sind sehr radikal und dementsprechend polarisierend. Alleine zu erfahren, dass man aus den eingereichten 150 Portfolios als einer der fünf Finalisten nominiert wurde, war eine super Nachricht.

 

Was machen Sie mit dem Preisgeld?
Es ist generell sehr hart in den ersten Jahren als selbstständiger Designer Fuß zu fassen, und das Geld kann man gut gebrauchen. Ich werde damit eigene Prototypen entwickeln und meine Projekte vorantreiben.

 

coren - das Fahrrad aus dem Siegerportfolio
coren - das Fahrrad aus dem Siegerportfolio
Wann und warum haben Sie beschlossen Designer zu werden?
Ich bin in Südtirol geboren und habe einen älteren Bruder, der Architekt ist. Von ihm habe ich von klein auf mitbekommen was Gestaltung, was Entwerfen, was Formen bedeuten. Das fand ich immer sehr spannend. Nach dem Abitur hab ich beschlossen Bauingenieurwesen in Innsbruck zu studieren - habe allerdings schnell festgestellt, dass es nicht das war, was ich mir wünschte und mich nach einem kreativeren Studiengang umgesehen. Nachdem ich mir einige Schulen angesehen habe, bin ich auf die Hochschule München gestoßen und war von der Projektvielfalt begeistert. Da wusste ich: Hier will ich hin, weil ich da genau an den Sachen arbeiten kann, die mich von klein auf interessiert haben.

 

Wie haben Sie Ihren eigenen Stil gefunden? Hat Ihr Studium an der Hochschule Ihnen dabei geholfen?
Stil ist ja immer so eine Sache. Ich glaube es geht weniger darum, einen gewissen Stil zu finden, sondern um die Entwicklung einer eigenen Herangehensweise. Über das Studium, die Professoren und interessante Leute denen man begegnet, entwickelt man eine eigene Einstellung zu den Dingen. Man lernt über Design zu reden und schult sein eigenes Urteilsvermögen. Aus solchen Erfahrungen entsteht dann so etwas wie eine Checkliste, mit der man sich durch ein Projekt arbeitet. Bei mir sind das oft ganz einfache Punkte: Es soll einfach sein, es soll Charakter haben und dennoch funktionieren. Reduziert aber dennoch konsequent. Und das sind übrigens auch Begriffe, die Produkte beschreiben, die ich spannend finde.

 

Woran arbeiten Sie im Moment und in näherer Zukunft?
Ich arbeite weiterhin mit der Firma zusammen, die auch das Fahrrad gebaut hat, das in meinem Siegerportfolio war. Mit dabei sind auch Projekte, die nie die Serienreife erreichen werden, sondern ausschließlich für interne Entwicklungsprojekte gedacht sind. Dabei geht es darum Grenzen auszutesten und zu sehen, was man mit neuen Technologien erreichen kann. Ich würde auch gerne stärker in die klassische Richtung gehen, ins Möbeldesign, und mich dort ein bisschen testen. Zurzeit betreue ich unter anderem auch ein Start-up, das Lautsprecher entwickelt. Ich hoffe, dass dieses Projekt soweit gefördert wird, dass es auch irgendwann als Produkt auf den Markt kommt.

 

dt

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