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Projekt

Fakultät 12
Intelligente Alltags-Werkzeuge, Open Source & Open Design
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: forschend, digital
AutorIn:
Matthias Edler-Golla
Jahr:
2016
Leuchte mit Sleep- und Wecker-Funktion (Design: Marion Kacznar, Fabian Essigkrug, Lucia Powrie)
Leuchte mit Sleep- und Wecker-Funktion (Design: Marion Kacznar, Fabian Essigkrug, Lucia Powrie)

 

LERNZIELE:

Lernziele nachhaltig:

Die Studierenden verstanden am Ende unseres Projektes, dass es nicht nachhaltig ist, Produkte hier zu entwerfen, diese in China zu fabrizieren, um diese dann nach einem Transport um die halbe Welt hier wieder zu vermarkten. Sie konnten daraus die Schlüsse und Folgerungen ziehen, dass eine lokale Wertschöpfungskette deutlich weniger CO2-Emissionen produziert und entsprechend ihren Entwurf anpassen.

Lernziele forschend:

Durch eine eingehende Literatur-Recherche zu Beginn des Projektes beschäftigten sich die Studierenden mit Ansätze der aktuellen Design-Forschung zum Themenfeld Open Design. In Kurz-Referaten identifizierten sie dabei für unser Projekt relevante Themen und leiteten eigene Ansätze für ihre Konzepte ab. Parallel dazu evaluierten sie in unseren Studios disruptive Fertigungsmethoden (3D-Druck, Laser-Cutter…) und erhielten somit ein grundlegendes Verständnis, was (interessierte) Laien in Fablabs und Maker Spaces selber herstellen können. Diese beiden Recherche-Stränge (Literatur-Recherche und Hands-On-Workshops) setzten sie dann im eigenen Entwurf in Beziehung und entwarfen zeitgemäße Open-Design-Produkte.

Lernziele digital:

In der Recherche-Phase erstellten studentische Recherche-Teams Vergleiche zwischen bisherigen und zukünftigen Herstellungsverfahren (u.a. auch Industrialisierung 4.0) und präsentierten diese in Kurzvorträgen. Ein weitere Fokus lag dabei auf Open Source und dem damit eng verbundenen Gedanken der digitalen Vernetzung. Die Studierenden entwickelten im Laufe des Projektes ein wachsendes Verständnis von digitalen Besonderheiten (Jede Kopie ist identisch, Versionierung, keine Ortsgebundenheit…) und begannen einen Transfer dieser Eigenschaften in die dingliche Welt (Open Design Produkte) zu leisten. Sie konnten dabei auch prototypisch testen, welche der offenen Lizenzmodelle (Creative Commons, GNU…) für ihren Entwurf geeignet sind und reflektierten kritisch, wie viel Freiheit sie den (Weiter-)Nutzern ihrer Designs zugestehen mochten.

ABLAUF:

Als eine der ersten Aufgaben innerhalb des Projektes mussten die Kursteilnehmer*innen – unter der Anleitung unseres Laboringenieurs Thomas Wolf – die zwei 3D-Drucker hephestos-2 zusammenbauen, die als Bausätze geliefert und von qualiFIVE finanziert wurden. Somit wurde den Studierenden gleich zu Beginn des Entwurf-Prozesses klar, wie wichtig bei Open-Source- und DIY-Projekten eine gute Aufbauanleitung ist.

Parallel dazu fanden Workshops statt, in denen den Studierenden die Grundlagen des Programmierens von digitalen Prototypen mit Hilfe von Arduino und Particle vermittelt wurde. Eine Exkursion zur Euromold-Messe vermittelte zudem einen guten Eindruck, was aktuell mit High-End-3D-Druckern machbar ist.

Vier Wochen nach Projektstart stellten die Studierenden in Kurzreferaten ihre Recherche-Ergebnisse vor und bildeten Teams für die eigentliche Entwurfsphase. Das restliche Semester wurde dann verwendet, tragfähige Konzepte zu entwickeln, diese mit potentiellen Nutzer zu testen, die formale Gestaltung auszuarbeiten und Prototypen zu erstellen.

Die entstandenen Design-Modelle und Prototypen zeichneten sich dadurch aus, dass sie sowohl Hardware- als auch Software-Komponenten enthielten, zum Großteil in einem Fablab produzierbar wären, Open Hardware Komponenten verwendeten und der Source-Code frei zur Verfügung gestellt wurde.

ERFAHRUNGEN:

Rückblickend kann man sagen, dass die Studierenden in diesem Projekt sehr gefordert wurden, weil sie sich sowohl um die Gestaltung der Hardware als auch um die Umsetzung der Software für das digitale Prototyping kümmern mussten. Gerade für die digitalen/elektronischen Komponenten des Projekte wäre es sicherlich sehr hilfreich gewesen, wenn an dem Projekt auch Studierende aus anderen Studienrichtungen (Elektrotechnik, Informatik…) teilgenommen hätten. So blieben doch einige Konzepte noch in einem sehr frühen Prototypen-Stadium.



Unscharfe Zeitanzeige um den Menschen nur ein Gefühl für die Zeit zu geben und ihr Leben wieder ein bisschen zu entschleunigen (Design: Stefan Troendle)
Unscharfe Zeitanzeige um den Menschen nur ein Gefühl für die Zeit zu geben und ihr Leben wieder ein bisschen zu entschleunigen (Design: Stefan Troendle)

Über Entfernungen wissen, wie es dem anderen gerade geht – mit einem Knopfdruck (Design: Cornelia Gruber & Marika Tiikainen)
Über Entfernungen wissen, wie es dem anderen gerade geht – mit einem Knopfdruck (Design: Cornelia Gruber & Marika Tiikainen)

Universelle Fernbedienung (Design: Christopher Gross & Manuel Erhard)
Universelle Fernbedienung (Design: Christopher Gross & Manuel Erhard)

Rampe mit eingebautem Feuchtigkeitssensor für Skater-Parks (Design: Leander Holz)
Rampe mit eingebautem Feuchtigkeitssensor für Skater-Parks (Design: Leander Holz)

Die Shower Challenge App soll auf spielerische Weise zum Wassersparen anregen. Dazu ist die App mit einem W-Lan fähigen Particle Photon verbunden, welches über die angeschlossenen Sensoren das Duschverhalten aufzeichnet. (Design: Benedikt Dietz)
Die Shower Challenge App soll auf spielerische Weise zum Wassersparen anregen. Dazu ist die App mit einem W-Lan fähigen Particle Photon verbunden, welches über die angeschlossenen Sensoren das Duschverhalten aufzeichnet. (Design: Benedikt Dietz)