Projekt

Fakultät 01
Regionales Bauprojekt in Südafrika: Untersuchung der Rahmenbedingungen, Konzeptplanung und Umsetzung vor Ort
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: interkulturell, nachhaltig, forschend, unternehmerisch
AutorIn:
Clemens Richarz, Markus Dobmeier
Jahr:
2015
Weiteres

Studiengang: BA-Architektur

Name der Lehrveranstaltung: Seminar und Bauexkursion


 
Lernzielbeschreibung

Welche Kompetenzen sollen die Studierenden erwerben?

 

Die Studierenden

  • entwerfen Planungsstrategien für die Realisierung einer sozialen Bauaufgabe im Entwicklungszusammenhang (Hausbau in Mzabma, Südafrika)
  • erlernen interkultureller Kompetenz durch Bau vor Ort
  • erlernen fachübergreifende Inhalte und Fragestellungen zum Bauen in Entwicklungsregionen
  • führen eine experimentelle Untersuchung und praktische Anwendung von einfachen Bautechniken druch
  • gewinnen vertieftes Verständnis für die Praxis ökologisch nachhaltiger und klimagerechter Bauweisen und die Beziehung zwischen Material, Konstruktion und Gestalt
  • realisieren selbständige, teambezogene Projektorganisation bei Vorbereitung und Ausführung
  • gestalten Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsames Bauen mit lokaler Bevölkerung

 

Bei diesem studentischen Bauprojekt werden bei der eigenhändigen Umsetzung die Konsequenzen, die sich aus den in theoretischem Forschen und Entwerfen erarbeiteten Ansätzen ergeben, für die Studierenden in besonderer Weise anschaulich und überprüfbar. Die Erarbeitung von interdisziplinärem Wissen und die Vernetzung der Lehrinhalte ist eine wichtige Voraussetzung, um die Anforderungen an eine vollständige und konsistente Planung in ihrem Gesamtzusammenhang zu erfassen. Ziel ist es, auf allen Ebenen des Projektes ein erweitertes Verständnis für die komplexen Prozesse von Planung und Realisierung und allgemein für die Bedeutung verantwortungsbewussten Handelns als Architekt zu vermitteln. Den Studierenden wird bei Projekten im Entwicklungszusammenhang zudem die Möglichkeit eröffnet, sich in einem fremden kulturellen Kontext und in der Konfrontation mit unterprivilegierten Lebensumständen freiwillig zu engagieren, globales und gesellschaftliches Bewusstsein zu entwickeln und einen solidarischen Beitrag zu sozialer Entwicklung zu leisten.

 

Beschreibung der durchgeführten Lehrinnovation

  • Planung eines Schulhauses in Südafrika
  • Bau- und Projektplanung
  • Bau des Gebäudes vor Or

 

Die planerischen Grundlagen für die Errichtung eines Klassengebäudes im Schuldorf der Ithuba School Mzamba, Südafrika entstanden in einer einsemestrigen Vorbereitungsphase. Es wurden dabei praxisbezogene Lösungsansätze für die Bedürfnisse dieser Schule und ihrer funktionalen und ökonomischen Bedingungen entwickelt, die schließlich bei der Realisierung auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden konnten. Der gesamte Planungs- und Bauprozess, von der Strukturierung der Aufgabe und dem konzeptionellen Entwurf, bis zu allen Fragen der Ausführung und Baudurchführung wurde in der Vorbereitung und auf der Baustelle durchlaufen und damit alle Phasen der Architektentätigkeit abgebildet.

 

Bei den Recherchen zum Projekt war die Auseinandersetzung mit den kulturellen und sozioökonomischen Hintergründen ebenso von Bedeutung wie die Untersuchung von klimagerechten Gebäudekonzepten und einfach anwendbaren, ortsbezogenen Bautechniken. Aspekte des Projektmanagements und der Kostenplanung, sowie Materialuntersuchungen und haustechnische Planung mussten umgesetzt und folgerichtig integriert werden. Während einer mehrwöchigen Bauexkursion in den Semesterferien wurde das Gebäude realisiert. Die Teilnehmer haben dabei sämtliche Arbeitsschritte und Gewerke zur Errichtung des Schulhauses selbst ausgeführt und durch eigenhändiges Erproben und Anwenden ein vertieftes Verständnis für die Zusammenhänge von Material, Konstruktion und architektonischer Gestalt erworben. Die logistischen und technischen Herausforderungen der Baustelle förderten dabei selbständiges Denken, spontane Kreativität, Kommunikations- und Teamfähigkeit. Die persönliche Begegnung mit den Problemen und Lebensbedingungen einer fremden Weltregion eröffnete den Studierenden gleichzeitig neue Sichtweisen in einem globalen Zusammenhang und erforderte eigene Standpunkte und Vorstellungen zu hinterfragen. Durch die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung waren die Teilnehmer in engem Kontakt mit dem Alltag der Menschen im Umfeld des Bauprojektes und konnten die Bedeutung gemeinschaftlichen Lernens und interkulturellen Austausches intensiv erfahren. Die Realisierung des Projektes wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Bauen für Orangefarm“ ermöglicht. www.orangefarm-ev.de

 

Erfahrungen

 

20

 

21

 

dobmeier_02

 

Betonieren von Bodenplatten und Fundamenten

 

 

dobmeier_03

 

Überarbeitung der Gebäudeplanung vor Ort

 

 

dobmeier_04

 

Formteile und Musterstücke für Lüftersteine

 

 

dobmeier_05

 

Versetzen von selbst erstellen Beton-Fertigteilen

 

 

dobmeier_06

 

Einbau von Fensterelementen im Klassenraum

 

 

dobmeier_07

 

Fertiges Schulhaus mit Kindern der Ithuba School