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Projekt

Fakultät 11
Global Sessions in Stockholm: Integration as Challenge for Social Work in Europe
Kategorie:
Projekt
Studiengang:
Themengruppe:
Kompetenzfelder: interkulturell, nachhaltig
AutorIn:
Angelika Iser, Nicole Pötter
Jahr:
2017

Inklusion ist ein sehr wichtiges Thema in der Sozialen Arbeit, sowohl in Deutschland selbst als auch auf internationaler Ebene. Die wissenschaftliche Diskussion über das Thema Inklusion und Integration ist so alt wie die Soziale Arbeit selbst. In Kooperation mit unseren schwedischen Partnern planen wir sogenannte „Global Session“, die an unserer Partneruniversität Ersta Sköndal University in Stockholm Schweden stattfinden werden. Hier werden Vorträge, Diskussionen und Übungen ebenso umgesetzt wie Exkursionen zu sozialen und politischen Einrichtungen vor Ort. Im Seminar werden die Beiträge der Münchener Delegation vorbereitet, an den Global Sessions in Stockholm teilgenommen und anschließend eine Auswertung durchgeführt. In kleinen Gruppen werden wir an den Themen arbeiten und die Ergebnisse in Stockholm präsentieren.

LERNZIELE:
Nachhaltigkeit: Durch die Auseinandersetzung mit Integration und Inklusion geht es um die Frage, wie wir in unserer zunehmend globalisierten Gesellschaft dauerhaft friedlich zusammen leben können. Darüber hinaus werden bei der Diskussion sowie den Feldbesuchen Institutionen in den Blick genommen, die sich dezidiert mit der gesellschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit befassen.

Interkulturalität: Es werden Kenntnisse und Kompetenzen zur gesellschaftlichen Ungleichheit und gesellschaftlich prekären Lebenssituationen erworben und Theorien, Konzepte und Projekte zur Integration und Inklusion im Kontext der Sozialen Arbeit kennen gelernt.

  • Die gesellschaftliche Situation sowie die Umgangsweisen mit Migration und Integration anderer v.a. europäischer Länder wird vorgestellt. Konkret sind dies neben unserem Beitrag aus Deutschland: Schweden, Schottland, Griechenland, Irak, Kerala und etwas eingeschränkter auch Dänemark.

  • Kennenlernen der Sozialen Arbeit in Schweden, England und den weiteren beteiligten Ländern.

  • Kennenlernen von (innovativen) Einrichtungen und Projekten zur Flüchtlingsarbeit in München sowie zur politischen und Sozialen Arbeit in Stockholm.

  • Vertiefen des englischen Sprachwortschatzes und insbesondere des Fachenglisch sowie der Kommuni-kationsfähigkeit in Englisch, indem die Lehrveranstaltung durchgängig in Englisch durchgeführt wurde.

Durch die Teilnahme von fünf incomming students aus verschiedenen Ländern wurde der internatio-nale Austausch und der englische Wortschatz während des gesamten Seminars gefördert.

ABLAUF:

Bericht von Studierenden

Im Bericht der Studierenden wird die Woche der Global Sessions in Stockholm beschrieben. Diese war in eine Reihe von vorbereitenden und zwei nachbereitenden Terminen in Deutschland eingebettet. Bei der Vorbereitung haben die 16 Studierenden fünf Arbeitsgruppen gebildet, von denen vier Gruppen ein Poster und eine kleine Präsentation zu einem von ihnen gewählten thematisch passenden Thema vorbereitet haben, die sie während eines „Marktplatzes“ parallel in Stockholm vorgestellt und mit Teilnehmer*innen aus anderen Ländern diskutiert haben. Eine fünfte Gruppe war für die Dokumentation des Projekts zuständig und hat den Bericht zur Woche in Schweden verfasst sowie die Bilder gemacht.

