EnVisaGe-Plus

Kommunale netzgebundene Energieversorgung – Vision 2020 am Beispiel der Gemeinde Wüstenrot, Projektphase III

Dr.-Ing. Volker Stockinger
Fakultät für Versorgungs- und Gebäudetechnik


Competence Center – Energieeffiziente Gebäude und Quartiere


Die Gemeinde Wüstenrot hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 zur Plusenergiegemeinde zu werden. Im Rahmen des Erstprojekts EnVisaGe wurde bereits ein Fahrplan für diese Zielsetzung erarbeitet.


Ziel des Nachfolgeprojekts „EnVisaGe-Plus“ ist, durch den regionalen Energieverbund mit der Stadt Schwäbisch Hall und den dortigen Stadtwerken die regionale Nutzung zu erhöhen. Mit zwei Umsetzungsprojekten, einer Plusenergiesiedlung mit großflächiger geothermischer Wärmeversorgung und SmartGrid-Komponenten und einem solarthermiegestützten Biomasse-Nahwärmenetz, wurden im Rahmen von „EnVisaGe“ erste Schritte in Richtung Plusenergiegemeinde realisiert.


Erstes Arbeitsziel des Anschlussvorhabens „EnVisaGe-Plus“ ist es, durch ein intensives Monitoring der Umsetzungsprojekte „EnVisaGe“ (Wüstenrot) und „ +Eins “ (Landshut) die Effizienz der verschiedenen eingesetzten Technologien und Regelungsstrategien zu analysieren und zu optimieren. In einer Vergleichsstudie werden die energetische und wirtschaftliche Effizienz der in beiden Projekten umgesetzten Wärmeversorgungskonzepte analysiert und verglichen.


Als zweites Arbeitsziel soll das Konzept der „lokalen Energiewende“ über den regionalen Energieaustausch von Energiezellen auf die Region übertragen werden. Konkret werden dazu lokale Überschüsse vorhergesagt, identifiziert und regional geeignete Senken für die Überschüsse identifiziert.


Als drittes Arbeitsziel werden neue Konzepte für regenerativ betriebene Wärmenetze zur Wärmeversorgung des ländlichen Raums entwickelt und exemplarisch in Wüstenrot umgesetzt. Ziel ist es, durch innovative technische Ansätze zusammen mit Investitions-, Beteiligungs- und Betreibermodellen wirtschaftlich tragbare Lösungen zu entwickeln, die auch auf andere Gemeinden im ländlichen Raum übertragen werden können und so zu einer raschen Erhöhung des erneuerbaren Anteils in der Wärmeversorgung beitragen. Zentrale technische Forschungsthemen sind die Reduktion von Wärmeverlusten, die Integration dezentraler regenerativer Wärmequellen (Solarthermie, Abwärme, Geothermie etc.) und die Sektorkopplung zum Stromnetz durch Power-to-heat.


Ziele:

  • Fortführung und Auswertung Monitoring der Umsetzungsprojekte von „EnVisaGe“ (Wüstenrot) und „+Eins“ (Landshut)
  • Das Konzept der „lokalen Energiewende“ über den regionalen Energieaustausch von Energiezellen soll auf die Region übertragen werden
  • Neue Konzepte für regenerativ betriebene Wärmenetze zur Wärmeversorgung des ländlichen Raums sollen entwickelt und exemplarisch in Wüstenrot umgesetzt werden


Versorgung der Stadt über ländliche Energiezellen: Verwertung von Erzeugungsüberschüssen und Nutzung von Lastverschiebepotenzialen (Quelle: Hochschule für Technik Stuttgart)
Versorgung der Stadt über ländliche Energiezellen: Verwertung von Erzeugungsüberschüssen und Nutzung von Lastverschiebepotenzialen (Quelle: Hochschule für Technik Stuttgart)

Laufzeit:
01.01.2017 – 31.12.2019


Zuwendungsgeber:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi


Projektträger:
Projektträger Jülich, PtJ


Projektpartner:
Hochschule für Technik Stuttgart / Zentrum für Nachhaltige Energietechnik (zafh.net),
Stadtwerke Schwäbisch Hall


Ansprechpartner

Dr.-Ing. Volker Stockinger
Raum: T 4.035

Tel.: 089 1265-4391
Fax: 089 1265-4390

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