Navigation

 
 

Structural Glazing

Systematische Untersuchung des Trag- und Versagensverhaltens von geklebten Stahl-Glas Verbindungen

Prof. Dr.-Ing. Christian Schuler
Fakultät für Bauingenieurwesen


Im konstruktiven Glas- und Fassadenbau wird die Klebtechnik zur Verbindung von Glasscheiben mit metallischen Adapterrahmen genutzt. Diese Verbindungstechnik wird als Structural Glazing (SG) oder Structural Sealant Glazing (SSG) bezeichnet und als linienförmige, tragende Klebung unter Verwendung von Silikonklebstoffen oder Hochleistungsklebebändern ausgeführt.


Die hierfür verfügbaren technischen Richtlinien werden dem Stand der Technik nicht mehr gerecht. Zum einen existieren Einschränkungen bei der Anwendung. So darf die Verklebung nur für vierseitig linienförmig, umlaufend gelagerte Glaselemente angewendet werden. Das Eigengewicht muss dabei mechanisch auf die Unterkonstruktion übertragen werden. Weiterhin ist in Deutschland ab einer Einbauhöhe von acht Metern eine zusätzliche mechanische Sicherung in Windsogrichtung erforderlich. Zum anderen sind die in den technischen Richtlinien enthaltenen Dimensionierungsvorgaben nicht auf moderne, großflächige Fassadenkonstruktionen anwendbar. Dies führt dazu, dass Structural Glazing Verbindungen in Deutschland derzeit nicht ohne zeit- und kostenintensive bauaufsichtliche Verfahren eingesetzt werden können. So werden innovative architektonische Projekte ausgebremst und hohe Kosten im Planungsprozess erzeugt. Für diese Anwendungen bedarf es folglich einer optimierten und erweiterten Einsatz- und Nachweisgrundlage. Hierzu ist eine systematische Untersuchung des Trag- und Versagensverhaltens von Structural Glazing Verbindungen erforderlich. Diese ist Bestandteil des vorliegenden Forschungsantrags.


Das Forschungsprojekt wurde vom 01.05.2014 bis 31.10.2016 durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. gefördert.