Trail for Health Nord

Gesundheitstouristischer Kompetenzaufbau für Regionen und Betriebe


Prof. Dr. Celine Chang
Fakultät für Tourismus, 14


Die steigende Urbanisierung und der damit verbundene Verlust von Naturerleben, der demografische Wandel mit einer Verschiebung der Altersstrukturen sowie der Anstieg von Zivilisationserkrankungen führen zu einem steigenden Nachfragevolumen im Gesundheitstourismus.


Daraus ergeben sich für den Alpenraum durch seine gesundheitsbezogenen Natur- raumpotenziale und regional verorteten Heilressourcen enorme Profilierungschancen. Dies hat in den letzten Jahren jedoch zu einer massiven Proliferation von gesundheits- touristischen Angeboten geführt, wobei der Markt jedoch von einem Übermaß an aus- tauschbaren Produkten und sog. „Nonsense-Treatments“ geprägt ist; messbare Er- gebnisse und Wirkungsnachweise fehlen zumeist. Qualitäts- und Evidenzkriterien werden bei der gesundheitstouristischen Produktentwicklung vielfach nicht aus- reichend berücksichtigt bzw. nicht in betriebliche Abläufe integriert.


Der Tourismus im Alpen- und Voralpenraum bildet vielfach die ökonomische Lebens- grundlage für die Bevölkerung. Allerdings ist dessen Attraktivität als Lebens- und Arbeitsraum durch die mangelnde Integration von Fachkräftestrategien in Tourismus- konzepte gefährdet. Zusätzlich haben touristische KMU einen schlechten Zugang zu Innovationswissen, wodurch ein nachhaltiger Qualifizierungs- und Kompetenzaufbau nicht sichergestellt ist.


Im Projekt „Trail for Health Nord“ sollen in einem Kooperationsnetzwerk aus Forschungseinrichtungen, Transferorganisationen und touristischen Regionen grenz- überschreitend gesundheitstouristische Produkte, Dienstleistungen und Wertschöp- fungsketten basierend auf natürlichen und kulturell tradierten Gesundheitsressourcen mit einer klaren Fokussierung auf Evidenz und die Zielgruppe der älteren Menschen entwickelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei der gesundheitstouristische Kompetenz- aufbau von touristischen Regionen und Betrieben hinsichtlich verbesserter Wissens- transferstrukturen, Qualitätsaufbau und -sicherung sowie der Qualifizierung von Arbeitskräften.


Unter Federführung der Hochschule München soll dabei eine grenzüberschreitende Fachkräftestrategie als Rahmenkonzept für ein professionelles Human Resources Management in touristischen Regionen mit einer strategischen Ausrichtung auf das Kernangebot Gesundheitstourismus entwickelt werden. Diese verfolgt das Ziel, bedarfsgerecht Fachkräfte zu rekrutieren, zu entwickeln und an die Arbeitgeber sowie die Region zu binden und damit der Abwanderung von Fachkräften in Ballungsräume entgegen zu wirken. Diese Strategie soll in das übergeordnete gesundheitstouristische Regionalentwicklungskonzept integriert werden.


Das Projekt „Trail for Health Nord“ trägt damit über die nachhaltige Inwertsetzung des Natur- und Kulturraums zur Erhaltung des Alpen- und Voralpenraums als attraktiver Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum bei.


Laufzeit:
01.09.2015 – 31.08.2018


Zuwendungsgeber/Projektträger:
Europäische Union/Interreg


Projektpartner:

  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (Lead Partner)
  • Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung
  • Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH
  • Tegernseer Tal Tourismus GmbH
  • Bayerisches Staatsbad Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain
  • Verein Gästeservice Tennengau


Prof. Dr. Celine Chang
Raum: S 202

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