Navigation

 
 

DelphiNE

Ermittlung von Ressourcenschonungspotenzialen in der NE-Metallindustrie durch eine Zukunftsanalyse nach der Delphi-Methode


Prof. Dr. rer. pol. habil. Ralf Isenmann, Dipl.-Wirtsch.-Ing.


Die Produktion von Nichteisenmetallen (NE-Metallen) ist äußerst rohstoff- und energieintensiv und mit hohen Umweltwirkungen verbunden. Zu den NE-Metallen zählen prinzipiell alle Metalle bzw. deren Legierungen mit einem Eisenanteil von 50% oder weniger, darunter z.B. Kupfer, Aluminium, Nickel, Blei, Zink und Zinn sowie Bronze und Messing als Legierungen, aber auch Legierungsmetalle wie Wolfram, Vanadium und Chrom sowie Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. Eine strategisch mehrfach große Bedeutung haben solche NE-Metalle v.a. für Technologien zur Gewinnung, Speicherung und Wandlung erneuerbarer Energien, so etwa Kupfer und Seltene Erden für Windenergieanlagen, Platingruppenmetalle für Brennstoffzellen und Elektrolyse sowie Indium, Gallium, Silber und weitere für Photovoltaikzellen.


Eine besondere Brisanz für die NE-Metallbranche in Deutschland ergibt sich aus der Energiewende. Die ambitionierten Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien steigern nochmals die Bedeutung von NE-Metallen für die deutsche Wirtschaft. Zukunftstechnologien wie Photovoltaik- und Windenergieanlagen, Speichertechnologien, Elektromobilität und Brennstoffzellen spielen in sämtlichen Transformationsstrategien hin zu einer „Green Economy“ eine zentrale Rolle. Einige NE-Metalle werden gar als „kritisch“ betrachtet, bezogen z.B. auf Zugang und dauerhafte Versorgung. Solche ressourcenstrategischen Überlegungen werden gleichsam überlagert durch technische Herausforderungen in der NE-Metallbranche hin zu einer Steigerung der Energieeffizienz und zur konsequenteren Nutzung erneuerbarer Energien.


Im Rahmen des Forschungsprojekts wird mit Experten die Rolle der NE-Metallindustrie in einer „Green Economy“ diskutiert, und es werden mögliche Entwicklungsszenarien sowie Treiber und Hemmnisse identifiziert. Um eine solche Diskussion auf eine sachlich fundierte und methodisch gesicherte Grundlage zu stellen, bieten sich Methoden der Zukunftsforschung und hierbei insbesondere das bewährte Instrument der Delphi-Methode an.


Ausgehend von einer Analyse der aktuellen Entwicklungen erstellt das Forscherteam einen detaillierten Fragebogen, in dem die zentralen Akteure in der NE-Metallindustrie – darunter Wissenschaft, industrielle Produktion, Anlagenbau, Behörden und NGOs – ihre Einschätzungen dokumentieren. Das Besondere an der Delphi-Methode: In mehreren Befragungsrunden verdichten sich die Einschätzungen der Experten zu soliden Entwicklungstrends. In Zukunftsworkshops werden diese Trends zu möglichen Entwicklungsszenarien ausgebaut, und es werden die dazugehörigen Wege – sogenannte Roadmaps – entwickelt.


Ziele:

  • Analyse der aktuelle Entwicklung in der NE-Metallindustrie
  • Aufzeigen von Entwicklungspotenziale in der NE-Metallbranche mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen
  • Entwürfe von Szenarien für eine zukünftige ressourceneffiziente NE-Metallindustrie bis zum Jahr 2030


Das Forschungsprojekt wurde vom 01.09.2013 - 28.02.2016 durch das Umweltbundesamt (UBA) gefördert.


Partner waren:

  • afortec GbR, Bremen
  • Universität Bremen, Fachgebiet Technikgestaltung und Technologieentwicklung, Fachbereich Produktionstechnik