Das Kompetenzfeld "nachhaltig"

 


 


 


 


 


 


Studentisches Kompetenzprofil


zukunftsorientiert – verantwortungsbewusst – das Ganze sehend



Studierende verfügen über die Fähigkeit, die Komplexität von materiellen und sozialen Lebensverhältnissen und ihre Verknüpfung in globalen Zusammenhängen und Abhängig-keiten zu erkennen. Sie können weiterhin ein Themenfeld in Hinblick auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – die ökologische, die ökonomische und die sozio-kulturelle – analysieren und bewerten. Sie sind in der Lage, die Komplexität und Vielschichtigkeit von Phänomenen und Problemen zu erfassen und differenziert damit umzugehen. Sie wissen um die Begrenztheit von Ressourcen und berücksichtigen dieses Wissen entsprechend in der Planung und Durchführung von Vorhaben.


Auf der Basis von kritischer Reflexion und mithilfe werteorientierter Prüfkriterien und Analyseinstrumenten können Studierende entscheiden, planen und verantwortungsbewusst handeln. Nachhaltig denkende Studierende sind zukunftsorientiert und richten ihr Handeln an moralischen und ethischen Prinzipien der Generationengerechtigkeit, der globalen Gerechtigkeit, der Ressourcenschonung und der Ganzheitlichkeit aus.



Warum ist das wichtig?


Hochschulen haben den Auftrag, das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung in Lehre und Forschung zu verankern: „Sie legen Grundlagen, in dem sie in Lehre und Studium Kenntnisse, Kompetenzen und Werte vermitteln und in der Forschung Wissen und Innovationen erzeugen, die für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklung nötig sind.“ (HRK und DUK 2010, S. 2)



Leitprinzipien für die Lehre


  • Zukunftsorientierung/ Visionsorientierung: Es geht um die Entwicklung einer dauerhaft lebenswerten Vision für die gesellschaftliche Zukunft sowie darum, wie sich diese erreichen lässt.
  • Vernetztes Denken: Der „Gegenstand“ wird von mehreren Seiten beleuchtet und die verschiedenen Perspektiven werden zueinander in Verbindung gesetzt. Vernetzungen in den Bereichen „lokal-global“, „Umwelt-Wirtschaft-Sozio-Kulturelles“ und „Gegenwart-Zukunft“ werden explizit gemacht, auch in ihren möglichen Konflikten, Interessen-gegensätzen, Trade-offs und Dilemmata. Es gilt verstärkt, „inter-disziplinäre“ Zugänge zu einem Themenfeld zu schaffen und Anschlussfähigkeit an verschiedene Fachperspektiven herzustellen.
  • Partizipationsorientierung: Die Studierenden werden in angemessener Weise bei der Themenstellung oder bei der Ausgestaltung des Seminars mit einbezogen und können sich an ausgewählten Entscheidungen beteiligen.Systemische Betrachtung von Phänomenen/Produkten/ Verfahren/Technologien (v.a. Konsequenzen, Auswirkungen auf die materielle und soziale Umwelt; Wirkungszusammenhänge erkennen) und Erkennen nicht-nachhaltiger Entwicklungen
  • Ethisch-normative Reflexion (z.B.):
    • Intra- und intergenerationale Gerechtigkeit
    • Human-, Sozial- und Naturverträglichkeit
    • Effizienz, Konsistenz und Suffizienz
    • Resilienz …
  • Systemische Betrachtung: von Phänomenen/Produkten/ Verfahren/Technologien (v.a. Konsequenzen, Auswirkungen auf die materielle und soziale Umwelt; Wirkungszusammenhänge erkennen) und Erkennen nicht-nachhaltiger Entwicklungen.


Geeignete Methoden und Lehrformate


  • Problembasiertes Lernen, Projektarbeit und kollaboratives Lernen.
  • Inter- und transdisziplinäre Seminargestaltung
  • Syndromansatz: Der Begriff „Syndrom“ ist aus dem Bereich der Medizin entlehnt, wo er komplexe Krankheitsbilder kennzeichnet. Übertragen geht es also darum, globale Umweltprobleme als „Krankheitsbilder“ zu erkennen, deren Ursachen in einem Wirkungsgeflecht aus naturräumlichen und gesellschaftlichen Faktoren liegen. Diese gilt es zu diagnostizieren und zu therapieren, mit dem Ziel, Fehlentwicklungen zu lindern und zu beseitigen bzw. durch vorsorgende Maßnahmen (Prävention z.B. durch Vorausschau) erst gar nicht entstehen zu lassen (Vgl. Korby W. 2006, S. 16).
  • Planning for real: Gemeinwesen-orientiertes Planungsverfahren zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
  • Kontextualisierung
  • Planspiele und Simulationen (z.B. System Dynamics, Agent Based Modeling, u.a.)
  • Risikobewertung: Umgang mit Komplexität und Unsicherheit
  • Dilemmadiskussion: Zielkonflikte identifizieren und mit Dilemmata umgehen lernen
  • Methoden der Zukunftsforschung und der Vorausschau (Delphi-Methode, Szenarien, Simulationen, Roadmaps, u.a.)
  • Teilnahme an dem Hochschul-Format Zukunftgestalten@hm
  • Einbindung der frei verfügbaren Lehrangebote (open educational resources) der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit (www.va-bne.de )


Förderliche Rahmenbedingungen für Bildung für Nachhaltige Entwicklung


  • Fakultätsübergreifende Projekte (z.B. das Format Zukunftgestalten@hm)
  • Praxisorientierte Projekte in der Studieneingangsphase
  • Einrichtung eines Praxis-/Projektmanagement-Moduls
  • Förderung von studentischen Netzwerken zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung
  • Benennung von studentischen BNE-Beauftragten (in den Fachschaften)
  • Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Hochschulcampus
  • Einbindung der frei verfügbaren Lehrangebote (open educational resources) der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit (www.va-bne.de)



Literaturtipps


  • Behlau, Lothar (2012): Die Dimensionen der Nachhaltigkeit . Ein Überblick.
  • Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) (2010): Hochschulen für nachhaltige Entwicklung. Erklärung zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung . (S. 2).
  • Isenmann, Ralf/Zollner, Georg (2014): Nachhaltigkeit in der x-disziplinären Lehre. Beispiele zum Einbezug von Nachhaltigkeitsthemen in die Betriebswirtschaftslehre mit Erfahrungen an der Hochschule. In: Interdisziplinarität und Transdisziplinarität als Herausforderung akademischer Bildung Innovative Konzepte für die Lehre an Hochschulen und Universitäten, Edition: Pädagogik.
  • Korby, Wilfried (2006): TERRA globale Bodendegradation – Unser Boden in Gefahr?
  • Teaching and Learning Directorate: 7 Steps to: Embedding sustainability in your teaching . University Plymouth.



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Dr. Sascha Zinn
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