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Projekt

Fakultät 09
FuE-Lernen Industrielle Biotechnologie(Ind-Bio)
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: forschend, nachhaltig
AutorIn:
Jahr:
2016

Lernziele:

Forschend:

Das Modul „Industrielle Biotechnologie“ findet im 4. Semester im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen, Studienrichtung Bio/Umwelttechnologie, statt. Als Lernziele sollen sich die Studierenden aktuelle Anwendungsmöglichkeiten der Biotechnologie und das dafür nötige Fachvokabular erarbeiten, um auch zukünftige Anwendungsgebiete der Biotechnologie einschätzen zu können. Das FuE-Lernen soll auf das wissenschaftliche Arbeiten, u.a. im Rahmen der Bachelorarbeit, vorbereiten. Zudem müssen sich die Studierenden mit der in der Biotechnologie überwiegend englischen Fachliteratur auseinander¬setzen. Detaillierte Ziele finden sich auch in der Ablaufbeschreibung.

Unternehmerisch / Nachhaltig:

Folgendes Beispiel verdeutlicht den Ansatz des FuE-Lernens, bei dem auch die Profilmerkmale unternehmerisch und nachhaltig addressiert werden. Der Autor betreibt angewandte Forschung im Bereich Bioprozesstechnik, Biotechnologie, Technologie-Bewertung und -entwicklung in den Forschungsschwerpunkten „Produktion und Werkstoffe“ sowie im „CANTER“ (Centrum für Angewandtes Tissue Engineering und Regenerative Medizin) der Hochschule München.

Die Studierenden werden im Modul konkret in diese FuE-Themen involviert, z.B. im Projekt „Biozementierung“. Dieses Verfahren nutzt Kalk-bildende Bakterien und kann eingesetzt werden, um nachhaltig Baumaterialien zu reparieren (z.B. Ersatz chemischer Versiegelungen von Beton) oder die Energieintensive Herstellung von Ziegeln (Brennprozess >1000°C) durch einen biobasierten Ansatz zu ergänzen oder gar zu ersetzen. Die Studierenden sollen neue Applikationen und Produkte für die Biozementierung erarbeiten und beispielhaft mögliche Absatzmärkte recherchieren. Dies fördert in hohem Maße unternehmerisches Denken. Dementsprechend ergänzt das FuE-Lernen (im Vergleich zum rein Forschenden Lernen) die Komponente „Entwicklung“ und zielt auch auf mögliche Produktentwicklungen ab.

Ablauf:

Im ersten Teil des Moduls werden in seminaristischem Unterricht verschiedene Aspekte industriell angewandter Biotechnologien in den Bereichen Pharma, Chemie, Lebensmittel und Landwirtschaft thematisiert. Begleitend dazu wird im zweiten Teil das FuE-Lernen als Methodik eingeführt und aktuelle Forschungsthemen im Laufe des Semesters von den Studierenden bearbeitet und Ergebnisse in der Vorlesung diskutiert. Der Ablauf ist dabei folgendermaßen:

1. Vorstellung FuE-Lernen und aktuelle Forschungsthemen in der Biotechnologie, Input zur Recherchetechnik

2. 2er-Teams bilden und Wählen eines Themas, erste Recherchen

3. Kurzvorstellung der Teams und bisheriger Ergebnisse; Diskussionsrunde

4. Formulieren und Einreichen einer Forschungsfragestellung

5. Vorstellung und Einreichung einer Ideenskizze

6. Peer Review der Skizze einer anderen Gruppe; Feedbackrunde und Überarbeiten der eigenen Skizze

7. Input zu Präsentationstechnik, Handout-Erstellung und konstruktives Feedback-Geben; Ausarbeitung und Einreichen der Präsentation

8. Präsentationen aller Teams und Feedbackrunden

Abgerundet wird das Konzept durch einen Gastvortrag zum Thema Patentwesen, den Besuch von Laboratorien und das Involvieren von wissenschaftlichen Mitarbeitern, die zu den behandelnden FuE-Themen der Vorlesung aktuell forschen. So bekommen die Studierenden aus erster Hand wertvolle Einblicke in eine forschende Tätigkeit und deren Praxisrelevanz.

Erfahrungen:

Das FuE-Lernen erfordert von den Studierenden eine offene, neuen Technologien gegenüber unvoreingenommene Haltung und Interesse an Forschung. Dies ist jedoch nicht immer gegeben. Um dem entgegenzuwirken, wählen die Studierenden aus breit gefächerten Themenvorschlägen selbst ein Thema aus und können zudem eigene Vorschläge einbringen.

Die Studierenden schätzen an diesem Lehrformat besonders den Praxisbezug, die Feedbackrunden zu ihren Präsentationen und den Ideenskizzen. Auch das selbstständige Erarbeiten der Themen wird äußerst positiv bewertet – trotz eines vielleicht etwas höherem Aufwand im Vergleich zu klassischen Vorlesungen.