Projekt

Fakultät 01
"Classic Stencils": Vergleich klassischer Wohnungsbauprojekte des 20. Jahrhunderts in München und Rotterdam
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfeld: interkulturell
AutorIn:
Frederik Künzel
Jahr:
2015
Weiteres

Studiengang: Architektur

Modul: MA_01,Studio I


 

Lernzielbeschreibung

Welche Kompetenzen sollen die Studierenden erwerben?

  • Analyse klassischer Wohnungsbauprojekte des 20. Jahrhunderts zweier Städte mit unterschiedlichem kulturellen und geografischen Hintergrund
  • eigene Stereotypen und Muster aus dem eigenen Kulturkreis reflektieren
  • arbeiten in englischer Sprache

 

Das Projekt „Classic Stencils“ vermittelte den Studierenden durch Exkursion, Diskussion und Analyse Vorbilder eines anderen, im Zusammenhang mit der Architektur der klassischen Moderne sehr einflussreichen Kulturkreises. Dies erarbeiten Sie sich zusammen mit Studierenden aus dem anderen Kulturkreis.

Die Studierenden lernen, ihre eigenen Stereotypen an diesen Vorbildern zu messen und sie den Studierenden des anderen Kulturkreises in englischer Sprache zu vermitteln.

Die Studierenden sind in der Lage, die neuen, interkulturellen Inhalte in Ihre eigenen Projekte zu integrieren. Dies geschieht ebenfalls interaktiv, während Workshops mit Studierenden aus dem Ausland und im Ausland.

Mit den neu erlernten Fähigkeiten können die Studierenden auch in Zukunft in anderen kulturellen Umfeldern fachliche Unterschiede erkennen und für sich nutzen. Zudem trainieren sie ihre Fähigkeit, in einem fremdsprachigen Umfeld schnell operationell zu werden.

 

Beschreibung der durchgeführten Lehrinnovation

  • Kooperation mit Architekturstudierenden in Rotterdam
  • gemeinsame Exkursionen, Analysen, aktive Workshops, Lesungen, Präsentationen des jeweiligen Arbeitsstands sowie Diskussionen darüber
  • Integration gewonnener Erfahrungen in eigenes Entwurfsprojekt

 

Gemeinsam (Studierende beider Länder) wurden allgemeingültige Qualitäten der klassischen Vorbilder aus beiden Städten (Rotterdam/München) verglichen, in einem nächsten Schritt abstrahiert und in ein eigenes Entwurfsprojekt wieder integriert.

Vorteile und Anwendbarkeit von Strategien aus einem anderen kulturellen Hintergrund wurden so ersichtlich, erlernte Muster aus dem eigenen Kulturkreis konnten kritisch reflektiert werden.

 

Die neuen Inhalte wurden nicht nur durch Frontalunterricht oder im Seminar bearbeitet. Die Studierenden reisten innerhalb des Semesters zweimal nach Rotterdam und empfingen auch zweimal die rotterdammer Studenten dieses Moduls in München als Gäste. Diese vier Events setzen sich zusammen aus gemeinsamen Exkursionen, Analysen, aktiven Workshops, Lesungen, Präsentationen des jeweiligen Arbeitsstands sowie der Diskussionen hierüber.

 

Die Kompetenzen wurden während und nach den Workshops durch (Zwischen-) Präsentationen der studentischen Arbeiten abgefragt. Die Präsentationen mussten für das Verständnis der externen Studierenden zwangsläufig in englischer Sprache gehalten werden. Das kommunizieren neuer Inhalte mit ihrer spezifischen Fachterminologie in Englisch war eine Kompetenzbereicherung per se.

Die Maßnahme fördert den interaktiven Austausch mit Partnerhochschulen und animiert die Studierenden an beiden Hochschulen zum zukünftigen, grenzüberschreitenden Arbeiten.

 

Kuenzel_Bild_5 Foto: Rhalda Jansen

 

Didaktischer Ansatz zum Teambuilding interkulturell

 

Die Herausforderung interkultureller Projekte, Studierende mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Wissensständen zum konstruktiven gemeinsamen Arbeiten und Miteinander zu bringen, obwohl sie zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten mit dem Projekt starten, lösten wir mit folgender didaktischen Methode, die sich bewährte:

 

1. Gleiches Unsicherheitslevel für alle:

Alle Studierende müssen für alle sichtbar auf ein gleiches thematisches „Unsicherheitslevel“ gebracht werden.

Dies geschieht, indem sie mit einer Aufgabe konfrontiert werden, mit der sich alle noch nicht auseinandergesetzt haben, da sie noch zu weit in der Zukunft liegt.

 

2. Konkrete Aufgabe im vorgegebenen Zeitraum sicher und erfolgreich lösbar:

Diese Aufgabe muss so gestellt werden, dass sie sicher im vorgegebenen Zeitraum (bei uns innerhalb von zwei gemeinsamen Tagen) von der Kleingruppe lösbar ist. Sie muss gut formuliert sein und ein (Detail-)Problem beinhalten, auf das die Studierenden bei der Bearbeitung ihrer Projektarbeit in Zukunft stoßen werden.

 

3. Arbeitsergebnisse müssen später konkret anwend- und nutzbar sein:

Die erarbeiteten Ergebnisse und Lösungsstrategien müssen im späteren Projektablauf dann tatsächlich nutzbar sein. Bei ihrer Projektarbeit stießen die Studierenden später auf das bereits bearbeitetet Problem und konnten auf die zuvor gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze zurückgreifen und sie anwenden und umsetzen.

Über das Arbeiten an konkreten Inhalten überwanden die Studierenden schnell Ihre Berührungs- und Blamageängste und fanden bei den gegenseitigen Besuchen zu konstruktiver Zusammenarbeit zusammen.

 

 

Interaktives Studio, Foto: Rhalda Jansen Internationales Studio. Foto: Rhalda Jansen

 

Thematischer Hintergrund

 

Durch die guten ökonomischen Umstände erfährt die Stadt München aktuell ein starkes Wachstum, welches auch einen spürbaren Anstieg von Wohnungsbauprojekten zur Folge hat. Es fällt auf, dass innerstädtische Projekte zwar um Attraktivität und Qualität für Familien mit Kindern bemüht sind, diese aber durchgehend im hohen bis luxuriösen Sektor angesiedelt werden.

 

Im Gegenteil dazu wird in der niederländischen Stadt Rotterdam nach der Fertigstellung der Großprojekte des Bahnhofs, der Stadtverwaltung, der Markthalle etc. die Wohnungsbau-Produktion zurückgebracht auf kleinmaßstäbliche Einpassungen mit der Tendenz, dass das Wohnangebot im Stadtzentrum nur noch eine geringe Familienfreundlichkeit aufweist.

Aus ganz unterschiedlichen Hintergründen ergeben sich also ähnliche Notwendigkeiten für die zukünftigen Planungen der beiden Städte.

 

Die Aufgabe ist der konkrete Entwurf eines innerstädtischen Wohngebäudes, welches auch das nötige städtische Programm aufweisen muss. Die Arbeit beginnt mit der Besichtigung und Analyse von klassischen Wohnbaukomplexen der jeweils anderen Stadt.

 

 

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