Projekt

Fakultät 01
Reparatur: Anstiftung zum Denken und Machen / Repair and Replacement
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: digital, nachhaltig
AutorIn:
Silke Langenberg, Kathrin Traube, Klaus Sailer
Jahr:
2015
Weiteres

beteiligte Lehrende: Sascha Schwarz

Studiengang und Studienfachrichtung: Architektur, Master (Wahlfach; Veranstaltung als „English Course“ geöffnet für Studierende anderer Fakultäten)

Name der Lehrveranstaltung: Theorie MA


 

Lernzielbeschreibung

Welche Kompetenzen sollten die Studierenden erwerben?

 

Die Studierenden

  • diskutieren und überprüfen die Reparaturfähigkeit von Produkten und Konstruktionen.
  • entwickeln ein Reparaturkonzept für ein kaputtes Objekt und führen die Reparatur selbständig durch.
  • lernen neue digitale Modellierungs- und Fabrikationstechniken kennen und anwenden.
  • werden für die Bedeutung der Reparaturfähigkeit und nachhaltigen Entwicklung des Baubestandes sensibilisiert.

 

 

Ablauf

  • interdisziplinäres Arbeiten in Englisch
  • Reparaturen mittels 3D-Drucker im cLab der HM
  • Präsentation der Ergebnisse auf der „MakeMunich“-Messe im Januar 2016

 

 

Hintergrund:

 

Die Lebensdauer von Produkten nimmt seit Jahren stetig ab. Viele Materialien und Konstruktionen sind weder dafür gedacht, noch nicht dafür gemacht, lange Zeiten zu überdauern. Der Reparaturfähigkeit wird ein immer geringerer Stellenwert beigemessen – Austausch und Ersatz sind zum Normalfall geworden. Komplexe Konstruktionen, schwierige Materialien und industrielle Herstellungsprozesse haben nicht nur im Produktdesign sondern auch in der Architektur dazu geführt, daß eine handwerkliche Reparatur oftmals gar nicht möglich ist.

 

 

Beschreibung der durchgeführten Lehrinnovation

 

Im Rahmen des Lehrprojektes wurde die Reparaturfähigkeit von Produkten und Konstruktionen diskutiert und überprüft. Anhand eines kaputten Objektes aus dem eigenen Besitz wurde von jeder/m Studierenden zunächst ein Konzept für die Reparatur entwickelt, anschließend wurde es unter Anleitung selbständig repariert. Dabei kamen vor allem digitale Modellierungs- und Fabrikationstechniken zum Einsatz, um den Studierenden die neuen und innovativen Möglichkeiten näher zu bringen.

Ziel des Projektes war es, die Studierenden einerseits für die Bedeutung der Reparaturfähigkeit und nachhaltigen Entwicklung des Baubestandes zu sensibilisieren und ihnen andererseits die neuen, digitalen Fabrikationstechniken, Maschinen und Möglichkeiten näher zu bringen.

In den vergangenen zwei Semestern wurden bereits Reparatur-Seminare durchgeführt, jedoch „recht provisorisch“ in Kooperation mit dem Haus der Eigenarbeit, dem FabLab München und dem cLab der Hochschule München. Durch die Anschaffung eines neuen 3D-Druckers aus den Mitteln des QualiFive-Projektes sowie eines kleineren Zuschusses durch den „Strascheg-Center for Entrepreneurship“ wurde nun einer deutlich größeren Gruppe von Studierenden der Zugang zu digitalen Fabrikationstechniken erleichtert.

Durch die Aufstellung, Wartung und Verwaltung des 3D-Druckers in den Räumen des cLabs der Hochschule München steht dieser seit Abschluss des Projektes allen Studierenden der Hochschule München zur Verfügung.

Die Lehrveranstaltung wurde in englischer Sprache angeboten und auch für Studierende anderer Fakultäten geöffnet.

Die Ergebnisse des Seminars wurden im Rahmen der „MakeMunich“-Messe im Januar 2016 an einem eigenen Stand und auch im Rahmen eines Vortrags präsentiert.

 

 

Erfahrungen

 

Durch die selbständige Arbeit mit den digitalen Werkzeugen waren die Studierenden gezwungen, sich mit den neuen Techniken und Geräten auseinanderzusetzen. Dies ermöglicht es ihnen nun, sie auch in anderen Bereichen ihres Studiums – beispielsweise für den Modellbau – anzuwenden. Darüber hinaus werden die im Rahmen des Seminars erworbenen Kenntnisse mittlerweile von vielen Architekturbüros gewünscht, so dass den Studierenden ihre Zusatzqualifikation auch nach Abschluss des Studiums weiterhelfen wird.

 

Durch die Durchführung der Lehrveranstaltung in englischer Sprache und die Öffnung für Studierende anderer Fakultäten kam ein interessanter, interdisziplinärer Austausch zustande. Nachgefragt wurde das Lehrangebot neben den Studierenden der Fachrichtung Architektur vor allem auch von Studierenden aus dem Bereich Nachhaltigkeit.

 

MakeMunich1