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Projekt

Fakultät 01
DesignBuild Studio
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfeld INTERKULTURELL
AutorIn:
Ursula Hartig
Jahr:
2017
Das neue Kulturzentrum für Chamanga; Geplant und gebaut duch Studierende der Architektur
Das neue Kulturzentrum für Chamanga; Geplant und gebaut duch Studierende der Architektur

LERNZIELE:

Lernziel nachhaltig:

Durch den Abgleich der Planungsphase mit der Bauphase und dem realisierten Ergebnis sind die Studierenden in der Lage, die entwickelten und implementierten bautechnischen Lösungen in Bezug auf das lokale, klimagerechte Bauen zu überprüfen und ihre Nachhaltigkeitsaspekte realistisch einzuschätzen. Besonders die Qualität des schnell nachwachsenden Rohstoffes Bambus, wird unter Realbedingungen verifiziert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Untersuchung der Angemessenheit und Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung (der Abgleich mit der lokalen Realität) als wichtigste Kriterien in einem fremden kulturellen, ökonomischen und sozialen Kontext, um die nachhaltige Nutzung des Gebäudes sicher zustellen.

Die Dokumentation erlaubte es den Studierenden, sich intensiv mit dem Prozess und dem erreichten Ergebnis auseinander zu setzten. Eine im Lauf des Semesters durchgeführte Post Occupancy Evaluierung erlaubte es ihnen, die Nutzung und Akzeptanz des Gebäudes zu bewerten. Die erstellten Pläne wurden überprüft und zum Teil überarbeitet.

Lernziel interkulturell:

Durch das Aufarbeiten der Planungs-­? und Implementierungsphase in dem fremden kulturellen Kontext sind die Studierenden in der Lage, ihre interkulturellen Erfahrungen zu kommunizieren. Diese ergebnisorientierte Aufarbeitung lässt zu, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren und in die weitere professionelle und persönliche Entwicklung einzuordnen.

Die Sprache der Dokumentation wird deutsch und englisch (teilweise spanisch) sein. Die internationalen Kooperationspartner werden in der Dokumentation und Ausstellung mit Ihrer Position vertreten sein.

Die Studierenden reflektierten sowohl in der Konzeption von Ausstellung und Buches aber auch in der Erarbeitung von Grafiken, Formulierung der Texte und der Überarbeitung der Beiträge der weiteren internationalen Akteure die interkulturelle Komponente des Projekts. Das untenstehende Schaubild der am Projekt beteiligten Akteure bildet im besonderen Maße ab, wie weit die Studierenden in ein internationales professionelles aber auch interkulturelles Netzwerk eingebunden sind.

Aufgrund den Zweisprachigkeit der Dokumentation (Deutsch und Englisch) und der Original-­? Interviews in Spanisch, sowie dem Wunsch, möglichst viele Akteure zu Wort kommen zu lassen, mussten die Studierenden die Ausstellungsbeiträge sowohl in Deutsch als auch in Englisch zum Teil verfassen, aber immer überarbeiten und editieren.

Lernziel forschend:

Studierenden sind in der Lage, durch die Dokumentation den Einsatz der für das Projekt mit Hilfe experimenteller Untersuchungen entwickeln Lösungsvorschläge zu überprüfen, zu evaluieren und mit der ursprünglichen Planung rück zu koppeln. (Beispiel: Bambusknotenverbindungen unter Belastung im Labor der im WS 2017/18 getestet)

Das Bauen mit Bambus bildete in Ausstellung und in dem Buch ein eigenes Kapitel. Die hier ablesbaren Reflektionen zeigen, dass die Studierenden die experimentell und theoretisch entwickelten Lösungen mit der von ihnen realisierten Umsetzung abgleichen und auswerten. Wichtiger aber noch ist die retrospektive Auseinandersetzung mit der Expertise des lokalen Bambus-­?Experten. Diese Reflektion relativierte nicht nur ihrer experimentellen und theoretischen Ergebnisse, sondern bildet ein Schlüsselerlebnis eines interkulturellen Kompetenzgewinns innerhalb ihres professionellen Feldes.

ABLAUF:

Permanent wird über Architektur gesprochen: Studierende und ArchitektInnen präsentieren und erläutern Entwürfe, in den Tageszeitungen wird über die neuesten Bauprojekte berichtet und in den Architekturmagazinen erscheinen fachspezifische Kritiken. Zudem wird Architektur aufgrund der Präsenz im öffentlichen Raum nicht nur von SpezialistInnen und den NutzerInnen kommentiert, sondern im Grunde von allen – sieht geht jeden an. Eine große Rolle für das Verständnis der Methoden, Praktiken und Möglichkeiten der Architekturkommunikation spielt daher eine Analyse der Kriterien, Medien, Sprach-­? und Bildformen der Architektur. Wer spricht?

