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Ein Befehlssatz für jedermann

Prof. Dr. Stefan Wallentowitz engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Open-Source-Hardware (Foto: Mirja Fürst)
Prof. Dr. Stefan Wallentowitz engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Open-Source-Hardware (Foto: Mirja Fürst)

[11|09|2020]

HM-Professor Stefan Wallentowitz ins International Board der RISC-V Association gewählt

 

Befehlssätze für Prozessoren sorgen dafür, dass Software auf einem Computer laufen kann. Im Gegensatz zu den bisherigen geschützten Befehlssätzen, die an einen Hersteller gebunden sind, ist der Befehlssatz-Standard RISC-V offen. Das erlaubt es jedermann, einen Prozessor dafür zu implementieren. Das internationale Board der RISC-V Association, in das Prof. Dr. Stefan Wallentowitz von der Fakultät für Informatik und Mathematik gewählt wurde, ist eine Dachorganisation für über 500 Mitglieder, die für den technischen Fortschritt von RISC-V sorgen. Das Board berät und koordiniert die Arbeit der RISC-V Association und besitzt eine Steuerungsfunktion.

 

HM: Wie sind Sie in das Board der RISC-V Association gekommen?

Stefan Wallentowitz: Ich engagiere mich seit vielen Jahren im Bereich der Open-Source-Hardware und beschäftige mich mit RISC-V schon seit der Anfangszeit der Technologie. Ich wurde als Vertreter der Einzelmitglieder (Individuals & Community) gewählt.

 

Was sind ihre Aufgaben im Board?

RISC-V besitzt zwar ein unfassbares Wachstum, steckt im Vergleich zu den proprietären Platzhirschen aber noch in den Kinderschuhen. Viele essentielle Beiträge für die Technologie hängen davon ab, dass Menschen sich teils in ihrer Freizeit mit der Entwicklung von Komponenten beschäftigen. Der Erfolg des Open-Source-Betriebssystems Linux ist ein Beispiel für diese Art der Beteiligung. Als Vertreter der Einzelmitglieder versuche ich, diese Art Mitglieder zu koordinieren und sinnvoll einzubinden, damit ihr Beitrag Gewicht und Kreativität bekommt.

 

Wie bereiten Sie die HM-Studierenden auf die Technologie vor?

Die Verwendung des offenen RISC-V-Befehlssatzes bietet eine zukunftsfähige Basis an Werkzeugen und Software. Auch die Fakultät für Informatik und Mathematik stellt ihre Lehre im Bereich der Computertechnik darauf um. Es gibt viele frei verfügbare Tools und Prozessoren, die ich in der Lehre einsetze. Da sicher ist, dass der ein oder andere Informatik-Studierende zukünftig im Beruf mit RISC-V zu tun haben wird, biete ich ihnen dadurch eine wichtige Zusatzqualifikation.

 

 

Mirja Fürst

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