Navigation

 
 

Projekt

Fakultät 05
Lehrredaktion für Technikkommunikation
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfeld DIGITAL
AutorIn:
Anke van Kempen
Jahr:
2017

LERNZIELE:

1) Fachkompetenz

Die Studierenden vertiefen in dem Modul Fachkenntnisse der Technik- und Technologiekommunikation. Sie sind in der Lage:

* Tools im Kontext einer digitalen Redaktion zu wählen, zu beurteilen und über den jeweiligen Einsatz zu entscheiden.

* Themenfelder nach Qualitätskriterien der Kommunikation auszuwählen, zu kritisieren und eigenständig Themen und Themenschwerpunkte umzusetzen.

* professionelle, für die digitale Publikation optimierte Texte unterschiedlicher Abstraktionsstufen zu verfassen, multimedial aufzubereiten und zu veröffentlichen.

* contentbasierte SEO-Strategien zu entwickeln, zu evaluieren und zu verbessern.

2) Methodenkompetenz

Für die professionelle Gestaltung und Realisation z.B. eines Blogs sind organisatorische Fähigkeiten und methodische Kompetenzen notwendig. Nach Besuch des Moduls sind die Studierenden in der Lage:

* eigene Kampagnen und Kommunikationsschwerpunkte zu konzipieren und umzusetzen.

* Techniken und Methoden des Projektmanagements und der Projektkommunikation für die Organisation einer Redaktion zu adaptieren.

* themen- und zielgruppenadäquat eigene Texte, Videos, Illustrationen etc. zu konzipieren und umzusetzen.

* Kampagnen und Einzelmaßnahmen fachgerecht zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

3) Sozialkompetenz

Die Studierenden arbeiten in für Webredaktionen charakteristischen arbeitsteiligen Strukturen. Sie sind in der Lage:

* Rollen und Funktionen in einem fachlich heterogenen Team zu beschreiben, zu kategorisieren und zu übernehmen.

* für redaktionelle Abläufe typische Konflikte (Themenauswahl, Chefredaktion, Textchef-Entscheidungen, Zielgruppen-und Themen-Priorisierung etc.) zu erkennen, zu klassifizieren und Lösungen zu entwickeln.

4) Selbstkompetenz

Das Modul hat das Ziel, den Studierenden größtmögliche Eigenverantwortung, inhaltliche und gestalterische Spielräume zu bieten. Die didaktische Anleitung der Professorin und fachliche Unterstützung durch interne und externe Experten fördern die Entwicklung individueller Fähigkeiten. Die Studierenden werden befähigt:

* eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, selbstständig einzustufen und zu verbessern sowie kollegiales Feedback zu geben und zu erhalten.

* mit den Freiheiten und daraus erwachsenden Herausforderungen in einem heterogenen Team umzugehen.

* die eigenen Arbeitsabläufe eigenverantwortlich zu organisieren und die Fähigkeit zur Selbstführung weiterzuentwickeln entwickeln.

ABLAUF:

Die Lehrveranstaltung beginnt jeweils mit drei Blockveranstaltungen:

1. Bildung eines Redaktionsteams

Im Verlauf der Sitzung werden die Anforderungen an unterschiedliche Rollen innerhalb einer Redaktion besprochen und diskutiert. Auf der Basis einer Begabungs- und Interessenanalyse innerhalb der Gruppe werden die Rollen vergeben. Diese unterscheiden sich inhaltlich und hinsichtlich der Ausgestaltung von Prozessen und Verantwortlichkeiten wesentlich von Gruppenbildungen im Rahmen vorangegangener Projekte. Es schließt sich daher eine Phase der Gruppenarbeit in den Subteams an (Redakteure und Bildredakteure, Chef vom Dienst (CvD) und Textchef, Schlussredaktion, Produktion und Qualitätsmanagement, SEO und Webadministration etc.)

2. Themenplanung

Die zweite Blockveranstaltung befasst sich mit der thematischen Planung des Semesters. Auf der Basis eines kalendarischen Screenings und einer Themenrecherche (Agenda Surfing) wird eine eigene thematische Leitlinie unter der Federführung des CvD entwickelt (Agenda Setting). Die Redakteure skizzieren auf dieser Basis anschließend eigene Expertenprofile und bereiten Themen und Formate vor. Es werden Publikationstermine festgesetzt, Prozesse und Verantwortlichkeiten festgelegt.

3. Methodenentwicklung

Im dritten Schritt wird in Zusammenarbeit mit externen Experten ein charakteristisches Instrument der Technik- und Technologie-Kommunikation in Form eines Workshops vertieft. Dabei wird an Beispielen aus dem Alltag der Unternehmenskommunikation von Technologieunternehmen oder spezialisierten Agenturen gearbeitet. Dies waren bisher zum Beispiel: Kreatives Schreiben über Technik, Storytelling mit Daten aus dem Sektor Energie.

Im Anschluss an die drei Blocktermine trifft sich die Redaktion wöchentlich zu Redaktionskonferenzen. Diese verlaufen analog zu Konferenzen in professionellen Medien und umfassen deren charakteristischen Elemente („Blatt“-Kritik, Themenplanung, Dubletten-Check, Diskussion von Schwerpunkten, Terminabstimmungen, Akkreditierung etc.).

Auf diese Weise wird der Blog kontinuierlich mit wechselnden Themen aus den Bereichen Technik und Technologie bespielt.

Das Besondere an dem Format ist, dass Strukturen und Prozesse so weit wie möglich denen in professionellen Redaktionen folgen und dabei sämtliche Rollen von Studierenden übernommen werden. Dies umfasst insbesondere auch solche Rollen, die Weisungskompetenzen beinhalten (CvD) sowie umfassendes, auch kritisches Feedback innerhalb des Redaktionsteams.

Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit zur direkten Publikation freigegebener Inhalte. Auf diese Weise kann innerhalb der Lehrveranstaltung ein Portfolio entstehen, das für viele Kommunikationsberufe als Kompetenz-Ausweis gilt (Arbeitsproben).

ERFAHRUNGEN

Die Rückmeldung der Studierenden ist bislang sehr positiv und die Veranstaltung sehr gut besucht. Sie erfordert, um gute Ergebnisse zu erzielen, von jedem Teilnehmer auch erheblichen Einsatz außerhalb der Präsenztermine. Vor diesem Hintergrund ist das Engagement eines großen Teiles des Redaktionsteams sehr beachtlich.

Auch inhaltlich waren die Erfahrungen durchweg positiv. Die Redaktionen arbeiten engagiert und verantwortungsbewusst. Kritische soziale Interaktionen, wie sie in solchen Konstellationen auch im Berufsleben charakteristisch sind, wurden mit Unterstützung professionell gelöst. Die Themenauswahl ist vielfältig und abwechslungsreich. Erste Reaktionen von Testlesern bestätigten der studentischen Redaktion ein gutes Gespür für aktuelle und kommende Themen. die positive Resonanz spiegelt sich auch darin, dass die studentischen Redakteure ohne Schwierigkeiten Interviewtermine und Presseakkreditierungen erhalten.

Die größten Stolpersteine ergaben sich hinsichtlich der Realisation von Datenschutzanforderungen. Dabei waren die Probleme vor allem zeitlicher Art, da die zuständigen Stellen mit der Vielfalt kurzfristiger Anfragen überfordert waren.

Hervorheben möchte ich die kompetente Unterstützung seitens der Hochschul-IT. Mit Ihrer Hilfe war es möglich, eine Wordpressplattform mit Shibboleth-Login zu aufzusetzen – eine Lösung, die auch Extern schon viel Interesse erregte.

LINK:

Blog