Projekt

Fakultät 11
Global Sessions zu Challenges of Migration - Exkursion Schweden
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: interkulturell
AutorIn:
Angelika Iser
Jahr:
2016
Abschließende Evaluation im grünen Herzen Stockholms
Abschließende Evaluation im grünen Herzen Stockholms

 

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Global Sessions am Ersta Sköndal University College in Stockholm erhielt eine Gruppe Studierender der Fakultät 11 die Möglichkeit, an dieser internationalen Fachtagung teilzunehmen. Ein Großer Dank an alle, die diese Reise für die Studierenden ermöglicht haben!

Die Global Sessions sind eine internationale Studierendenkonferenz, die in Kooperation des Ersta Sköndal University College (Schweden) ausgerichtet wurde mit:

  • Loyola College of Social Sciences in Kerala (Indien)
  • Glasgow Caledonian University (Schottland)
  • Technological Educational Institute of Athens (Griechenland)
  • und unserer Hochschule München (Deutschland).

Aus München nahmen Prof. Dr. Angelika Iser und M.A. Barbara Solf-Leipold mit einer Gruppe von 15 Studierenden aus verschiedenen Semestern des BA Soziale Arbeit teil.

Vortrag zur Studie von Prof. Dr. Mutz mit Barbara Solf-Leipold (links) und Studieren-den der Fakultät 11
Vortrag zur Studie von Prof. Dr. Mutz mit Barbara Solf-Leipold (links) und Studieren-den der Fakultät 11

 

Lernziele

  • International vergleichende Einblicke und Auseinandersetzung in und mit Rahmenstrukturen der Flüchtlingspolitik in Hinblick auf die Soziale Arbeit
  • Fachspezifischer Austausch in englischer Sprache
  • Diskussion und Reflektion in internationaler Runde

Die Global Sessions stellten für Studierenden der Fakultät 11 der Hochschule München eine besondere Möglichkeit dar, die höchst aktuelle Thematik der „Herausforderungen von Flucht und Migration für Sozialarbeiter/innen in Europa und weltweit“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, diskutieren und reflektieren zu können.

Durch die internationale Teilnahme von Lehrenden und Studierenden aus sozialpädagogischen Studiengängen verschiedener Hochschulen und Universitäten fanden alle Vorträge und Austauschrunden in englischer Sprache statt, wodurch die fachspezifische Kommunikation in dieser Sprache intensiv trainiert wurde.

Durch die vielfältigen Diskussions- und Austauschrunden wurden die länderspezifischen politischen und fachspezifischen Unterschiede differenziert betrachtet und die TeilnehmerInnen wurden dadurch zu einer kritischen Auseinandersetzung des eigenen Standpunktes angeregt.

Diskussion, Reflektion und Austausch in kleiner Runde bei „Sida“
Diskussion, Reflektion und Austausch in kleiner Runde bei „Sida“

 

Mit den durch diese Fachtagung erlernten Fähigkeiten wurden die Studierenden sensibilisiert dafür, auch in Zukunft in anderen kulturellen Bereichen auf professioneller Ebene Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Probleme und Lösungen zu erkennen und für das fachlich-professionelle Handeln zu nutzen.

Ablauf des Projekts

  • Vorträge zum Thema durch die Lehrenden und die Studierenden der beteiligten Hochschulen.
  • An die Vorträge anschließende tiefgehende Diskussionen und Auseinandersetzungen mit den Herausforderungen der Migration und mit den eigenen Standpunkten und nationalen Erfahrungen
  • „Field Visits“- Hospitation in lokalen Einrichtungen
  • Geselliger Austausch bei Fika und gemeinsamen Abendessen

Zusammen mit Frau Prof. Dr. Iser und Frau Solf-Leipold erarbeiteten die Münchner Studierenden im Vorfeld der Global Sessions drei Präsentationen, die einen Einblick in die sozialpädagogischen und politischen Herausforderungen durch Migration und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Deutschland geben sollten. Dabei wurde durch Studierende der Hochschule München die Studie von Prof. Dr. Gerd Mutz et al. zum Thema "Engagement für Flüchtlinge in München" vorgestellt und von Barbara Solf-Leipold durch einen Vortrag zum deutschen Aufnahme- und Asylverfahren eingebettet und eingeleitet. Frau Prof. Dr. Iser gab einen Einblick in das bayerische Schulsystem und die Rolle der Schulsozialarbeit, um die anschließenden praktischen Einblicke in zwei schulische Institutionen zu ermöglichen. Hier stellten Studierende zum einen die Schulsozialarbeit im Rahmen der „Übergangsklasse“ in Rosenheim vor, die Flüchtlingskindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund den Einstieg in eine Regelklasse erleichtert. Zum anderen wurde das Konzept und Vorgehen der Lehrenden und der Schulsozialarbeit am Beispiel der Münchner Schlauschule erläutert, eine Schule, welche sehr erfolgreich dabei ist, junge Flüchtlinge zu einem Schulabschluss zu führen. Schließlich berichtete Frau Solf-Leipold zur Frage nach guten Beispielen und Methoden der Sozialen Arbeit im Umgang mit aktuellen Herausforderungen der Migration von ihren eigenen Erfahrungen und Eindrücke der „Willkommenskultur“ für Flüchtlinge in Deutschland, während Frau Iser den Rahmenvortrag zum Thema vorbereitete.