 

 

 

ERFAHUNGEN:

Stolpersteine und Empfehlungen – ausgewählte Aspekte

Für mich (Prof. Dr. Iser) war das Projekt die zweite Teilnahme mit Studierenden an den Global Sessions in Stockholm. Wie im Vorjahr war die Rückmeldung nahezu aller Studierenden, dass dies eine der, wenn nicht sogar die wichtigste Erfahrung und das nachhaltig prägendste Seminar in ihrem gesamten Studium war. Deutlich besser als im Vorjahr war in diesem Jahr die Platzierung der innovativen Lehr-veranstaltung im Modul „Wahlpflichtfach“ mit einer 3 SWS-Lehrveranstaltung und 5 ECTS, statt wie im Vorjahr in einem Mentorat. Trotz dieses umfangreichen Rahmens gab es allerdings einzelne Studierende, die den Zeit- und Arbeitsaufwand als zu hoch erlebten. Wir planen im kommenden Jahr zu Beginn noch deutlicher darauf hinzuweisen, dass dies ein besonderes Projekt ist, für das die Hochschule mehr als für ein normales Seminar investiert. Und dass wir entsprechend auch von den Teilnehmer*innen mehr Commitment und Arbeitseinsatz als für eine normale Veranstaltung erwarten.


Stockholm
Stockholm

Neu war in diesem Jahr die durchgehende Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Prof. Dr. Nicole Pötter. Das gemeinsame Durchführen und Verantworten des gesamten Prozesses ist eine klare Entlastung, die neue Teamzusammensetzung hat aber auch erfordert, uns erst einmal aufeinander abzustimmen.

Neu war in diesem Jahr auch, dass die gesamte innovative Lehrveranstaltung in Englischer Sprache durchgeführt wurde. Dies war für Lehrende wie Studierende eine bereichernde Herausforderung, die aber auch zu Missverständnissen geführt hat und die Kommunikation erschwerte. Als Konsequenz aus dieser Erfahrung planen wir, im kommenden Jahr einen noch klareren Fahrplan (Vorgehen, Erwartungen, Leistungsnachweise, Spielregeln, Zeiten usw.) schriftlich auszuarbeiten und die vielen organisatorischen Fragen der Reise schriftlich über Moodle zu kommunizieren.

Weiterhin neu für uns war die Gruppenzusammensetzung mit Studierenden sowohl aus dem Bachelor Soziale Arbeit sowie mit incoming students aus v.a. fachfremden Studiengängen. Diese Zusammensetzung war die größte Herausforderung unseres Projektes. Alle Arbeitsgruppen berichteten bei unseren Auswertungsgesprächen am Ende des Semesters, dass die Zusammensetzung zu besonderen Schwierigkeiten geführt hat. Teils haben die unterschiedlichen Erwartungshaltungen in einem „normalen“ Semester im Unterschied zu einem Gastsemester als ERASMUS-Student*in unterschiedlichem Engagement für die Gruppenarbeit geführt. Teils haben aber auch interkulturell bedingte Missverständnisse zu Konflikten und Irritationen gesorgt.

Damit wollen wir auch einer weiteren Beobachtung begegnen: alle Studierenden waren während der Woche in Stockholm hoch präsent, aktiv,und haben sich auch sehr gut als arbeitsfähige Gruppe zusammengefunden. Während der Vorbereitungs- und Nachbereitungstermine in Deutschland war eine solche Verbindlichkeit jedoch nicht herzustellen. Durch eine Vorbesprechung und Vorauswahl von Teilnehmer*innen planen wir, dieser sehr unbefriedigenden Situation zu begegnen und auch die Qualität der schließlich erstellten Leistungsnachweise deutlich zu erhöhen.

Unser Gesamtresümee ist, dass die Münchner Mitwirkung an den Global Sessions für alle Beteiligte einen enormen Aufwand bedeutet, der sich aber auch umfassend und nachhaltig lohnt. Es entstehen internationale Kontakte und Freundschaften. Neue Lebensentwürfe und Visionen werden angeregt. Der Horizont erweitert sich und es entsteht das Gefühl, selbst verantwortlich auf gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss nehmen zu können.