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Projekt

Fakultät 09
Learning by doing: Anwendung agiler Methoden in der Entwicklung von (Software-)Systemen
Kategorie:
Projekt
Themengruppe:
Kompetenzfelder: unternehmerisch, forschend, digital
AutorIn:
Olav Hinz
Jahr:
2016

Mit projektbasierter Lehre in agile Produktentwicklung einsteigen und Fahrt aufnehmen


LERNZIELE:

Das „AccelerateX-Manifest“:

- Der eigene Beitrag zu „wertvollen“ Produkten ist sinnvoller, als das Lösen abstrakter Aufgabenpakete.

- Die Bearbeitung selbstgewählter Arbeitspakete motiviert mehr, als die Abarbeitung der sich immer wiederholenden gleichen Übungsaufgaben.

- Die individuelle Auseinandersetzung mit einem Projekt über einen längeren Zeitraum ist nachhaltiger, als das oberflächliche Betrachten ständig wechselnder Themen.

Unternehmerisch

- Kontinuierliche Anwendung von Methoden der zyklischen Produktentwicklung (Design Thinking, LeanUX, Scrum)

- Verständnisaufbau über alle Tätigkeitsfelder der Softwareentwicklung: vom Anforderungsmanagement über die Implementierung bis zu Auslieferung und Betrieb

- Lernen eigene Entscheidungen zu treffen und zu verantworten

Forschend

- Identifikation der eigenen Interessen und Stärken durch Förderung der individuellen „Karriere“ innerhalb eines Projekts

Digital

- Die Themengebiete der Projekte sind aus dem Bereich „Applikationssysteme“

ABLAUF:

3. Semester:

Software Engineering 1

Anforderungen werden umgesetzt

die Studierenden erlernen unter Verwendung eines gefüllten Product Backlogs gänige Implementierungstechniken.

Die Teams (bestehend aus max 3 Studierenden) haben keinen Product Owner.

4. Semester

IT- Projektseminar 1

Umsetzung planen

Studierende erlernen durch Auslieferung eines Produktinkrements das Einholen und die Verarbeitung von Feedback.

Die Teams (3-5 Studierende) nehmen die Rolle Product Owner gemeinsam wahr.

5. Semester

IT-Projektseminar 2

Pläne entwickeln

Studierende erlernen ein Produktinkrement zu entwerfen, einen MVP umzusetzen und ein Product Backlog zu füllen.

Die Teams (max. 5 Studierende) haben einen eigenen Product Owner

Die Innovationen verbergen sich in unterschiedlichen Aspekten des Lehrkonzepts

- Die langfristig laufenden Projekte geben den Studierenden eine gewisse Sicherheit „etwas zu schaffen, was eingesetzt wird – und damit sinnstiftend ist“

- Der modulare Aufbau erlaubt die Abbildung individueller Projektabläufe und in gewissem Umfang individueller „Karrieren“ von Studierenden

- Der speziell für das Lehrkonzept aufgebaute Methoden- und Werkzeugkasten AccelerateX.org erhielt 2017 eine Nominierung beim SCE-Award in der Kategorie „beste wissenschaftliche Geschäftsidee“.

ERFAHRUNGEN:

Die Bearbeitung eines Projekts bedeutet für Studierende im Bachelorstudiengang das gleichzeitige Betreten von Neuland in fachlichen, technischen und organisatorischen Themenfeldern. Dies entspricht durchaus der Situation der beruflichen Praxis, erzeugt zunächst ein erhöhtes Maß an Unsicherheit.

Der Umgang mit Unsicherheit ist für Studierende zunächst unangenehm. Ein [bekanntes] Skript mit einer schriftlichen Prüfung [mit bekannten Musterlösungen] erscheint plötzlich die attraktivere Lernform.

Selbstorganisation benötigt Führung. Die Rahmenbedingungen der Bewertung und ihre Kommunikation erfordern ein hohes Maß an Planung. Sind die Anforderungen „zu lasch“, ergibt sich u.U. wenig Spielraum für eine differenzierte Bewertung. Erscheinen die Anforderungen als „unerreichbar“, ergeben sich rasch „Ausweicheffekte“.

Die Beschäftigung mit dem eigenen Thema stellt ein enormes Motivationspotential dar. Das eigene Thema ist dabei besser, als ein „ausgewähltes“. Bei Auswahl eines Themas aus einer vorgegebenen Liste ist und bleibt das Thema das des Lehrenden und ist nicht das eigene.

Es ist möglich, ein Projekt über 3 Semester zu bearbeiten. Studierende schätzen plötzlich die Konstanz und die Zeit. Andere beschäftigen sich jedes Semester mit einem neuen Projekt.