Chloriddichte Sollrisselemente

Schädigung einer Stahlbetonbodenplatte in einer Tiefgarage durch chloridinduzierte Korrosion
Schädigung einer Stahlbetonbodenplatte in einer Tiefgarage durch chloridinduzierte Korrosion

Entwicklung von Sollrisselementen zur Herstellung von dauerhaften und wartungsarmen, unbeschichteten Stahlbetonbodenplatten bei Tiefgaragen im Grundwasser


Prof. Dr. Christoph Dauberschmidt
Fakultät für Bauingenieurwesen, 2


Die Anzahl an Autos in Deutschland nimmt immer weiter zu. Das bedeutet auch, dass mehr Parkraum für Fahrzeuge gebraucht wird. In Städten, wo wenige Parkflächen verfügbar sind, ist zum Beispiel der Bau von Tiefgaragen bei Neubauten oft vorgeschrieben. Auch Parkhäuser stellen eine wirtschaftliche Möglichkeit dar, ruhenden Verkehr aufzunehmen.



Tiefgaragen und Parkdecks erfordern aber besondere Maßnahmen zur Sicherstellung ihrer Dauerhaftigkeit, da sie unter besonderer Belastung stehen: Chloridhaltige Taumittel werden in der Winterperiode in den Radkästen von Autos eingeschleppt und gelangen dann an die tragenden Stahlbetonbauteile und über Diffusion in das Bauteil-innere. Ist eine kritische Konzentration überschritten, kann eine chloridinduzierte Korrosion an der Bewehrung aus Stahl im Betoninneren den Stahlquerschnitt deutlich verringern. Gerade für Tiefgaragen-Bodenplatten, die mit Grundwasser in Berührung kommen, existieren derzeit nur sehr unwirtschaftliche Methoden zur Sicherung der Dauerhaftigkeit.


Skizze der beabsichtigten technologischen Entwicklung
Skizze der beabsichtigten technologischen Entwicklung

Chloridabweisende Bodenplatten
Ziel des Vorhabens an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Hochschule München ist die Entwicklung eines chlorid- und wasserdichten Sollrisselementes, das für den Neubau von Tiefgaragen die Herstellung einer dauerhaften und wartungsarmen Stahlbetonbodenplatte gewährleistet. Außerhalb der Sollrissbereiche soll eine rissfreie Bodenplatte aus unbeschichtetem Stahlbeton ausgeführt werden.


„Durch gezielte Schwächung der Stahlbetonquerschnitte werden Sollrisse erzeugt, die dann mit einem Acrylat- bzw. PUR-Harz so verpresst werden, dass über den Riss keine Chloride in das Bauteilinnere eindringen können“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Christoph Dauberschmidt. Dazu werden zahlreiche Produkte und Verfahren weiterentwickelt sowie verschiedene Untersuchungen durchgeführt.


Laufzeit:
01.06.2015 - 31.12.2017


Projektträger:
AiF Projekt GmbH


Zuwendungsgeber:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi


Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauberschmidt
Raum: F 101

Tel.: 089 1265-2688
Fax: 089 1265-2699

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