Prof. Dr. Angelika Iser beim Vortrag zum Schulsystem und zur Schulsozialarbeit in Deutschland
Prof. Dr. Angelika Iser beim Vortrag zum Schulsystem und zur Schulsozialarbeit in Deutschland

 

Während der einwöchigen Global Sessions wurden nach einer anregenden Runde zum wechselseitigen Kennenlernen und Mischen der Gruppen zunächst aus schwedischer Sicht und später von allen weiteren beteiligten Ländern Vorträge zum Thema gehalten. Diese mündeten in einen regen und kritischen Austausch in verschiedenen Diskussionsrunden. Dabei konnten durch die kritische Auseinandersetzung in der Gruppe eigene Standpunkte reflektiert, erweitert und verändert werden.

Mit Freude wurden in Abwechslung zu den wundervollen und interessanten Vorträgen die Möglichkeiten der typisch-schwedischen Kaffee-und-Kuchen-Pause (genannt „Fika“) genutzt. Außerdem wurden alle am ersten Abend in Stockholm von der Vertretung der Studierenden der Hochschule in Stockholm zu einem hervorragenden Abendessen eingeladen. Und auch die Hochschule lud in der Mitte der Woche zum Abendessen ein. Der entspannte Austausch während dieser Zeit förderte eine produktive Lernatmosphäre und ein gutes Kennenlernen über die Länder- und Hochschulgrenzen hinweg.

Die Lehrenden und Studierenden der aller beteiligten Hochschulen begeisterten mit interessanten und eindrucksvollen Einblicken in die Soziale Arbeit in Bezug auf Migration und Flucht ihrer Heimatländer. Die genauen Themen dieser Vorträge kann aus dem Programm entnommen werden. Ergänzt wurden die Vorträge durch Möglichkeiten von Field Visits, die jedeR TeilnehmerIn nach eigenen Interessen wählen konnte. Diese waren:

  • European Social Fund (ESF)
  • Stockholms stadsdelsförvaltning (City of Stockholm, social service unit) (Städtische Sozialarbeit)
  • City Mission Stockholm (Crossroads and social programs) (Städtische Sozialarbeit für ausländische BürgerInnen)
  • True Schedvin, Swedish International Development Cooperation (Sida) (Entwicklungshilfe)
  • Stora Sköndal, refugee reception (homes) and integration facilities (Flüchtlingsunterkunft auf dem Campus)
  • Association of Local Authorities and Regions (SKL) (Regierungssitz der Kommunalpolitik)

Eine Teilgruppe auf dem Weg zu „Sida“
Eine Teilgruppe auf dem Weg zu „Sida“

 

Einen weiterer Bestandteil unserer Teilnahme an den Global Sessions waren die regelmäßigen Reflexionen im Kreise der Studierenden der Hochschule München. Sowohl in Stockholm als auch an der Hochschule fanden dazu Treffen statt, in denen jedeR die Möglichkeit hatte, das Erlebte zu reflektieren.

Erfahrungen

Die Studierenden erhielten die Möglichkeit, einen Kontakt zu den Studierenden und Lehrenden der verschiedenen, sehr unterschiedlichen beteiligten Länder herzustellen und in Kommunikation zu treten. Diese Erfahrungen empfanden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen als sehr bereichernd (einige der Eindrücke finden sich am Ende dieses Berichts). Der Austausch fand dabei nicht nur im Rahmen des Programms, sondern auch außerhalb dessen in der gemeinsam gestalteten Freizeit statt. Vor allem die Unterschiede im Verständnis der Sozialen Arbeit, der Rahmenbedingungen und Inhalte der landesspezifischen Ausbildung, aber auch die sich nach und nach ergebenden Gemeinsamkeiten, beschrieben die Studierenden als eine Erfahrung, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben war als etwas, dass sie ohne die Teilnahme nicht erfahren hätten.

So empfanden die Studierenden die Global Sessions...
So empfanden die Studierenden die Global Sessions...

Für die meisten Studierenden war es außerdem eine erste Möglichkeit, in den Kontakt zu einer der Partner-universitäten der Hochschule zu treten. Dies hat vor allem großes Interesse an einem möglichen Auslandssemester in Stockholm geweckt. Vor allem empfanden sowohl Studierende als auch Lehrende die Global Sessions als einen Schritt das Studium der Sozialen Arbeit mit zunehmender Internationalität zu gestalten, was sicherlich in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnehmen wird.



...und so empfanden die Lehrenden die Global Sessions
...und so empfanden die Lehrenden die Global Sessions

„This year at the Global Sessions of Ersta Sköndal University College, we invite you to reflect upon good practices in social work interventions, with different European and Global perspectives that give hope in times of turmoil and crisis with a special focus on the current migrations situation. Share your expectations, experiences and dreams about the fact that a Better World is Possible.“ (Johan Gärde, Mitgründer der Global Sessions, übernommen aus dem Programmheft)

Anna Huber, Verena Heller, Jana Stöckle, Prof. Dr. Angelika Iser