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Alexa im Umfeld von Menschen mit Demenz

Die Challenge wurde von Studierenden der Fakultät für Informatik und Mathematik in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft München bearbeitet (Foto: Prof. Dr. Gudrun Socher).
Die Challenge wurde von Studierenden der Fakultät für Informatik und Mathematik in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft München bearbeitet (Foto: Prof. Dr. Gudrun Socher).

Challenge NameAlexa im Umfeld von Menschen mit Demenz
OrganisationAlzheimer Gesellschaft München
AnsprechpartnerTobias Bartschinski
TeamSoftware Engineering I (IF3A, IC, GO)
LehrendeProf. Dr. Gudrun Socher
Datum16.01.2020

Übersicht

Die Alzheimer Gesellschaft München ist eine Einrichtung der Selbsthilfe und Interessenvertretung von Menschen mit Demenz, deren Angehörigen und Bezugspersonen aus deren sozialen Umfeld. Das gemeinsame Engagement von Angehörigen, Ehrenamtlichen und Vertreterinnen verschiedener Berufsgruppen unterstützt häusliche Systeme für Menschen mit Demenz unter Einbeziehung ambulanter, teilstationärer und stationärer Angebote.

Auf gesellschaftspolitischer Ebene setzt sich die Alzheimer Gesellschaft für mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft in der breiten Öffentlichkeit ein und trägt damit zu steigender Akzeptanz und Integration von Menschen mit Demenz bei.

Technische Hilfsmittel und mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Geräte, z.B. Smartphones und Spracherkennungssysteme wie „Alexa“, halten zunehmend Einzug in unseren Alltag. Dies gilt auch für Menschen mit Demenz. Wichtig ist, dass Menschen mit Demenz an der Entwicklung von Technik beteiligt werden. Nur dann werden Geräte entstehen, die Betroffenen tatsächlich nutzen.


Problem

Welche technischen Lösungen können Menschen mit Demenz und/oder Angehörigen und Fachkräften helfen?

Gibt es neben Risiken der Digitalisierung auch Potential, das den Alltag von insbesondere Demenzkranken im Frühstadium unterstützt, so dass diese länger ein selbstbestimmtes Leben führen können? Konkret wird exemplarisch mit prototypischen Alexa-Anwendungen untersucht welches Potential das sprachgesteuerte Assistenzsystem „Alexa“ im Umfeld von Menschen mit Demenz hat.


Ansatz

14 Teams haben im Rahmen der Lehrveranstaltung "Software Engineering I" (Studiengänge Bachelor Informatik, Bachelor Scientific Computing, Bachelor Geoinformatik und Navigation) prototypische Alexa Anwendungen erstellt, die für die Zielgruppe an Menschen mit Demenz im frühen Stadium gerichtet ist.

Storyboard des Tagebuch-Skills


Es wurde der "Working Backwards Innovationsprozess" verwendet. Ein von Demenz Betroffener stand für eine Stunde Rede und Antwort vor einer Gruppe von ca. 60 Studierenden. Diese Informationen haben die Studierenden in Empathy Maps für Betroffene und Angehörige zusammengetragen.

In den Teams wurden mit der Crazy-Eight Ideation Ideen für Alexa-Anwendungen entwickelt. Die jeweils vom Team am besten bewertete Idee wurde mit Hilfe von Press Release und FAQ (Frequently Asked Questions) detaillierter ausgearbeitet. In der Prototypen-Phase wurden die Ideen gemäß Scrum implementiert und dokumentiert.

Das Ergebnis sind 14 Alexa Anwendungen für Menschen im frühen Stadium von Demenz. Diese Anwendungen sind:


  • Drei Anwendungen, die helfen, von Angehörigen definierte Abläufe (z.B. das Verlassen des Hauses oder Tätigkeiten im Haushalt) fehlerfrei auszuführen.
  • Drei Anwendungen zur Erinnerung an Termine und der Schritt-für-Schritt Anleitung zur Vorbereitung auf den Termin (z.B. was muss ich mitnehmen etc.)
  • Drei Anwendungen, die man fragen kann, wer Angehörige und Freunde sind und was sie gerade machen. Angehörige und Freunde geben diese Information selbst ein. Es ist wie eine Sprachschnittstelle zu einer WhatsApp Familien- oder Freundegruppe.
  • Zwei Anwendungen, mit denen man ein Sprach-Tagebuch anlegen kann, so dass man später sich erinnern lassen kann, was man gemacht hat.
  • Gehirnjogging per Alexa Anwendung
  • Der Motivator: Vorschläge von Aktivitäten
  • Pflegeprotokoll sprachgesteuert erstellen


Jedes Team hat einen lauffähigen Prototypen entwickelt. Feedback wurde während des laufenden Projekts und zum Projektende von Betroffenen, Angehörigen und von Mitarbeitern der Alzheimer Gesellschaft eingeholt.



Prototyp

Es sind 14 prototypische Alexa Anwendungen, sog. Alexa Skills, entstanden. Diese sind aktuell in der Beta-Testing Phase auf amazon.de. Wenn eine der Anwendungen nach der Beta-Testing auf amazon.de veröffentlicht wird, dann kann diese Anwendung über Skills auf amazon.de aktiviert und ausprobiert werden.


nächste Schritte

Der Vorstand der Alzheimer Gesellschaft, Peter Sprenger, berichtet auf der Vorstandstagung im Februar 2020 von den erstellten Alexa Prototypen. Die Alzheimer Gesellschaft versucht finanzielle Unterstützung zu beantragen, um eine der erstellten Anwendungen zu entwickeln.


Dokumente

Dokumente zur Challenge werden demnächst auf Github veröffentlicht.


Über das Digital Transformation Lab

Das Digital Transformation Lab (DTLab) an der Hochschule München (HM) organisiert seit 2019 curricular integrierte Praxisprojekte ("Challenges"), in denen Studierende an Problemen aus dem Bereich der Digitalisierung im öffentlichen Sektor arbeiten.

So entwickelt es neue Kooperationen für die HM und bietet Studierenden aller Fakultäten die Möglichkeit, Fähigkeiten im Bereich der digitalen Transformation zu entwickeln. Ergebnisse werden der Allgemeinheit unter einer Open Source-Lizenz zur Verfügung gestellt.

Das DTLab wird von der HM und dem Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) in Kooperation mit Amazon Web Services (AWS) betrieben und ist Teil des Co-Creation-Netzwerks M:UniverCity , das seit 2017 Projekte mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik veranstaltet.

Kontakt: / www.hm.edu/dt-lab