Projekt

Fakultät 01
Planung und Herstellung von Betonkanus mit Teilnahme an der internationalen Betonkanuregatta 2015
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: nachhaltig, forschend
AutorIn:
Christoph Dauberschmidt, Arthur Wolfrum
Jahr:
2015
Weiteres
Studiengang: Wahlpflichtfach BA Sichtbeton – Betontechnologie
Name der Lehrveranstaltung: Sichtbeton – Betontechnologie, Module: „Sichtbeton“ und „Erweiterte Betontechnologische Kenntnisse“
Fakultät: Kooperation von FK 01 und FK 02

 

Lernzielbeschreibung

Welche Kompetenzen sollten die Studierenden erwerben?

  • interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architekten und Bauingenieuren
  • Verbindung von theoretischer Planung mit praktischer Umsetzung
  • betontechnologische, ökologische und handwerkliche Kompetenzen

 

Die Kompetenzen der Studierenden sollten im Bereich der Eigenverantwortung, der Eigenständigkeit der Teambildung gestärkt werden. Ferner soll durch das problem based learning ein neues Lehrkonzept zur Förderung der Kompetenzen eingeführt werden. Besonders wichtig war es, die beiden Nachbar-Fakultäten Bauingenieurwesen und Architektur durch dieses Modul näher zusammen zu führen.

 

 

Beschreibung der durchgeführten Lehrinnovation

  • problem based learning und interdisziplinäre Teamarbeit
  • Planung und Bau eines Betonkanus
  • Teilnahme mit dem Kanu an der Betonkanuregatta

 

Bei der 15. Deutschen Betonkanu-Regatta am 19. und 20. Juni in Brandenburg an der Havel stellten die Studierenden der Hochschule München erneut die technischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton unter Beweis. In einem fakultätsübergreifenden Kurs zum Thema „Sichtbeton“ entwickelten und fertigten die Studierenden der FK 01 (Architektur) und der FK 02 (Bauingenieurwesen) zwei Kanus und einen Katamaran aus Beton - zunächst theoretisch und dann praktisch im Betonlabor. Neben Vorlesungen wurden Themen in Form von „problem based learning“ in Gruppenarbeit bearbeitet.

 

Es galt ein Betonkanu zu planen und zu produzieren, das neben den geforderten Eigenschaften (Wasserdicht, leicht) auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit (CO2-Optimierung) durch Verwendung von kalzinierten Tonen und evtl. Reishülsenasche optimiert ist. Diese Kanus wurden durch das MUAS-Team bei der internationalen Betonkanuregatta präsentiert (http://www.betonkanu-regatta.de/) und im Wettrennen eingesetzt.

 

Schnittige Form, ausgefeiltes Betonrezept und kooperatives Antriebskonzept

 

Nur knapp zwei Monate haben die Studierenden benötigt vom ersten Entwurfskonzept bis zum Bau der Kanus und des Katamarans - abstimmen, planen, sägen, schrauben, betonieren... Die Kanus aus glasfaserverstärktem Leichtbeton besitzen eine Wandungsstärke von lediglich fünf Millimetern. Durch Optimierung der Zusammensetzung war es den Studierenden gelungen, einen trotz dieser geringen Wandstärke absolut wasserundurchlässigen Beton zu herzustellen. Die Schwimmkörper des Katamarans wurden mittels selbstverdichtenden Leichtbetons und normaler Stahlbewehrung erstellt. Angetrieben über voneinander unabhängige Schaufelräder war der Katamaran auf der Stelle drehbar und pflügte elegant durchs Wasser. Bewegt von einer Architekturstudentin und einem Bauingenieurstudenten war ein effizientes Vorankommen nur möglich, sofern sich beide miteinander verständigten - gemäß dem Motto: Alle ziehen an einem Strang!

 

Im Anschluss an die Betonkanuregatta wurden mit den Studierenden und den Professoren Dauberschmidt (FK02) und Wolfrum (FK01) noch spannende Sichtbetonbauwerke in Berlin besucht. Die Umsetzung des Projekts wurde durch das Förderprogramm QualiFIVE gefördert und von der Betonmarketing Süd unterstützt.

 

Dieses inhaltlich neu ausgerichtete Modul soll dauerhaft jedes Sommersemester durchgeführt werden.

 

 

Erfahrungen

 

Das maßgebliche Lernziel war das fakultätsübergreifende Erarbeiten von Inhalten durch problembasiertes Lernen. Durch die Überarbeitung des bisherigen Moduls „Sichtbeton“ liegt nun der Fokus weniger auf der Vorlesung sondern auf dem gemeinsamen Erarbeiten von Inhalten wie Literaturrecherche, gemeinsames Planen und gemeinsames Herstellen von z.B. des oder der Betonkanus. Hieran konnten viele betontechnologische, ökologische und handwerkliche Gesichtspunkte „im Tun“ erlernt werden. Ferner wurde durch die gemeinsame Teilnahme an der Betonkanuregatta das Zusammenfinden der Studierenden unterschiedlicher Fakultäten gefördert.

 

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