Wer sind die Akteure und wer die Rezipienten? Und welchem Zweck dient das Sprechen und Zeigen von Architektur? Wozu dienen Architekturausstellungen?

Neben einem allgemeinen Teil konzentrierte sich das Seminar auf die Untersuchung der Darstellungen von DesignBuild Projekten oder Public Interest Design Projekten.

Anhand des im WS 2017/18 durchgeführten interdisziplinären und interkulturellen sowie praxisbezogenen DesignBuild Projekts: Kulturzentrum Chamanga in Ecuador, wurden Darstellungs- und Kommunikationsformen der Architektur diskutiert und ausgearbeitet. Das DesignBuild Projekt im WS 17/18 wurde zum ersten mal an der Hochschule voll in das Curriculum integriert und zusammen mit Studierenden des Bauingenieurwesens durchgeführt. Teil des Planungsprozesses waren Laborversuche, Berechnungen und Research-­?By-­?Design. Die in den Semesterferien (Februar –März 2018) stattfindende Realisierung durch die Studierenden wurde von ihnen fotografisch begleitet und dokumentiert. Diese Aufarbeitung erlaubte es den Studierenden, die theoretische Planungsphase mit der gebauten Realität abzugleichen und zu verifizieren sowie allen an dem Projekt beteiligten (unterschiedliche Fakultäten der Hochschule München, internationale Hochschulen/ Universitäten, sowie Experten und lokalen Bauherren) ihre Position zu und in dem Projekt zu beschreiben.

Die Dokumentation wurde mit der Schwerpunktlegung auf Architekturkommunikation und kuratorische Praxis durch die Einbeziehung der Kuratorin des Architekturmuseums der TU München, Frau Dr. Hilde Strobl, auf Basis einer theoretischen Grundlage erstellt, die das Projekt über den Rahmen der Hochschule hinaus für die Öffentlichkeit bekannt machte. Nicht zuletzt dienen Ausstellung und Buch dafür, die Vielfalt der Beteiligten zu würdigen und ein Zeugnis über den Erfolg des Einsatzes ihrer Ressourcen (Zeit, Geld, Wissen) zu geben.

Ausstellung
Ausstellung


Die Ausstellung wurde am 09.Juli eröffnet und lief bis zum 29. Juli. Sie wurde von Vorträgen und Diskussionsrunden mit ecuadorianischen Wissenschaftlern begleitet.

Das deutsch/ englische Buch wurde am 28. Juli veröffentlicht und ist an der Fakultät 01 erhältlich oder unter Ursula.Hartig@hm.edu nachzufragen. Der Film kann im Internet aufgerufen werden.




ERFAHRUNGEN:

Die Aufarbeitung in Form dieser Art der Dokumentation (Buch, Ausstellung, Präsentation, Film) wurde von allen Studierenden als sehr positiv bewertet, auch die Resonanz von nicht Beteiligten außerhalb der Hochschule war extrem gut. Den Eröffnungsabend besuchten über 200 Personen. Trotzdem war die Arbeitslast durch den hohen Zeitdruck (ein Semester) sehr hoch, sowohl für die Studierenden als auf für die Lehrenden.

Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung (hier von QualiFive, ZUG II, der Fakultät und aus der Projektkasse des Vereins) wäre eine so umfassende Dokumentation nicht möglich.

Die Zusammenarbeit mit Frau Dr. Strobl brachte die wichtige Komponente der kuratorischen Praxis und der professionellen Architekturpräsentation mit ein, die leider an der Fakultät ansonsten keinen Raum hat.

Die Zusammenarbeit mit den weiteren Kooperationspartnern des DesignBuild Projekts war auf Grund des Zeitdrucks und der unterschiedlichen Sprachen nicht einfach aber sehr gewinnbringen. So konnten verschiedene Sichtweisen und Ansätze in die Publikationen mit einfließen und die Studierenden konnten sich mit diesen in der Nachbetrachtung auseinandersetzten.

(Portland State University, Bauherr Ocpión Mas, Atarray Architects-­? Quito)

Bezüglich der Studierenden muss ich das Lob des letzten QualiFive Antrags wiederholen: Ein großartiges Team hat mit Hilfe einer gut strukturierten und umfassenden Vorarbeit und Planung in extrem kurzer Zeit eine wunderbare Dokumentation, die das Publikum begeistert und schon jetzt zu einer Preisverleihung führte.