Projekt

Fakultät 11
Evidencebasierung und Cultural Awareness in der klinischen Entscheidungsfindung
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: interkulturell, forschend
AutorIn:
Astrid Herold-Majumdar
Jahr:
2016

 

Ziele

Zielsetzung der ersten Phase war die Pilotierung des Instrumentariums zur Erfassung der Kompetenzentwicklung der Studierenden. Zunächst wurde ein Instrument zur Erfassung der kulturellen Achtsamkeit (Cultural Awareness) vom Englischen ins Deutsche übersetzt und erprobt.

Ziel der Begleitstudie ist die Überprüfung der Effektivität der Neukonzeption des Lehr-Lernkonzeptes, das auch ein studentisches Austauschprogramm in die USA vorsieht. Durch die gezielte Auswahl der StudienteilnehmerInnen und die geringe Stichprobengröße können keine repräsentativen und verallgemeinerbaren Aussagen abgeleitet werden. Das entwickelte Studiendesign und das erprobte Instrumentarium können jedoch auf große Populationen zukünftig übertragen werden.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 12 Studierende, aus dem 7. und 9. Fachsemester Pflege (BSc), an dem Austauschprogramm teil. 19 Fragebögen von 10 TeilnehmerInnen wurden retourniert. Die Daten von 9 TeilnehmerInnen (7 Frauen und 2 Männer im Alter zwischen 22 und 29 Jahren) konnten in die Auswertung eingeschlossen werden. Damit sind repräsentative Aussagen für die Kohorte nicht möglich, jedoch Tendenzen feststellbar. Die Anwendbarkeit des Testinstrumentariums sowie Verbesserungspotentiale im Studienaufbau und Ablauf konnten überprüft werden. Die CAS erwies sich in ihrer deutschen Übersetzung als sehr gut anwendbar und verstehbar für die StudienteilnehmerInnen. Es wurden zusätzlich soziodemographische Daten erhoben, die auch mögliche Einflussfaktoren auf die kulturelle Achtsamkeit beinhalteten. Eine Ergänzung um die Erhebung der beruflichen Tätigkeit neben dem Studium scheint für die Zukunft sinnvoll. Es konnten höhere Ausgangswerte im Gesamtscore der CAS bei den TeilnehmerInnen, die vor dem Austauschprogramm das Modul besucht hatten, festgestellt werden, wobei zur Signifikanz keine Aussage getroffen werden kann. Der Wert hat sich durch das Austauschprogramm bei den TeilnehmerInnen des Moduls nicht wesentlich verändert. Der größte Unterschied (statistisch nicht nachweisbar, aufgrund der geringen Fallzahl) im Vergleich zum Median des Subskalen?-Scores vor der Intervention zeigte sich in der Kategorie „general educational experiences“. Diese Kategorie erfasst die Einschätzung der Studierenden über die Bedingungen des Studiengangs zur Entwicklung der kulturellen Achtsamkeit (Verhalten der Lehrenden, Aktivitäten, Erfahrungen in der Lehre).

Schlussfolgerung

Die Pilotierung zeigt eine gute Anwendbarkeit der Cultural Awareness Scale in der deutschen Übersetzung. Tendenziell scheint die Intervention, studentisches Austauschprogramm mit einer Partnerhochschule in den USA, auf die StudentInnen, die auch das neukonzipierte Modul besucht haben, keinen größeren Einfluss als das Modul selbst auf die Entwicklung der kulturellen Achtsamkeit zu haben. Die Kohorten?Studie soll nun so angelegt werden, dass der Schwerpunkt weiter auf der Entwicklung des Lehr-Lernkonzeptes liegt. In der zweiten Phase soll eine Erhebung vor und nach dem Modul durchgeführt werden, um die Wirkung des didaktischen Konzeptes zu überprüfen. Die Kombination mit einer qualitativen Erhebung, z.B. in Form von narrativen oder teilstrukturierten Interviews mit den Studierenden, erscheint für den Erkenntnisgewinn sinnvoll.

Über das Projekt wurde auch in der Lokalpresse von Aiken , South Carolina, berichtet.

Der vollständige Bericht der Begleitstudie steht zum Download zur Verfügung.